[0:01]Der zweite Weltkrieg beginnt am 1. September 1939. Im Danziger Hafen eröffnet das Panzerschiff Schleswig-Holstein das Feuer. Innerhalb von 10 Minuten feuert es 67 Granaten ab.
[0:30]Dann greift die Infanterie an. Das Stuker Geschwader 3 aus Ostpreußen bombardiert unablässig die Westerplatte.
[0:46]100 heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium. Auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Die Nadas Propaganda versucht den Kriegsbeginn als einen polnischen Angriff auf deutsche Soldaten darzustellen. Tatsächlich läuft alles genau nach Plan. Zeitgleich mit dem Angriff auf Danzig dringen 54 deutsche Divisionen in Polen ein.
[1:21]Die Regierungen in London und Paris fordern unverzüglich den Rückzug der deutschen Truppen und stellen ein Ultimatum. Es bleibt unbeantwortet.
[1:34]Am frühen Morgen besetzen die Deutschen im Handstreich die öffentlichen Einrichtungen in Dantzig. Doch im Postgebäude Nummer 1 verschanzen sich etwa 50 Beamte. Sie haben schon vor Wochen Waffen und Munition aus Warschau erhalten und sollen bis zum Eintreffen der polnischen Armee die Stellung halten. Doch die Männer kämpfen auf verlorenem Posten. Als die Angreifer Feuer legen, ergeben sich die Überlebenden. Sie werden vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen.
[2:07]Am 3. September erklären England und Frankreich dem Dritten Reich den Krieg. Fliegeralarm in den Straßen von Paris.
[2:20]Aus Angst vor deutschen Luftangriffen werden die Flucht in Schutzräume und der Gebrauch von Gasmasken geübt.
[2:31]Eine amerikanische Journalistin notiert an diesem Tag, es sind die räumlichen Absurditäten und die Zeit, die die Diplomaten sich für ihre Gespräche nehmen, die diesen Krieg außergewöhnlich erscheinen lassen. Tatsächlich ist es aber ein ganz gewöhnlicher Krieg für die Freiheit. Nur wegen seiner möglicherweise ungeheuren Ausmaße könnte er leider den Untergang unserer Kultur bedeuten. Ein amerikanischer Geschäftsmann filmt auf der Insel Guernsey im Ärmelkanal den Abschied der britischen Soldaten. Sie sollen ihren Alliierten den Franzosen zu Hilfe kommen, die mit einem Angriff der Deutschen rechnen. Die Zeit der britischen Appeasement Politik ist vorbei. Hitler wurde von der Kriegserklärung der Briten überrascht. Er hatte immer gedacht, dass es nicht zu einem Kampf kommen würde, obwohl sie Polen Unterstützung versprochen hatten. Das erschreckte ihn plötzlich. Aber er dachte immer noch, falls er die Briten und Franzosen im Westen schlagen könnte, würde Großbritannien zur Vernunft kommen und ihm vielleicht sogar bei seinem Endziel helfen. Dem Einmarsch in die Sowjetunion. Seit dem 4. September ist auch Hitler immer in der Nähe der Front. Bereits am 5. September ist sich Generalstabschef Franz Halder sicher. Feind so gut wie geschlagen. Der Diktator hat schon vor dem Beginn des Feldzugs die Vernichtung Polens als sein Ziel bezeichnet. Die führenden Bevölkerungsschichten sollen unschädlich gemacht werden, kündigt der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heidrich an. Franz Halder notiert Flurbereinigung, Judentum, Intelligenz, Geistlichkeit, Adel. Viele Offiziere wollen jedoch nicht wahrhaben, dass die Schergen von SS Chef Heinrich Himmler hinter der Front mit blutigen Säuberungen beginnen.
[4:45]Er könne nicht mit Heißarmee Methoden Krieg führen, so der Diktator. Hermann Görings Luftwaffe gilt als nicht vollständig Einsatzbereit. Doch im Blitzkrieg gegen Polen ist sie dem Gegner haushoch überlegen und der ringt binnen weniger Tage die Lufthoheit. Zehntausende Zivilisten finden bei der Verteidigung von Warschau den Tod. Bei der Kriegsführung komme es ebenso Hitler nicht auf das Recht an, sondern auf den Sieg. Er verlangt brutales Vorgehen und größte Härte. Die Wehrmacht müsse ihr Herz gegen Mitleid verschließen. Für Polen dürfe es nur einen Herrn geben, den Deutschen.
[5:33]In Anwesenheit des Führers überqueren Wehrmachtsverbände am 15. September auf einer Behelfsbrücke den Fluss San. Warschau ist schon seit Tagen eingeschlossen. Noch bis zum 28. September können sich die Verteidiger halten. Dann müssen sie kapitulieren. Angesichts der Überlegenheit der Wehrmacht mit ihren 1,5 Millionen Soldaten ergeben sich die letzten polnischen Verteidiger am 6. Oktober 1939. Nur Bruchteile der Truppen entkommen nach Ungarn und Rumänien. Etwa 70.000 Angehörige der polnischen Streitkräfte sind im Kampf getötet und weitere 133.000 verwundet worden.
[6:26]Zunächst war Hitlers Generälen nicht bekannt, dass auch Josef Stalin seinen Teil der Beute bekommen wird. Einem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt entsprechend sind am 17. September Einheiten der Roten Armee in Polen einmarschiert und besetzen den Osten des Landes. Man hat sich auf eine Demarkationslinie entlang des Flusses Bug geeinigt. Am 28. September wird ein deutsch-sowjetischer Freundschaftsvertrag abgeschlossen. Der Westteil Polens wird ans Dritte Reich angegliedert, der Rest zum deutschen Generalgouvernement degradiert. Die Sowjetunion annektiert Ostpolen. Geheimpolizisten und Politfunktionäre entfesseln dort in der Folgezeit einen brutalen Klassenkampf. Deportieren tausende Mitglieder der polnischen Intelligenz. Viele werden ermordet. Stalin bemüht sich eine Zeit lang Hitler zu gefallen. Deutsche Kommunisten und polnische Juden werden an die Gestapo ausgeliefert. Sowjetische Vorratslager leeren sich, um Hitlers Panzer mit Treibstoff zu versorgen. Doch die Euphorie des gemeinsamen Sieges überträgt sich nicht so schnell auf die Bevölkerung wie gewünscht. Die Kriegsbegeisterung ist, wie wir wissen, nicht so groß gewesen, wie sie von den Nazis dargestellt worden ist. Göbels war geradezu enttäuscht, dass eben eine Stimmung wie im August 1914 sich nicht ohne weiteres sich herstellen ließ und es bedurfte einiger Anstrengungen, um in der Bevölkerung auch gegenüber der Weltöffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, Polen ist schnell erledigt gewesen durch das Bündnis mit Stalin hat man ja braucht man keine Sorge zu haben aus strategischen Gründen und es herrschten im Reich weiterhin Friedensähnliche Verhältnisse, also in dieser Hinsicht gaben sich die Nazis erhebliche Mühe den Eindruck zu verhindern, dass Deutschland jetzt wirklich in einem Weltkrieg sich befinden würde. In den Straßen Warschaus ehrt die Wehrmacht den Führer mit einer Siegesparade. Hitlers Macht scheint zu diesem Zeitpunkt unüberwindlich. Nur ein Staatsstreich oder ein Attentat können Deutschland noch vor dem endgültigen Absturz in die Barbarei bewahren.



