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Was man beim Kauf eines Fahrradhelms beachten sollte (Melonen-Crash inklusive) – #10 How To fahrRad

Anke is Awesome

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[0:01]Ich dachte ja Fahrradhelm Tutorial easy, mache ich ein paar oben ohne Witze, fertig. Aber am Ende habe ich mit vier verschiedenen Herstellern gesprochen und wortwörtlichen Crashkurs gemacht. Wie wichtig ist das Gewicht? Ist ein teurerer Helm besser und was macht Mips eigentlich noch mal genau? Und wer jetzt denkt, ich habe ja einen Fahrradhelm, es interessiert mich alles nicht, das Ding sollte man alle drei bis spätestens fünf Jahre austauschen. Deswegen, worauf man beim Kauf eines Fahrradhelms achten sollte. bei How to FahrraD.

[0:36]Am Anfang habe ich noch gedacht, Ole Ole, jeder Helm, der in Europa verkauft wird, muss eine die Sicherheitsnorm erfüllen und ein CE Prüfzeichen haben. Könnte man also denken, ist ja eh jeder Helm fein, aber bei der Sicherheitsnorm wird nur mit einer Geschwindigkeit von so knapp 20 km/h getestet. Und ich bin zwar langsam, aber auch nicht so langsam. Dann habe ich mir als gute Deutsche gedacht, Stiftung Warentest, die müssen es doch wissen. Aber selbst die sind anscheinend in der Branche umstritten. Oft wird der Aufbau im Labor kritisiert, weil der Aufprall bei so einem Fahrradsturz total unterschiedlich sein kann, dass aber nicht genug berücksichtigt wird. Es ist halt auch nicht jeder Test gleich sinnvoll.

[1:18]Die einzige Instanz, auf die sich alle meine Helmners einigen konnten, sind die Rankings vom Virginia Tech Institute. Hatte ich vorher noch nie gehört, stand in keinem der Artikel, die ich gelesen habe, ist aber anscheinend der heiße Scheiß in Sachen Helmtest, weil die unter realistischen Bedingungen testen. Deswegen auch Link in der Videobeschreibung und so. Da sind im Moment 150 Tests online und allein in den Top 10 sind schon vier Specialized Helme, deswegen ich mich meiner Produktplatzierung hier super safe fühle. Aber ist natürlich auch nicht jedes Modell von jedem Hersteller dabei. Deswegen kommen hier die wichtigsten Kriterien für die Kaufentscheidung. Richtig Einsatzbereich, richtige Größe, richtige Passform und Schutz vor Rotationskräften.

[2:08]Prinzipiell kann man natürlich auch mit dem Motocross Helm ins Büro radeln, ist aber halt sau blöd. Dass es verschiedene Helme für verschiedene Sportarten und für verschiedene Räder gibt, hat schon seinen Sinn. So ein Rennradhelm z.B., der ist sehr leicht, hat viele Lüftungsöffnungen und ist aerodynamisch. Weil man den lange tragen können sollte, auch wenn man die Pässe hochschwitzt, keine Sauna unterm Helm haben soll und natürlich auch krass schnell sein will. Hat vorne kein Visier und hinten auch nicht so weit runtergezogen, weil man ja immer über diesen Lenker so hängt. Geduckte Position, deswegen sind Rennradhelme auch für so Gravelbikes geeignet. Ein Mountainbike Helm ist etwas voluminöser, hat vorne das Visier zum Schutz vor Sonne und Ästen, oder auch den Dreck vom Vordermann. Und ist vor allen Dingen hinten auch weiter runtergezogen, weil andere Lenkerposition und extra Schutz auf den Trails. Bei Cityhelm ist das Gewicht nicht so relevant wie bei Sporthelmen, weil man die meisten nicht so lange trägt. Und man braucht auch nicht so viel Lüftung. Da ist eher Wetterschutz relevant durch eine geschlossene Form. Aber bei allen Helmen gilt, es kommt sehr wohl auf die Größe an.

[3:28]Die richtige Größe ist unglaublich wichtig, denn nur wenn der Helm zum Kopf passt, schützt er auch optimal. Deswegen Kopfumfang messen. Dafür braucht's ein Maßband und Kopf. Wer kein so professionelles Maßband hat, kann auch einfach eine Schnur nehmen und nachher mit dem Zollstock abmessen. Und dann an der weitesten Stelle des Kopfes anlegen, waagerecht und auch nicht irgendwie kreuz und quer über die Ohren und dann checken. Franka hat so ungefähr 52 cm, das ist meistens S. Je nachdem mit den Herstellerangaben vergleichen. In der richtigen Größe sollte ein Helm bequem sitzen, also nicht, dass irgendwas unangenehm ist oder so. Wer im Winter mit einer dünnen Mütze drunter fahren will, sollte das vorm Kauf mal ausprobieren, aber der Dickschädel sollte auch nicht zu viel Platz haben.

[4:21]Die Feinjustierung der Größe funktioniert natürlich hinten über dieses Drehrädchen horizontal. Bei manchen Modellen gibt's auch so einen Inneneinsatz, wo das vertikal funktioniert, oder so Autofit Funktionen gibt's auch. Zur groben Orientierung, wer sich dieses Tutorial aus Sicherheitsgründen mit Helm anschaut und dann den Strap aufmacht und zustimmt, nickt, da sollte dann nichts verrutschen.

[4:50]Aber selbst wenn die Größe passt, es ist ja nicht jede Helmform gleich. Was prinzipiell auch gut ist, weil es ist ja auch nicht jeder Kopf gleich. Deswegen aber auf jeden Fall immer mehrere Modelle anprobieren und am besten auch verschiedene Hersteller und auch das Ding mal länger auflassen. Und wenn er nach ein paar Minuten schon irgendwo was drückt oder man das Gefühl hat, da passt was nicht, dann ist es der falsche Helm.

[5:17]Nächster Punkt Lüftung. Gibt ja eher so geschlossene Modelle oder auch solche mit sehr vielen Lüftungsöffnungen, wie den hier, den ich gerade auf dem Holzstapel gezaubert habe. Da auch vorher dran denken, ob man lieber mehr Ventilation hat oder lieber weniger, genauso Menschen mit Pferdeschwanz, die sich überlegen sollten, wo man hinten die Haartracht durchzieht. Bei manchen Modellen geht es total gut, bei anderen weniger, und bei das bei mir ja nicht so relevant ist. Stummelchwänzchen, du hast vorher Stummelchwänzchen gesagt. Kamerafrau hat Stummelchwänzchen vor.

[6:01]Total relevant hingegen, ich probiere ja den Helm auch immer zusammen mit der Brille an, wegen dem Style, aber auch wegen der Form. Damit da nichts drückt und auch wegen dem Fahrtwind, weil wenn Brille und Helm gut zusammenarbeiten, dann zieht's weniger. Außerdem fällt man ja bei einem Sturz nicht immer nur auf dem Helm, sondern auch auf die Brille. Deswegen je nach Hersteller schauen und bruchsicheres Material wählen. Bei Oakley hast du es Blut schon, und die schießen ja sogar auf ihre Kollektion, um zu beweisen, dass das absolut Bruchsicher ist. Ähm, ja, hat jetzt gerade keine Zeit. Wir war ja wirklich mal ein Fürster, aber der fand es null lustig, als ich gesagt habe, er soll nächstes Mal einfach schießen. Kam nicht so gut an, aber ja, Bruchsichere Brille.

[6:53]Noch schlauer ist nur Schutz gegen Rotationskräfte. Einer der größten Kritikpunkte an Helmtest ist, dass die nur einen geraden Aufprall testen. Pachau, aber so läuft ja eigentlich kein Fahrradsturz ab, sondern meistens prallt der Kopf irgendwo schräg und in der Bewegung auf. So, und der Kopf ist auch keine Einheit, sondern eigentlich geht's ja um das Gehirn, was da drin steckt, und das schwimmt bekanntlich in Flüssigkeit. Wenn es also blöd läuft und man mit so und so viel km/h über den Boden schlittert, dann entsteht da eine Rotationsbewegung. Und der schräge Aufprall verursacht eine enorme Energie, die auf das Gehirn übertragen werden kann. Also ungefähr so.

[7:44]Klingt logisch, aber solche Rotationskräfte wurden früher bei der Entwicklung von Helm komplett vernachlässigt. Retrospektiv totaler Schwachsinn. Was sich auch ein schwedischer Neurochirurg dachte, der ständig Leute mit Schädelhirntrauma auf seinem OP Tisch liegen hatte, und zwar auch, wenn die einen Helm getragen haben. Zusammen mit einem Ingenieur hatte er deswegen Mips gegründet. Steht für Multidirectional Impact Protection System und bezeichnet diese clevere gelbe Schale hier drin. Dies über ein Zugband mit dem Helm verbunden und kann zwischen 10 und 15 mm in alle Richtungen gleiten. Dadurch soll die Energie einer Rotationsbewegung verringert und in einer lineare Bewegung umgeleitet werden. Was wiederum das Risiko für Schädelhirntrauma reduzieren kann. In echt dann ungefähr so. Deswegen ist es zum Teil auch keine gute Idee, die Brille hier oben so lässig in den Helm reinzustecken. Macht man ja ganz gerne mal, aber je nachdem, wie weit die Bügel da reinragen, kann es sein, dass die Schale an ihre Bewegung gehindert wird. Und das kann die Schutzfunktion beeinträchtigen. Auch wenn es natürlich sau cool aussieht. Inzwischen gibt's auch verschiedene Varianten des Mips Systems, da sieht man mitunter diese gelbe Schale gar nicht mehr, oder es bewegen sich auch ganze Teile des Helms. Da ist aber keins besser oder schlechter. Und es gibt inzwischen auch andere Hersteller, die eigene Technologien entwickelt haben, z.B. von Smart Shock oder von Wavecell mit so einer Wabenstruktur, die ebenfalls vor Rotationskräften schützen sollen. Laser hat z.B. gerade Kinetic Core vorgestellt, da sind Blöcke direkt in den EPS Korpus des Helms integriert. Da sagt natürlich jetzt jeder Hersteller, um so System ist das Beste, aber ich habe mich dumm und dämlich gesucht und keinen Test gefunden, der unabhängig bestätigt, was da jetzt dran ist. Was auch daran liegt, dass Stürze beim Fahrrad einfach so unterschiedlich sind und jedes System auch Vor- und Nachteile hat. Deswegen wieder auf Virginia Tech geschaut, und da gibt's sowohl von Kinetic Core als auch von Wavecell Modelle mit guten Ergebnissen. Ich persönlich bin es noch nicht gefahren, auch weil ich seit vier Jahren einfach happy mit Mips bin. Ich fühle mich auch recht safe, weil bei 35 der Top 50 Helme bei Virginia Tech Mips verarbeitet ist. Aber im Endeffekt wirklich jeder selber entscheiden, welches System einem sympathischer ist, nur bitte, bitte, bitte, keine Helme ohne zusätzlichen Schutz vor Rotationskräften kaufen. Please, man wird sich auch kein Auto ohne Sicherheitsgurt kaufen, nur weil da schon Airbag drin ist. Und der Preis ist übrigens kein Argument, um man Sicherheit zu sparen.

[10:40]Grundsätzlich ist die Preisspanne bei Fahrradhelm natürlich enorm zwischen 40 und 400 € plus schwanken. Aber wieder bei Virginia Tech geschaut, und da gibt's tatsächlich in jeder Preiskategorie gute Modelle. Ein Beispiel, der Specialized Align.

[10:59]Kostet nur 56 € und hat trotzdem fünf von fünf Sternen im Test abgesahnt und hat Mips. Wenn Helme teurer sind, wie der hier zum Beispiel, dann liegt es an so Dingen wie dem Gewicht, denn wenn die sehr leicht sind, dann ist der Komfort auch entsprechend größer. Oder an den verarbeiteten Materialien. Manchmal haben sie ja so eine Carbonaußenschicht, sind besonders aerodynamisch, haben eine super Lüftung oder auch solche Fancy Magnetverschlüsse von Fitlock. Was ich auch gemerkt habe, weil die hier mal kurz angedockt hat.

[11:38]Aber das heißt nicht per se, dass teure Helme auch sicherer sind. Also endlich einmal beim Fahrradfahren kann man glücklicher Schwabe sein, außer man pimpt den Helm. Inzwischen kann man ja auch mit dem halben Computer auf dem Kopf durch die Gegend fahren. Smart und so. Bei Pok haben z.B. manche Modelle einen integrierten Chip, auf dem man medizinische Informationen speichern kann, sowie Blutgruppe, Allergien etc. pp. Heißt NFC und braucht man hoffentlich nie. Noch mehr High-Tech Kram Crashsensoren gibt's von verschiedenen Herstellern, wie Abus oder Uvex. Bei Specialized heißt es Angie. und steht für Angular G-Force Indicator.

[12:22]Dieses kleine Teil kann Touren in Echtzeit erfassen und Stürze erkennen. Verbindet man mit der Specialized App, und wenn es dann eine starke Erschütterung gibt, wird automatisch ein Countdown gestartet, und wenn man den nicht beendet, werden die eingespeicherten Notfallkontakte per SMS oder E-Mail kontaktiert, inklusive GPS Standort. Kann man jetzt natürlich sagen, unnötiger Schnickschnack, aber für Leute, die viel allein fahren, ist Angie vielleicht echt keine schlechte Idee. Wobei mich das ja auch immer an die Stones erinnert.

[12:54]Ich muss das googeln. When will those clouds all disappear? So geht's weiter.

[13:06]Normalerweise fahre ich meine Sachen ja wirklich am liebsten bisher auseinanderfallen, aber beim Helm wirklich, habe ich ja schon im Intro gesagt, alle drei bis spätestens fünf Jahre austauschen. Und vor allen Dingen auch austauschen nach einem Aufprall. Selbst wenn man von außen nichts sieht, weil im Inneren die Struktur beschädigt sein kann und man so kleine Haarrisse oder sowas, die erkennt man von außen nicht. Deswegen auch Helme nicht gebraucht kaufen, nicht irgendwo Schnäppchen machen wollen, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Weil EPS nur einmal Stöße absorbieren kann. Abschließend noch mal fürs Protokoll, oben ohne geht echt gar nicht. Aber auch der beste Helm bringt nichts, wenn man den falsch angezogen hat. Deswegen an dieser Stelle bitte brav liken und abonnieren, dann gibt's die Fortsetzung zur richtigen Helmposition. Sonst stehe ich hier noch ewig vor dem Feuerholz. Und bei der kurzen Aufmerksamkeitsspanne im Internet, gilt auch bei der Länge von Fahrertutorials, Safety First. Okay, ciao.

[14:35]Diese Yoga Tutorials.

[14:41]Und vor allen Dingen auch nach einem Auspack. Einen Ausfall. Das Talent ist durch. Okay, I got this. Deswegen habe ich einen Helm auf.

[15:00]Das wollte ich wollte ich gerade schon an meinem Pferdeschwanz drehen. Das ist der Schenkelklopper.

[15:10]Deswegen auch lieber keine Helme gebraucht kaufen, bei denen man die Vorgeschichte nicht kennt, weil.

[15:20]Ja. Was war denn das jetzt? Keine Ahnung. Es war jetzt also ich dachte ja jetzt ist sie einfach hängen geblieben.

[15:35]Fahr jetzt noch mal mit dem. Ist geil, oder? Das war viel schneller als sonst, oder? Gerade auf die 3 m. Ja, also wirklich Geschwindigkeitsgewinn.

[15:45]0 auf 100.

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