Thumbnail for Alter und Demenz - Eine Woche in der Alzheimer-WG | WDR Doku by WDR Doku

Alter und Demenz - Eine Woche in der Alzheimer-WG | WDR Doku

WDR Doku

25m 12s3,039 words~16 min read
AI audio transcription
Transcript source

AI audio transcription

This transcript was generated from the video's audio because no usable YouTube caption track was available. The transcript below is server-rendered so it can be read, searched, cited, and shared without opening the original YouTube player.

Timestamped outline
Pull quotes
[0:00]Ich was mich, ich wusste noch nicht, ich wusste noch nicht, was mich beeindruckt hat.
[0:00]Eine Woche wohne ich in einer Alzheimer WG und es ist anders, als ich gedacht habe.
[0:51]Der so normal, also nichts Besonderes, aber er sah nicht schlecht aus, aber auch nicht besonders gut.
[0:51]Alle sieben Bewohner der WG in Mülheim sind dement, aber unterschiedlich fortgeschritten.
Use this transcript
Related transcript hubs

[0:00]Madonna. Ja, ich weiß nichts mehr von früher. Ja. Wie haben Sie sich kennengelernt? Weiß ich nicht mehr. Aber an ihren Mann werden Sie sich doch erinnern. Weiß ich nicht. Ich was mich, ich wusste noch nicht, ich wusste noch nicht, was mich beeindruckt hat. Die mit dem Eierlikör, das ist Margarete Sonnenschein. Die ohne, das bin ich, Donja. Eine Woche wohne ich in einer Alzheimer WG und es ist anders, als ich gedacht habe.

[0:32]Ich habe das Gefühl, dass ich auch dich lange lebe. Ja. Hallo. Hallo. Hallo.

[0:43]Hallo.

[0:51]Ja. Willst du einen Praline? Willst du mit oder ohne Alkohol? Mit. Mit. Ja, klar. Okay. Hier. Eine Trüffel. Ich weiß nicht, was mein Mann, was mein Mann gemacht hat. Ich habe Akkordeon gespielt. Ja, das kann sein, das war vielleicht an Alkohol. Das hat dich damit hat er sie rumgekriegt. Er hat mich rumgekriegt. Sah der gut aus, der Sonnenschein? Weiß ich nicht mehr, wie der aussah. Kannst du mich totschlagen? Ich weiß das nicht mehr. Nee, der war nicht. Nee. Aber ich weiß nicht. Der so normal, also nichts Besonderes, aber er sah nicht schlecht aus, aber auch nicht besonders gut. Normal. Aber er konnte gut Akkordeon spielen. Das hat mich beeindruckt. Siehst du? Bingo. Alle sieben Bewohner der WG in Mülheim sind dement, aber unterschiedlich fortgeschritten. Alzheimer haben sie alle. Die Vorstellung, dass ich z.B. meine Familie nicht mehr erkenne, finde ich furchtbar. Ich frage mich, wie lebenswert ist ein Leben, indem man alles vergisst? Ah, schön! Zum ersten Mal treffe ich Menschen, die dement sind und ich werde mit ihnen zusammenleben. So ist ein längerer Witz, ne? Oma steht im Kaufhaus vor dem Regal mit Kondomen. Super, Kondome mit Geschmack. Zu Hause angekommen, zeigt sie es dem Opa. Oh ja, beide ins Schlafzimmer, Tür zu, Licht aus. Oma: Hmm, lecker Gorgonzola. Opa: Warte, ich muss ihn erstmal überziehen.

[2:29]Die freute sich nicht. Ja. Wir gehen jetzt runter. Ja, okay. Gute Nacht. Bis morgen. Gute Nacht. Kugelschmetter auf dem Bild, links. Das? Ich teile mir ein Zimmer mit Hermine Kirchner. Sie ist 88. Kennen Sie die? Das sind Sie. Auf mich wirkt sie erstmal nicht dement. Sie erzählt gerne von früher. Sie war Filialleiterin, hat viel gearbeitet und nie geheiratet. Na ja. Da machen wir uns gemütlich. Muss ich irgendwas wissen? Passiert hier nachts irgendwas? Nee. Ich schließe nicht ab. Haben Sie Angst? Nee. Haben wir nehmen Ruhe. Für sie auch. Danke schön.

[3:23]Guten Morgen, mein Schatz. Morgen. Guten Morgen, Schatz. Ja, ich habe gut geschlafen. Ja. Haben Sie das gehört? Irgendjemand hat nachts geschrien, so laut. Es war so ein eher männliche Stimme, so eher so ein Ohh. Aber das war mehr Stöhnen. Was war das? Stöhnen. Macht ein Bewohner. Herminchen, komm. Connie Kampka ist Pflegerin hier. Gehen Sie dann zuerst ins Bad? Ja, ne? Ja. Dann gehe ich nach ihm.

[4:00]Donja. Ja. Sie ist fertig. Könnt ihr beide Zähne putzen? Vernünftig. Zwischen die Räume alles, ne? Hier gibt es keine festen Frühstückszeiten. Jeder kann so lange schlafen, wie er will. Hallo, Lilli. Sind wir denn alle krank? Haben wir irgendetwas alle? Irgendetwas haben wir, ne? Na. Jeder hat was. Jeder hat was anderes, genau. Was hat sie gesagt? Das kann man nicht verstehen. Man kann nicht alles verstehen, aber manchmal, ne? Wo denn? Hier, wir sitzen hier. Warum spricht sie denn so? Ja. Ja. Geht nicht mehr. Ich könnte es nicht. Nein. Was kann ich denn nicht mehr? Sie können nicht mehr so gut sehen. Ja, das stimmt. Und Sie sind ein bisschen vergesslich. Ja. Bisschen, ja. Bisschen, ne? Na ja, ich bin ja wie alt bin ich? 96, ne? Nein, 98. Ach, boah. Ach, boah. Die wird 93. Boah, dann ist sie ja auch schon alt, ja. Ja. Dann muss man nichts mehr fit können. Und wie alt bin ich? Ich weiß jetzt selber nicht mehr. 98, glaube ich, ja. So alt schon? Er steuert das alles, der liebe Gott. Wieso? Ist er denn lieb, der Gott? Ich hoffe schon, ja. Ist das ein Mann mit richtigen Penis? Ja, das Ja, der hat immer so lange Kleider, also gehabt. Da kann er, da kann er. Nee, aber wenn er das jetzt oben hört, Frau Sonnenschein, ne? Da gehst du da nicht so schnell hoch. Nee. Nee. Aber das ist, also, wenn man älter ist, warum will man denn sterben, ne? Aber wenn ich nicht mehr selber trinken kann, wenn ich nicht mehr auf Toilette kann selbst. Wenn ich Das merkst du selbst gar nicht, ne? Oder doch? Man merkt das selbst nicht, wenn man nicht mehr so kann.

[6:01]Aber das ist also, was ich also auch immer sage, was im Kopf vorgeht, bei dem jetzt also Menschen wissen wir nicht. Keiner von uns weiß das. Wir können nicht entscheiden, ob das ein Leben für sie ist. Weil sie leidet dabei. Aber für uns selbst? Für uns selbst, ja, aber Wenn meine Mutter sage ich mal oder Geschwister oder Kinder oder weiß, was ich bewahre Gott, also nicht mehr essen und nicht mehr trinken. Also selbstständig, aber die leben und die sind wachen. Und diese Entscheidung also zu treffen, also, wenn der Arzt oder so kommen, die muss sterben, da ist doch kein Zweck, kein Sinn und so, würde ich sagen, nein. Wenn ich das sagen habe, nein. Nee. Wie alt bin ich denn jetzt? Jesus Maria Josef und die drei Königen, also 98. 98. Mein Gott. Wer ist das denn hier? Ist das ein Mensch? Nee, das ist Lillis Hase. Ja. Der ist nicht echt. Und der tanzt.

[7:07]So, dann machen wir noch ein bisschen Quiz. Ja. Ja. Wer nahte 40 Räuber? Aladin, ne? Ali. Alibaba, ne? Was ist denn damit? Ali. Alibaba. Genau. Wer fliegt jedes Jahr in den Süden? Zugvögel. Genau.

[7:33]Sind Wale? Wer vögelt? Was hast du gesagt? Das ist aber eine Schweinerei, was ihr da sagt. Vögel stelle ich mir was anderes drunter vor. Zugvögel. Vögel. Mit Flügel? Ja, genau. Also ja, das ist klar. Ich fühle mich gerade wie bei den Golden Girls. raus aus einer Lampe. Aladin.

[7:57]Und was kriegen wir jetzt zum Belohnung? Küsschen. Also nichts. Jetzt haben wir wirklich hart. Das sieht man ja auch ganz schön. Lilli kann nicht mehr bei allem mitmachen. Und Frau Sonnenschein hat nicht immer Lust drauf. Sie verbringt viel Zeit in ihrem Zimmer mit ihrem Radio. So oder so ist das Leben. So oder so ist es gut. Alles was, weiß ich nicht, war weiter. Und mein Mann hieß, wie hieß der? Werner, ne? Der ist tot. Ja. Ja, schade. Der konnte so gut Akkordeon spielen, ne? Frau Sonnenschein. Sie sind ja jetzt 98. Denk mal an 8, bald 100. 98, 9, 100, stell dir das mal vor. Boah, wie schlimm. Aber was soll ich machen, ne? Umbringen tue ich mich nicht. Ich lasse das so weiterlaufen, bis der liebe Gott mich Leiden macht. Der macht mich noch nicht. Der sagt, du bleibst schön und

[9:05]Haben Sie denn Angst vor dem Tod? Nö, gar nicht. Ich denke, ich schlafe so ein. Auf einmal steht das Herz still. Ja. Krebs habe ich nicht, ne? Nein. Auch nicht, ne? Ich lebe das zu Ende und dann ist es gut. Ich werde verbrannt. Ich komme nicht in der Erde. Ich werd es verbrannt und dann bin ich Asche und die Asche wird verstreut im Wind. So will ich das. Nee, das ist bei mir vorbei.

[9:41]Wie alt bin ich, was hast du gesagt? 98. Ja. 9, 100 stell dir das mal vor.

[9:55]Heute ist Haarschneidetag. Alle werden hübsch gemacht. Alles für Donja. Warum? Was ist denn Donnerstag? Alter, weil Frau Sonnenschein ist ja nur 98. 98, genau. Ach du je, wie schrecklich. Wieso? Weil es alte Weiber sind. Die Männer möchten junge Weiber. Auch die alten Männer? Auch die alten, ja. Gerade die. Heute ist Haarschneidetag. Lilli, was steht hier? Lilli. Ha! Ha! Ha! Ha! Ha! Ha! Schmeiß den Hasen. Warte mal, wir, da kann man nichts hören. Warte mal. Du drückst ganze Zeit. Lass mal kurz bitte. Du machst den Hasen auseinander. Lilli. Hör mal, die Marion wird Palaber machen, der hat 6 € gekostet. Hör mal, die Marion wird Palaber machen, der hat 6 € gekostet. Hör mal, die Marion wird Palaber machen, der hat 6 € gekostet.

[10:56]Ja, haben wir gesagt, das muss doch. Ah, es geht nicht. So, jetzt geht's wieder. Oh.

[11:03]Ich laufe jetzt auch mit der Mode. Ja, gut. Die hat sie mir geliehen. Lilli, was steht hier? Was steht hier? Frau Irene Maxi. Irene. Aber daran erinnert sie sich nicht mehr. Sie hört nur noch auf Lilli. So wurde sie als Kind genannt.

[11:28]Komm, da guck dir das an. Hammerhart. Das ist so toll gemacht.

[11:40]Schön, ja, schön. Das war richtig. Ich bin ja ein bisschen unsicher, ob ich wenn ich Frau Maxein sehe, ja. Ob ich so so leben möchte später. Das ist schwer zu sagen, weil das ist also, ich fliege die Leute. Ich bin also täglich hier, ja? Und also egal jetzt, also, ob die jetzt 93, 98, also den gings schon schlecht, ja? Aber wir wir wir machen so, dass wir die wieder aufpeppeln. Ich versuch es alles. Da gibt's Momente, wo die Leute also hören auf zu essen und zum Trinken. Aber wir geben uns noch Mühe. Wir versuchen mit nur also paar Löffel und so. Wenn ich wirklich weiß schon, dass da keine Rettung mehr ist, dass der Mensch von Kopf bis zum Fuß sage ich mit Krebs, also mit Metastasen, weiß, was ich und so. Dann würde ich auch sagen, lieber Gott, nimm den. Und bei Demenz? Den. Aber bei Demenz nicht, weil Demenz bin ich also anders, andere Meinung, weil ich weiß nicht, was die denken. Ich weiß es nicht.

[12:44]Und ein paar Schrittchen. Wunderbar. Frau Sonnenschein. 24 Stunden sind Pfleger in der WG. Komm, nur drauf. Die Bewohner würden sonst wichtige Sachen vergessen, duschen, einkaufen, Medikamente nehmen. Sich wieder setzen. Ja. Und bin ich dicker oder dünner geworden? Du bist dünn, genauso schlank wie vorher. Setz dich einmal zur Seite, dann können die anderen auch drauf, ja? Heute Abend hat Jasmin Dienst. Zwischen ihr und Frau Sonnenschein liegen 70 Jahre. Wie alt bin ich? 98, ne? Genau. Wann hast du Geburtstag? April. Sie haben viel erlebt. Ja, das stimmt. Was haben Sie so alles erlebt? Aber ich habe nur einen Mann gehabt, oder nicht? Das weiß ich nicht. Weiß ich nicht. Doch den Sonnenschein. Genau. Und den Tarik hattest du. Ja, das war ein mein geliebter. Hast du den sehr geliebt? Sehr. Ja. Was hast du denn an dem geliebt? Alles. Zum Beispiel? Körper. Was war denn da so besonders dran? Ja, reich. Weiß ich gar nicht mehr, was konnte der. Eigentlich sollte man alles sich Notizen machen, ne? Man vergisst ja viel. Wenigstens, ich habe viel vergessen.

[14:07]Aber wenn wir jetzt alt sind, ne? Und hier so das wäre jetzt unsere WG. Das wird ja ganz anders aussehen. Wir hätten ja auf jeden Fall WLAN. WLAN, anderes Essen. Unsere Generation. Wir werden uns Pizza bestellen oder einen Döner kaufen.

[15:26]Ja, wir holen uns hier die DVDs und dann tun wir so als ob wir noch noch 20 wären. Und weil wir das ja eh wieder vergessen, können wir alle Staffeln immer wieder neu gucken. Voll Kosten sparen. Was ist denn da los? Wir feiern schon mal vor, Frau Sonnenschein. Wir machen Wir machen eine Party, Frau Sonnenschein. Ah, da fällt Weiber fangen wir schon mal an. Wir überlegen. Wir überlegen, was wir machen, wenn wir alt sind.

[15:59]Schmeckt? Salz? Nö. Nee. Nee. Darum haben sie denn eine Mütze auf, Frau Sonnenschein? Ich weiß auch nicht. Die lach darum, habe ich aufgesetzt.

[16:13]Madonna. Wo haben Sie die denn her? Die sieht echt gut aus. Die läuft die ganzen eigentlich läuft sie immer damit rum, wenn sie so tagsüber im Sommer vor allem.

[16:26]Die hat noch so eine große, so eine Fliegerbrille. Sie ist ganz schön modisch. Ja.

[16:35]Sieht super aus, Frau Sonnenschein.

[16:40]Ja. Komm, geh schon vor. Boah, ich kann nicht mehr diese Sonnenbrille.

[16:48]Ich ich ich frage mich, ob man ihr vielleicht eine andere geben müsste, aber das ist so.

[16:56]Ich hab mich schon dran gewöhnt. Das ist gemein zu lachen, sag mal ehrlich. Nein, die lachen ja auch mit dir. Du lachst ja doch du lachst schon über dich. Wer hat die gekauft? Ich denk mal die Cousine, aber die hat noch so eine große. Die Cousine ist 85. Äh, die andere Leute sind halt so.

[17:21]Meine Berührungsängste sind einfach weggelacht. Die dritte Nacht in der WG. Bleiben die Socken an? Sonst habe ich kalte Füße. Ja. Frau Kirchner fragt mich, ob ich mich vor dem Schlafen kurz zu ihr lege. Das ist mir am Anfang etwas unangenehm. Aber ich habe das Gefühl, sie ist einsam und ich mag sie.

[17:50]Haben Sie sich früher gedacht, dass sie mal hier in so einer Wohngemeinschaft leben werden?

[17:59]Was meinen Sie, was für schwer es hatte? Ich komme aus dem Krankenhaus. Bett abgeholt in Bitten.

[18:10]Und dann sagen die beiden so, jetzt suchen bei deine neue Wohnung. Dann sind wir hier sontags morgens hingefahren. Mhm. Ist gut. Wollten nichts mehr sagen. Und dann fing das an. Innerlich. Nervenmäßig. Das schlimmste war, das alles verkauft war.

[18:38]Können Sie sich das vorstellen? Und dass ich jetzt nicht mehr alleine laufen darf. Also das, das ist schwierig. Möchten Sie über 100 werden? Oh, das wäre mir egal. Wenn ich so gut hätte wie jetzt, warum nicht? Und wenn ich sie dann noch alle hab, wenn das hier oben dann noch stimmt. Ich weiß, ich habe das Gefühl, dass ich auch dich lange lebe. Ja. Ja, weil ich das mit dem Herz halt auch hab. Ist ja nicht nur die, die

[19:14]Wecken Sie mich morgens? Ist gut so. Mit der Demenz bestimmen also andere dein Leben. Auch wenn das vielleicht sinnvoll ist, das tut wohl am meisten weh. Danke schön. Nichts zu danken. Dann gute Nacht. Gute Nacht. Stehen Sie mal auf, Frau Sonnenschein. Warum? Weil die Oh, ich weiß jetzt schon. Das ist der größte Anstieg seit 1945. Warum? Ich will erstmal Kämmen. Elsbert ist da. Frau Sonnenscheins Cousine. Nein, mein Gott, noch mal. Geht doch gar nicht so. Ich stehe jetzt noch nicht. Wir können jetzt uns zusaufen, Gret. Gret. Und Eierlikör? Und wir haben Eierlikör, doch. Dann fängst du damit an mit Eierlikör, ne? Heute wird Karneval gefeiert. Geh. Eierlikör ist doch was Gutes. Er ist gar nicht so viel Alkohol, aber Eier. Aber ich mache gerne Eier, aber es muss schon weiß sein, ganz weiß, zum schlürfen so. Tobi. Hast du ein Partner? wir können nicht mehr, weißt du doch. Die 85, hat man keinen Partner mehr. Ich auch nicht. Sie haben einen schönen Eierlikör, das ist lecker. Ist das? Es hat genügt mir. Ich bin noch nie alleine mal weg gewesen. Durfte ich immer nicht. Meine Eltern waren streng. Mein Vater hauptsächlich. Ja, aber mit Günther Schem auch nicht. Nein. Günther Schem, wer war das denn? Der kommt mir der Name bekannt vor. Ja, dein erster Mann hieß du doch Schem. Ja. Der ist tot, ne? Ja sicher, alles. Nee, das weiß man nicht. Was brauchst du noch? Ach, das. Körperlotion.

[21:00]Guck mal die Hände. Ganz schön weiß, ne? Ob Lilli sie erkennt. Ja, muss dahin gucken.

[21:11]Ja. Alles gut? Ja. Alles gut. Das ist schön. Und dann mal. Das riecht voll lecker. Ja, siehst du. Riecht nach Sirup. Schön. Liqueur, Sirup, bisschen Wasser und einen kleinen Crushed Eis und Spritzer.

[21:30]In solchen Momenten wirkt es auf mich, als ob die Bewohner freiwillig hier sind. Ich vergesse dann kurz, dass es hier eine Einrichtung ist und keine normale WG. Aber es ist auch kein klassisches Altersheim. Kostet auch nicht unbedingt mehr. Das gefällt mir.

[22:33]Wie haben Sie das dann bei ihrer Mutter gemerkt? Dass ich das gemerkt habe. Das ist ein Prozess gewesen. Vergesslichkeit. Vergesslichkeit, aber die schon gefährlich ist. Ofen angelassen. Handtuch drauf. Im Kühlschrank wurde Abfall reingetan. Ich habe ihr mal Erdbeeren gegeben, die sind den Abfalleimer geschmissen worden und was da drin war im Kühlschrank. So und dann ist man wach geworden. Und also der ausschlaggebende Punkt war innerhalb dann von einem ganzen Jahr. Da höre ich die Tür und gehe raus. Und dann holst du dann hin? Winterstiefel, Slip, Regenschirm und Pullover im Höschen. Gut, dass ich das gehört habe, ne? Und jetzt gehen wir dann spazieren. Ja, man geht ja nichts. Wieso, ich habe da schöne Schlangebeine. Also der Werdegang war schon hammerhart. Und dann musste sie wegbringen. Äh, dann hat der Arzt gesagt, das geht nicht mehr. wird jetzt ganz rapide, ne? Die haben gedacht, ich würde mich einweisen lassen. So habe ich ausgesehen, am Zahnfleisch. Sie zu Hause zu pflegen, ging nicht mehr. Lilli wurde immer aggressiver. Das hat jetzt aufgehört. Genau. Wenn wir das vergessen haben, dann erzählst du. Und wie stellen Sie sich das vor, wenn Sie dann älter sind?

[23:49]Ich bin von meinem Natur und von meinem Sternzeichen nie jemand, der etwas verdrängt. Aber das ist ein Punkt, da gebe ich mich. Nein. Das ist etwas, was ich im Moment überhaupt nicht darüber nachdenke.

[24:04]Alles wird so, das ist korrekt macht, aber da denke ich gar nicht drüber nach. Äh, dann denke ich, ich hoffe, dass ich mit meinem Mann noch lange recht fit bin trotz unseres Alters. Und wenn das also schlimmer wird oder so, man hat wirklich was irgendwann mal kommt, da werde ich schon reagieren. Wir reagieren. Ja, ich weiß ich nicht, wie ich reagieren. Ja, was machen wir dann? Wir sind ja noch zu zweit. Also ich möchte nicht nichts können. Ich habe schon erlebt in diesen alten Heimen. Bettlägerig, nicht alleine essen können, nicht mehr sprechen, gar nichts mehr können. Möchte ich nicht. Dann würde ich zum Universum bitten, dass doch für mich Ende wäre. Das nicht. nicht da auf Krampf, weiß ich nicht. Nein. Wenn nichts mehr geht alleine, nein. Vielleicht sagt der eine oder andere, der sehr fromm ist, das geht nicht, ne? Aber dann würde ich doch sagen, dass das bisschen am Leben teil haben, wenn man nur schauen kann und Sachen, ich möchte das, wenn ich auch nicht mehr laufen könnte, aber ein bisschen mitkriegen. Gar nichts.

Need another transcript?

Paste any YouTube URL to get a clean transcript in seconds.

Get a Transcript