[0:00]zugeschaltet Sarna Röser, sie ist Unternehmerin. Guten Morgen, Frau Röser, das ist ja Live-Fernsehen. Wissen Sie, da gibt's immer ein bisschen hin und her, da muss man mal umschalten, aber ich grüße sie erstmal und danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen. Einen schönen guten Morgen. Ja, diese 1000 € Prämie, was halten Sie davon? Ja, wir hatten ja jetzt alle miteinander Zeit das Ganze über Nacht sacken zu lassen und ich muss sagen, da wacht man heute morgen auf und ist immer noch am Kopfschütteln. Ähm ich frag mich, hat man in Berlin eigentlich den Knall nicht gehört. Wir reden gerade von einer Situation in Deutschland, in der alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, alle 20 Minuten und die Unternehmer wissen nicht mehr, ob sie ihre Mitarbeiter überhaupt noch halten können, ob sie in sechs Monaten überhaupt noch da sind und die Bundesregierung kommt genau in so einer Situation mit der Idee um die Ecke, Sie haben es gerade erwähnt, ihr dürft jetzt pro Mitarbeiter noch 1000 € Krisenbonus drauflegen, freiwillig ist klar. Ähm ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, das ist keine Entlastung, das ist eine Frechheit. Die Regierung wälzt ihre Verantwortung komplett auf uns, auf uns als Unternehmer ab, die gerade kämpfen in der schwierigen Situation. Und dann verkauft die Bundesregierung das auch noch als ein großes Hilfspaket. Ich sag Ihnen da ganz klar, wie das bei uns ankommt, das ist Symbolpolitik, das ist ähm auf Kosten der Menschen in diesem Land, äh die arbeiten und dieses Land auch am Laufen halten. Ja, welche Reaktion haben Sie denn tatsächlich von Unternehmen bekommen? Also ich meine, ich könnte mir vorstellen, dass bei Ihnen sowohl die Telefone heiß klingeln, aber natürlich auch äh ihr E-Mailfach voll bis oben hin ist, oder? Ja, da ist natürlich sehr viel Frust und auch Unverständnis bei den Unternehmern auch teilweise Wut auf die Regierung, man muss es ganz offen und ehrlich ansprechen, weil äh die Regierung agiert gerade wie jemand, der an einem Haus, das eigentlich schon beim Einstürzen ist, noch schnell den letzten Bauriegel wegzieht. Ähm das Fundament in der Wirtschaft bröckelt seit Jahren. Wir haben wahnsinnig hohe Energiepreise, wir haben überbordende Bürokratie, wir haben mit die höchste Steuern Abgabenlast und statt des Haus die unsere Wirtschaft zu stützen, legt sie eigentlich immer mehr Schippen obendrauf und äh das das erzeugt Frust natürlich in der Wirtschaft und äh wie bereits erwähnt, viele wissen auch gar nicht mehr, wie sie überhaupt noch auch gut über die Runden kommen und haben jetzt sehr vielen Herausforderung zu kämpfen und da ist es für und viele Unternehmer einfach nur eine Frechheit aktuell. Ja, Frau, Sie haben auch von Symbolpolitik gesprochen, was genau müsste die Regierung denn eigentlich tatsächlich tun, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen? Ja, also in der aktuellen Situation, wenn wir über die Energiesteuer sprechen, die Energiesteuer muss dauerhaft runter und eigentlich gehört auch die CO2 Steuer abgeschafft. Äh wir wissen, der Staat kassiert über 50 % am Energiepreis und derjenige, der wirklich die Wirtschaft äh und die Bürger entlasten will, der dreht auch dauerhaft an dieser Schraube, nicht nur für zwei Monate, sondern für immer.
[3:17]Äh und die CO2 Steuer ist aus meiner Sicht eine grüne Steuer, die nie hätte kommen dürfen, diese gehört auch ersatzlos gestrichen. Wir müssen definitiv auch an die Unternehmenssteuern ran, die müssen runter, denn wenn ich als Unternehmerin mehr in der Hand habe, zahle ich freiwillig auch mehr, ohne irgendein politisches Theater und wir wissen, Deutschland gehört zu den höchsteuerländern in Europa, auf der Welt zahlen wir mit die höchsten Steuern und Abgaben, die Lohnkosten sind zu hoch und all das ist keine Naturgewalt, das ist eine politische Entscheidung und da fordere ich die Bundesregierung auch auf, ändert diese Entscheidungen. Wir Unternehmer, wir als Wirtschaft sind nicht das Problem dieses Landes, wir sind die Lösung und es wird Zeit, dass die Politik das auch endlich begreift. Sehen Sie denn tatsächlich die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands in Gefahr? Ja, absolut. Also ich sag mal, ich bin äh nach wie vor äh kämpfe ich für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Ich bin Nachfolgerin im Familienunternehmen, das über 100 Jahre alt ist und deswegen setze ich mich dafür auch so ein. Ich bin aber auch sehr viel in der Welt unterwegs. Ich komme gerade erst aus Indien, ich war in Saudi-Arabien, in Vietnam bin ich unterwegs und natürlich all diese Länder wollen an die Weltspitze und die geben richtig Gas, die haben einen Plan für ihr Land, die wissen wohin und machen auch alles dafür, dass die Wirtschaft in diesen Ländern floriert und läuft, die rollen uns als deutsche Wirtschaft auch den roten Teppich aus und wenn wir dann wiederum nach Deutschland schauen, welche Stellschrauben wir drehen, wie auch die Stimmungen in unserem Land ist, wir müssen uns einfach nur die Zahlen, Daten, Fakten anschauen. 75 % der Deutschen sind unzufrieden aktuell mit der Bundesregierung. Ähm und sehr viele glauben auch aktuell nicht, dass sie das gedreht und gewuppt bekommen und da auch noch mal ein ganz lauter und wichtiger Appell an die Bundesregierung, wenn sie nicht möchte, dass die Ränder weiter gestärkt werden, dann sollte sie die Sorgen und Nöte der Wirtschaft und vor allem auch der Bürger in diesem Land wirklich endlich mal ernst nehmen. Ein klarer Appell also von der Unternehmerin Sarna Röser. Frau Röser, ich danke Ihnen für dieses Gespräch und ich hoffe, dass Union und SPD Ihnen auch gut zugehört haben. Danke schön. Herzlichen Dank.



