[0:00]Was ist das magische Viereck der Wirtschaftspolitik und vor allem, was hat es mit Magie zu tun? In diesem Video erfährst du es.
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[0:18]Die vier Modalziele der Wirtschaftspolitik, Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung, stetiges Wirtschaftswachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht bilden zusammen das magische Viereck und sind die Säule einer Volkswirtschaft. Wenn also eine dieser Säulen ins Wanken gerät, droht das ganze System einzustürzen. Um das zu verhindern, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im sogenannten Stabilitätsgesetz festgelegt, dass die vier Ziele gleichrangig behandelt und umgesetzt werden sollen. In der Theorie klingt das super, doch das magische Viereck wird nicht umsonst mit Magie in Verbindung gebracht. Leider sind in der Realität nicht alle Ziele indifferent oder komplementär, was bedeuten würde, dass die Zielerreichung des einen Ziels die Realisierung eines anderen nicht beeinflusst oder gar unterstützt. Man müsste also zaubern können, um alle vier Ziele des magischen Viereck gleichrangig und gleichzeitig umzusetzen. Normalerweise erhalten die Ziele mit den schlechtesten Werten und Kennziffern die größte öffentliche Aufmerksamkeit, weshalb verstärkt an der Verbesserung dieser gearbeitet wird und der Vernachlässigung der anderen. Außerdem kommt es dazu, dass konkurrierende Ziele zu Zielkonflikten führen, wobei die Realisierung eines Ziels die Umsetzung eines anderen erschwert oder gar unmöglich macht. Damit du besser verstehst, wie diese Zielkonflikte zustande kommen, schauen wir uns jetzt die einzelnen Säulen und deren Bedeutung für die Wirtschaft genauer an. Die Preisniveaustabilität wird anhand der Inflationsrate eines vorab definierten Warenkorbs gemessen. Dieser besteht aus den Gütern, welche eine Gesellschaft regelmäßig konsumiert, wie Nahrungsmittel, aber auch Tabakwaren oder die Miete. Auf diese Weise ist es möglich, die Veränderung der Preise als Inflation, also einer Preissteigerung oder als Deflation zu kategorisieren. Der Preis gilt als stabil, wenn eine Inflationsrate von knapp unter 2 % vorliegt. Wird diese Grenze überschritten, können Konsumenten von ihrem Einkommen im Vergleich zu vorher weniger Güter kaufen und die Gesellschaft verliert das Vertrauen in die Währung. Der Indikator für das Wirtschaftswachstum ist das reale Bruttoinlandsprodukt. Man spricht von einem stetigen Wirtschaftswachstum, wenn die Zunahme des BIP zwischen 2 und 3 % liegt. Ob das BIP steigt oder fällt, kann die verschiedensten Gründe haben. So können z.B. geschichtliche und politische Ereignisse, der Zugang zu Rohstoffen, aber auch die allgemeine Ausgangslage eines Landes entscheidend sein, wie sich das BIP entwickelt. Durch ein stetiges und angemessenes Wachstum der Wirtschaft soll die allgemeine Erhöhung des Wohlstandes erreicht werden.
[2:54]Als Vollbeschäftigung wird definiert, wenn in einer Volkswirtschaft die Arbeitslosenquote unter 3 bis 4 % liegt. Als Arbeitslos gilt eine Person, wenn sie in keinem Beschäftigungsverhältnis steht, im Moment aber aktiv nach Arbeit sucht. Die Messung der Arbeitslosenquote gestaltet sich in der Praxis oftmals schwierig. Wenn z.B. Personen aufhören nach Arbeit zu suchen, gelten sie nicht mehr als arbeitslos. Somit sinkt zwar die Arbeitslosenquote, was aber nicht bedeutet, dass mehr Personen beschäftigt sind als zuvor. Da es sehr unwahrscheinlich ist, eine Vollbeschäftigung zu erreichen, wird auch oft von einem hohen Beschäftigungsstand als Ziel des magischen Viereck gesprochen. Einfach gesagt, wird ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht erreicht, wenn ein ausgeglichenes Verhältnis von Importen und Exporten vorliegt. Auf den ersten Blick mag das weniger bedeutend erscheinen, aber langfristig ist das sehr entscheidend für den Wohlstand einer Volkswirtschaft. Wenn beispielsweise über längere Zeit ein Leistungsbilanzdefizit vorliegt, werden ausländische Währungsreserven knapp, was im schlimmsten Fall zu einer Zahlungsunfähigkeit von ausländischen Importen führen kann. Das magische Viereck befasst sich also mit rein wirtschaftlichen Themen. Doch da sich seit dessen Entstehung die Vorstellungen und Werte in der Gesellschaft verändert haben, kann dieses volkswirtschaftliche Modell um weitere Ziele ergänzt werden, welche auf Gerechtigkeit oder die Umwelt abzielen. Fügt man zu den ursprünglichen vier Bestandteilen noch die Ziele Umweltschutz und das sogenannte Verteilungsziel hinzu, erhält man das magische Sechseck, welches wiederum um weitere Punkte zu einem magischen Achteck und so weiter ergänzt werden kann. Durch diese Ausweitung können zwar mehrere wichtige Aspekte berücksichtigt werden, gleichzeitig verstärken sich aber auch die problematischen Zielkonflikte. Einer der bekanntesten Zielkonflikte ergibt sich zwischen der Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung, also zwischen der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote. Je geringer die Inflationsrate ist, desto höher ist die Arbeitslosenquote. Dieser Zusammenhang wird durch die sogenannte Phillipskurve veranschaulicht und erklärt. Außerdem ist durch die gesteigerte Nachfrage in Wachstumsphasen neben der hohen Wachstumsrate in der Regel auch eine wachsende Inflationsrate zu beobachten. Die Preissteigerung während eines wirtschaftlichen Aufschwungs stellt sich unter anderem ein, da die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen stößt und Unternehmen um Produktionsfaktoren konkurrieren. In der Regel hat eine wachsende Wirtschaft aber auch zur Folge, dass mehr Leute arbeiten, was die Arbeitslosenquote senkt. Diese Zielharmonie der beiden komplementären Ziele Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung ist auch unter dem Namen Okuns Gesetz bekannt. So, jetzt haben wir alle Zweifel zum magischen Ecken weggezaubert und einige Zielbeziehungen geklärt, doch die Frage, wie die Ziele des magischen Viereck mit anderen Wirtschaftspolitischen Zielen zusammenhängen, brennt dir immer noch unter den Nägeln? Dann folge diesem Link und wir erklären es dir. Dir hat das Video gefallen? Noch mehr kostenlose Videos gibt's auf Studyflix.de.



