[0:00]Ihr habt euch gewünscht, dass wir mal Maltes Rolle bei GitHub kennenlernen. Was macht ein Solutions Engineer eigentlich den ganzen Tag und welche Aufgaben machen am meisten Spaß?
[0:09]Und wie viel programmiert er eigentlich noch? In dieser Folge interviewe ich Malte, um seinen Job besser zu verstehen und wir finden heraus, was sich hinter dem Jobtitel verbirgt und für wen das vielleicht auch gar nichts ist. Viel Spaß.
[0:25]Und damit hallo und herzlich willkommen zu Folge 153 des To-Do Developer Podcast mit Robin Manuel Tiel, den habt ihr gerade im Intro gehört. Er ist Director AI und Cloud beim E-Commerce Software Unternehmen JTL und ich bin Malte Lantingen, ich bin, wie ihr gerade schon gehört habt, Solutions Engineer bei GitHub. Mehr dazu erfahrt ihr später. Den Podcast machen wir aber dieses Mal wie immer privat und in unserer Freizeit. Reden aber natürlich hier manchmal über unseren Job, manchmal über Kundenprojekte und ganz allgemein über die Developer Welt und was uns so bewegt. Und ist natürlich auch was euch bewegt und nachdem wir ja meine Rolle schon, glaube ich, vor fünf, sechs Folgen mal irgendwie äh beleuchtet haben. Kam ganz viele Zuschriften von euch, dass ihr auch besser verstehen wollt, was der Malte da eigentlich den ganzen Tag macht und darum geht's heute. Aber bevor wir einsteigen, müssen wir natürlich noch Danke sagen, auch wieder an euch, danke für die ganzen Fragen, aber auch danke für den Kaffee, den ihr uns spendiert habt. Wir haben wieder richtig viel Kaffee bekommen, malte, das heißt, wir können hier wieder richtig bis spät in die Nacht coden, nörden und Podcasts aufnehmen. Und dafür ganz lieben Dank einmal an den Mark, der hat uns einen Kaffee ausgegeben. Der Uli hat sogar fünf Kaffee springen lassen. Der Markus hat uns drei Kaffee ausgegeben und der Martin hat uns schon wieder einen Kaffee ausgegeben. Ganz lieben Dank. Und wer wie Martin uns regelmäßig einen Kaffee ausgeben möchte, kann das natürlich auch über ein Kaffee Abo machen. findet ihr auch in äh bei mir Coffee. Wie immer in den Shownotes verlinkt. Genau, wir leben ja in einer Welt, in der wir alles automatisieren und wirklich wenig Klicks selber machen müssen. Also entweder, wenn ihr es regelmäßig machen wollt, freuen wir uns natürlich, weil ihr vielleicht eh jede Folge hört oder sowas, dann sagt entweder eurem Open Klabot, den ihr mittlerweile eingerichtet habt oder schließt ein Kaffee Abo ab, da freuen wir uns natürlich ganz besonders. Heute geht's aber um dich, Malte. Also so ein bisschen die Standardfrage, was machst du eigentlich beruflich? Und da wird mich mal interessieren, wie erklärst du das denn deiner Familie oder deinen Freunden so in einem Satz. Was macht ein Solutions Engineer bei GitHub vielleicht für Leute, die jetzt nicht wahnsinnig tief auch in dieser ganzen IT Welt drin sind, wie erklärst du es deiner Mutter, was machst du da eigentlich den ganzen Tag? Ja, das ist gar nicht so einfach, weil das natürlich verschiedene Themenfelder involviert, mit denen man vielleicht gar nicht so viel zu tun hat, nämlich einmal diese Corporate Welt, wo es halt darum geht, irgendwie Softwareprodukte bei Unternehmenskunden zu platzieren und in den Einsatz zu bringen und auf der anderen Seite das ganze Thema Softwareentwicklung, was ja für einen Großteil der Bevölkerung natürlich nicht für diejenigen, die hier zuhören, aber ein Großteil der Bevölkerung auch irgendwie so ein Buch mit sieben Siegeln ist. Und ich arbeite halt in einer Firma, die ähm Tools für Softwareentwickler herstellt und äh eine Plattform baut, auf der man Software entwickeln kann. Und meine Aufgabe ist es, da Großkunden, Unternehmenskunden dabei zu unterstützen, diese Software einzuführen, möglichst effizient einzusetzen und ähm dort alle technischen Fragestellungen bei der Einführung zu beantworten und das fasst es, glaube ich, aus meiner Sicht ähm ganz gut zusammen. Okay, für alle, die jetzt nicht so viel damit anfangen können, auch in dieser Tech Welt. Wenn du jetzt den Job mit einer von den vielleicht bekannteren Rollen beschreiben müsstest, würdest du sagen, du bist eher sowas wie ein wie ein Konsulten, also ein Berater. Oder bist du eher ein Entwickler oder bist du eher im Sales, also im Vertrieb, was was würdest du sagen so von diesen klassischen Rollenbildern kommt dem am nächsten, was du da machst? Man könnte glauben, wir hätten nicht nur die Fragen vorbereitet, sondern auch die Antworten, weil das ist eigentlich eine super Vorlage, weil es letzten Endes alle drei Rollen in einer sind und ich glaube, das macht diese Rolle eines Solution Engineers, bei manchen Unternehmen heißt es auch Solution Architect, so aus, dass man da sowohl Aufgaben als Konsulten wahrnimmt, das heißt, man unterstützt bei technischen Fragestellung und hilft die bestmögliche Lösung auf Basis des Produktes aufzubauen, was man vertritt. Gleichzeitig äh muss man verstehen, wie Softwareentwicklung funktioniert, das heißt, ähm alle bei uns im Team haben irgendwann mal ihren in ihrem Leben professionell Software entwickelt und wissen, wie der ganze Softwareentwicklungsprozess aussieht, mit welchen Herausforderungen man dort zu kämpfen hat. Und die Rolle ist angesiedelt im Vertrieb, sprich Sales und äh wir unterstützen unsere Kolleginnen und Kollegen, die halt als Accountmanagerin, Accountmanager die ganzen Verträge und das Finanzielle mit den Kunden Regeln mit unserer technischen Expertise und halt dem ähm Background als Software Developer. Das heißt, du hast ja gerade schon gesagt, du bist schon irgendwie auch an den Sales angeschlossen und ich habe mir jetzt auch mal auf GitHub die Rollenbeschreibung quasi durchgelesen und noch durch steht, dass es eine technische Pre-Sales Rolle ist. Was heißt das so für dich im Alltag konkret? Also wie stark bist du wirklich in so Sales Prozesse eingebunden? Musst du auch irgendwelche Schätzungen machen zu wie groß ist jetzt irgendwie hier dieser Deal, an dem du arbeitest? Musst du Zahlen getrieben bist du, was also wie sieht denn für dich eigentlich so so ein typischer so ein typischer Kunden Engagement Prozess auskommen, dass er von so einer Zahlenseite holt der Vertrieb dich irgendwie dazu. Musst du selber neue Opportunitäten aufmachen? Vielleicht kannst du da mal so ein bisschen durchführen, ich glaube, dann versteht man auch so ein bisschen, ja, wie so ein typisches Engagement aussieht und an wen du intern bei GitHub und auch natürlich an wen du ja deine Ansprache den Kunden adressiert, ich glaube, dann versteht man auch so ein bisschen, womit welchen ja Touchpoints du in Berührung kommst. Ja, das waren jetzt relativ viele Fragen auf einmal und Ist ja auch ein Interview. Ja, vielleicht fangen wir da mal vorne an. Du hast gerade Pre-Sales genannt, also vor dem Vertragsabschluss und das trifft es nicht so ganz, weil wir natürlich auch gerade bei uns, die wir mit Großkunden arbeiten und da muss ich gleich noch mal ein bisschen weiter ausholen, ähm diese Kunden natürlich ähm nicht nur unterstützen, bevor sie sich für unsere Lösung entschieden haben, sondern auch danach und nicht bei allen diesen Kunden haben wir Post Sales Kolleginnen und Kollegen, das heißt, ähm wir unterstützen die Kollegen auch nach dem Vertragsabschluss weiterhin und ohnehin leben wir ja mittlerweile in einer Welt, wo man Software as a Service einsetzt und auch solche Nutzungsbasierten Dienste, bei denen es gar nicht mehr diesen klassischen Vertragsabschluss gibt. Das Schöne an meiner Rolle ist, dass ich wirklich nur für die technischen Themen verantwortlich bin und unterstütze dann die Kollegen, die diesen eher finanziellen Teil des Vertriebsprozesses steuern mit technischer Expertise und halt dem ähm Background als Software Developer.
[22:52]Das heißt, es gab in deiner Karriere irgendwann mal so einen Moment, wahrscheinlich war das dann als du ins Program Management gewechselt bist. Korrigier mich gleich gerne. Wo du halt auch irgendwann mal für mich gemerkt hast, okay, ich bin jetzt nicht mehr hauptsächlich Entwickler, sondern ich bin jetzt eher in Richtung Beratung in Anführungszeichen oder so Pre-Sales unterwegs und nehme mein Entwicklerwissen mit, um mit Entwicklern über ein bestimmtes Produkt, über eine bestimmte Plattform zu sprechen, was ja auch ne irgendwo technischer Vertrieb ist. Es haben wir eben schon gesagt, aber hast du da überlegt, als als dieser Punkt kam, so soll ich das machen? Also ich bin ja ich komme jetzt aus ich habe ja vor kurzem eine ganz ähnliche Entscheidung getroffen, deswegen interessiert mich das was hast du da Sorge, dass was verloren geht oder dass man sagt, okay, ich werde jetzt wahrscheinlich nicht mehr jeden Tag programmieren? Ja, ich glaube, zu dem Zeitpunkt schon, aber auf der anderen Seite, ähm war das eine bewusste Entscheidung, dass ich gesagt habe, ich möchte jetzt nicht mehr jeden Tag irgendwie fünf, sechs Stunden Code schreiben, sondern ich möchte mehr dabei helfen, möglichst gute Software zu entwickeln und ähm das war dann in der Aufgabe als Product Owner eher dann äh konzeptionell, wo man darüber geredet hat, okay, was wollen wir eigentlich bauen? Ähm hab dann natürlich da die Softwareentwicklungsteams sehr eng unterstützt, aber jetzt halt auch über das Tooling, was wir bereitstellen, unterstütze ich ganz viele Unternehmen dabei, hoffentlich noch bessere Software zu bauen. Und ähm durch diese Entwicklung der letzten zwei Jahre ist dann so ein so ein bisschen die die FOMO zurückgegangen, nachdem ich irgendwie gedacht habe, umso länger ich nicht mehr jeden Tag mehrere Stunden Software schreibe, umso schwieriger wird es irgendwann da wieder reinzukommen. Und jetzt sind wir an einer Welt, wo ich denke, ja vielleicht braucht man da gar nicht mehr reinkommen, weil die meisten von uns vielleicht bald gar nicht mehr so viel Software selber schreiben werden. Ich glaube, das hängt dann je nach Branche davon ab, wie der Prozentsatz dann am Ende aussieht. Aber ganz viele von euch, die zuhören oder auch was du mir regelmäßig erzählt, erleben das wirklich schon, dass dass sich der Alltag verändert. hin äh dazu, dass man mehr in dieser Product Owner Rolle ist, dass man Spezifikationen schreibt und die Features beschreibt und dann sicherstellt und da kommen dann wiederum die Tools ins Spiel, sicherstellt, dass die Qualität trotzdem noch stimmt, dass man dann entsprechend über Linting, Security Scanner etc. einfach noch mal diese nicht veränderbare Wahrheit hat, um sicherzustellen, dass das was hinten rauskommt, wirklich sicher ist und nicht nur irgendwo oberflächlich ähm ja das tut, was es soll, gemäß der Anforderung, sondern das auch die Qualität des Quellcodes stimmt, aber dass man selber von diesem Quellcode gar nicht mehr so viel selber geschrieben hat, von daher ist jetzt so über die letzten zwei Jahre durch diese KI Welle bei mir so ein bisschen dieses mulmige Gefühl ist irgendwann der Punkt erreicht, wo ich vielleicht zu lange nicht mehr regelmäßig große Mengen Code geschrieben habe.



