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Frankreich wird zur Republik I Französische Revolution I musstewissen Geschichte

MrWissen2go Geschichte | Terra X

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[0:00]In diesem Video erkläre ich euch, wie die französische Revolution nach den ersten umwälzenden Schritten weitergeht. Denn wenn sich eine solche Revolution ereignet, die alles neu macht und die auch noch relativ blutig abgelaufen ist, dann bleibt das natürlich nicht ohne Folgen. Alles, was ihr dazu wissen musst, jetzt.

[0:22]Schon am Beginn der französischen Revolution stürzt die alte Ordnung in sich zusammen. Der König muss eine Verfassung unterschreiben, die seine Macht beschränkt, das Feudalsystem wird abgeschafft. Die Adeligen und Geistlichen verlieren ihre Sonderrechte. Die Menschen- und Bürgerrechte werden verkündet. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit haben sich durchgesetzt und jo, zack, fertig. Na ja, nicht so ganz. Schauen wir uns erst einmal die Verfassung an, die die Nationalversammlung verabschiedet. Das wichtigste Ziel ist es, die absolute Macht des Königs einzuschränken. Der König und seine Regierung müssen jetzt Gesetze umsetzen, die von der Nationalversammlung gemacht werden. Damit ist die Gewaltenteilung, wie sie in der Aufklärung gefordert wurde, tatsächlich umgesetzt. Außerdem dürfen die Menschen jetzt die Berufe ergreifen, die sie auch wirklich wollen. Das Kirchengut wird eingezogen, eine Nationalgarde unter dem Oberbefehl des Parlaments wird aufgestellt. Die Privilegien und Sonderrechte des Adels sind abgeschafft. In dem Video über den Beginn der französischen Revolution, dass ihr übrigens findet, wenn ihr oben auf das I klickt, da habe ich euch erzählt, dass die Abgeordneten, die für das Volk, den dritten Stand gesprochen haben, Anwälte und Kaufleute waren. Damit waren 4 Millionen Bürger in der Nationalversammlung vertreten, aber die mehr als 20 Millionen Bauern und Landarbeiter blieben eigentlich außen vor. Und so sieht dann auch die Verfassung aus, die verabschiedet wird. Denn die politische Mitwirkung, das Wahlrecht bekommen nicht alle. Die Verfassung bestimmt ganz genau, wer aktiver Staatsbürger ist und auch wirklich wählen darf. Man muss mindestens 25 Jahre alt sein. Man muss eine direkte Steuer bezahlen, die wenigstens dem Wert von drei Arbeitstagen im Monat entspricht. Man darf nicht Lohnempfänger sein. Man muss Eigentümer oder Nutznieser eines Besitzers sein oder mindestens Mieter einer Wohnung und das trifft auf viele Menschen nicht zu. Das heißt also, mitmachen dürfen nur diejenigen, die ein Mindestvermögen besitzen. Man nennt ein solches Wahlrecht Zensuswahlrecht. Die meisten Leute in Frankreich haben deshalb immer noch nichts zu sagen, denn sie sind zu arm, um wählen zu dürfen. Frauen sind sowieso ausgeschlossen. Nochmal, wir reden von mehr als 20 Millionen Bauern und Kleinbürgern. Die bleiben auch nach der Revolution arm, denn die Großbürger, die bedienen sich jetzt. Z.B. kaufen sie den Besitz auf, der der Kirche und den Adeligen genommen wurde. Deshalb fordern radikale Revolutionäre, dass die Revolution nicht stehen bleiben darf, sondern dass sie weitergehen muss. bis wirklich alle Bürger frei und gleich sind. Man nennt diese Leute Sanqlotten und sie beschreiben sich selbst so: Ein Sanqlotte ist einer, der immer zu Fuß geht, der keine Millionen, keine Schlösser besitzt und der keine Diener hat, der arbeitet. Er hat immer einen Säbel blank, um allen Feinden der Revolution die Ohren abzuschneiden. Sanqlotten bedeutet wörtlich Leute ohne Kniehosen. Also Leute aus der Unterschicht, die lange Hosen trugen und sich so vor den Adeligen und den Großbürgern unterschieden haben, die eben stylische Kniehosen getragen haben. Gut, stylisch ist relativ, damals war das hier ziemlich angesagt. Die Unterschicht will also endlich auch was von der Revolution haben. Für die Großbürger ist die Revolution dagegen eigentlich schon beendet. Sie haben genau das erreicht, was sie wollten. Die bürgerliche Revolution steht aber noch von einer zweiten Seite unter Druck. Denn da gibt's ja noch tausende Adelige und natürlich den König, die wollen, dass die Änderungen der neuen Verfassung wieder aufgehoben werden und die Adeligen wieder ihre Privilegien, ihre Sonderrechte zurückbekommen. Mehr als 40.000 Adelige sind aus Frankreich geflohen. Sie wollen die Revolution beenden und die alten Verhältnisse wiederherstellen. Mitten in dieser schwierigen Lage entschließt sich der König Ludwig der 16. zur Flucht. Er verkleidet sich als Kammerdiener und reist dann mitsamt seiner Familie aus Paris ab. Er will sich mit den geflohenen Adeligen treffen, um eine Armee aufzustellen, mit der er Frankreich zurückerobern kann. Aber das große Problem ist, schon am Abend desselben Tages wird er entdeckt und nach Paris zurückgebracht, wie ein Gefangener. Die Menschen in Paris sind nicht gerade begeistert von ihrem König. Und radikale Revolutionäre nutzen die Lage, um die Monarchie zu beseitigen. Sie fordern die Absetzung des Königs und veranstalten eine Massendemonstration. Aber die Mehrheit in der Nationalversammlung lässt die Nationalgarde die Demonstration mit Waffengewalt auflösen und schon wieder sterben viele Menschen. Der König wird gezwungen, den Eid auf die neue Verfassung zu leisten. Damit stimmt er seiner Entmachtung zu, er ist zwar noch König, aber wirklich zu sagen hat er nichts mehr. Die Lage bleibt trotzdem schwierig, weil die Menschen ja immer noch zu wenig zu essen haben. Immer wieder gibt es in Paris und auch in anderen Orten von Frankreich große Unruhen. Aber im Moment müssen sich die Anführer der Revolution mit anderen Sachen befassen. In ganz Europa, besonders in Preußen und in Österreich, bekommen die Herrscher Angst, dass es auch in ihren Ländern zu Revolutionen kommen könnte. Deshalb wollen sie das Revolutionäre Frankreich militärisch besiegen und die alte Ordnung wiederherstellen. Die Nationalversammlung erklärt Österreich den Krieg. Aber Preußen und Großbritannien stellen sich auf die Seite Österreichs und die Nationalgarde, die neue Bürgerarmee, ist den feindlichen Profiarmeen nicht gewachsen und verliert einige Schlachten. Die Feinde dringen in Frankreich ein. Und da steigert sich die Wut gegen den König noch weiter, der ja auf einen Sieg der Feinde der Revolution hofft. Die Pariser Bürger stürmen das Schloss und der König flieht zur Nationalversammlung, wo er aber festgenommen wird. Der König wird abgesetzt. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten gibt es in Frankreich keinen König mehr. Frankreich ist jetzt eine Republik, also ein Staat, indem das Volk bzw. eine von Volk gewählte Regierung die Macht hat. Sofort werden neue Wahlen durchgeführt, bei denen alle Bürger abstimmen dürfen. In diesem Parlament, dem Nationalkonvent, sind die Jakobiner besonders einflussreich. Diese Jakobiner sind radikale Verfechter der Revolution. Und einer der mächtigsten Wortführer ist Maximilian Robespierre. Er stellt den Antrag, den König zum Tode zu verurteilen. Ludwig muss sterben, weil das Vaterland leben muss, sagt er. Und tatsächlich beschließt der Nationalkonvent mit knapper Mehrheit, dass der ehemalige König hingerichtet werden soll. Am 21. Januar 1793, im vierten Jahr der Revolution, wird Ludwig der 16. mit einer Guillotine geköpft. Und er ist nicht der letzte, der diesem Gerät zum Opfer fällt. Denn die Jakobiner haben Angst, dass die Revolution scheitert. Wie sich diese Revolution radikalisiert, das erfahrt ihr im weiteren Verlauf der französischen Revolution. Bis dahin könnt ihr euch auch noch mal anschauen, wie alles begann. Und wenn ihr Fragen habt zur französischen Revolution oder auch zu anderen geschichtlichen Themen, dann meldet euch, postet es in die Kommentare, wir sind für euch da, versprochen.

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