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Welche Macht hat Desinformation? | 42 - Die Antwort auf fast alles | ARTE

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[0:07]Fotografen und Filme waren Abbilder der Realität, eine Quelle von Informationen.
[0:07]Was aber wenn mittels künstlicher Intelligenz täuschend echte Medieninhalte erstellt werden können, die nicht echt sind.
[0:07]Wir bewegen uns im Moment in eine Welt, in der diese Behauptung, man kann ja nichts mehr glauben, sich sieben Meilenstiefeln anzieht.
[0:07]Bestimte Techniken können Informationen erzeugen, die nie existiert haben, indem sie Stimmen nachbilden oder falsche Gesichter kreieren.
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[0:07]Lange Zeit war es doch so. Fotografen und Filme waren Abbilder der Realität, eine Quelle von Informationen. Sie galten als echt. Was aber wenn mittels künstlicher Intelligenz täuschend echte Medieninhalte erstellt werden können, die nicht echt sind. Wir bewegen uns im Moment in eine Welt, in der diese Behauptung, man kann ja nichts mehr glauben, sich sieben Meilenstiefeln anzieht. Bestimmen. Bestimte Techniken können Informationen erzeugen, die nie existiert haben, indem sie Stimmen nachbilden oder falsche Gesichter kreieren. Wie gefährlich sind Deep Fake und Desinformationen und wie finden wir heraus, was stimmt und was nicht?

[1:04]Meine Regierung wird zum fünften Todestag von Walter Lüke ein Verbot der Partei Alternative für Deutschland. In diesem Video möchte Olaf Scholz die AFD verbieten. Doch das hat er nie gesagt. Es ist die Fälschung einer Aktivistengruppe. Wir müssen uns erneut bei Ihnen entschuldigen. Seit Jahren lügen wir Ihnen dreist ins Gesicht. Sag Susanne Daubner von der Tagesschau. Nein, nicht sie? sondern ein Computergeneriertes Stimmduble. Künstliche Intelligenz mit deren Hilfe Nachrichten, Interviews oder sogar öffentliche Auftritte gefälscht werden, das ist keine Science Fiction, sondern Realität. Und also jetzt mein Gesicht, dass man hier sieht durch ein beliebiges anderes Gesicht ersetzen.

[1:52]Und dann steuert quasi mein Gesichtsausdruck nur noch dieses neue Gesicht, aber man sieht eben jetzt eine andere Person auf meinem Kopf Die Videosoftware Sora beispielsweise von Open AI generiert mittlerweile Videomaterial, das sehr fotorealistisch wirkt. Nur wenn es immer schwieriger wird, echtes von unechten zu unterscheiden, was bedeutet das gesellschaftlich gesehen etwa für das Vertrauen? Wir haben euch gefragt, wie es mit eurer Angst aussieht, falschen Informationen oder Deep fakes auf den Lein zu gehen. In Frankreich haben 70% dieser Angst. Deutschland fast gleich viele mit 64 %. Fangen wir mal ganz grundsätzlich an. Wir können unterscheiden zwischen des Information und Fehlinformation.

[2:45]Des Information besteht aus Informationen, die absichtlich in Umlauf gebracht werden, um zu täuschen. Sie ist darauf ausgelegt uns in die Irre zu führen. Fehlinformationen sind zwar Informationen, die falsch sein mögen, aber ohne die Absicht uns zu

[3:07]Klar, eine unabsichtliche Falschinformation ist nicht das gleiche wie eine bewusste Lüge. Etwas, wenn wir die Süßigkeiten aufgegessen haben und das abstreiten. Das allerdings wäre noch keine Desinformation. Immer der Desinformation verbreitet, zielt auf eine breitere Öffentlichkeit.

[3:30]Der t jetzt nicht einzelne Personen an oder eine kleine Gruppe, sondern also man würde diesen Begriff eher im Zusammenhang mit sowas wie öffentlicher oder medialer Kommunikation Kampagnen verwenden. Vorläufer dessen, was heutzutage als Desinformation bezeichnet wird, gab es in der Vergangenheit immer wieder. Ein Beispiel. Die Protokolle der Weisen von Sion, ein antisemitisches Pfand, das 1903 in Russland veröffentlicht wurde und angeblich die Pläne einer jüdischen Weltverschwörung enthüllte. Ein Fake. Trotzdem hält sich der Glaube an diese Verschwörung bis heute, z.B. in Rechtsextremen Kreisen oder auch bei der Hammas. Häufig wird Desinformation von Geheimdiensten genutzt, im Rahmen sogenannter aktiver Maßnahmen. Damit sind strategische Täuschungen gemeint, etwa um die eigene Öffentlichkeit oder die des politischen Gegners zu manipulieren. Aktive Maßnahmen enthalten immer ein Element der Desinformation, indem z.B. Inhalte gefälscht werden oder durch Täuschung geschafft werden. oder von einer Person in Umlauf gebracht werden, die vorgibt jemand zu sein, der sie nicht ist. Ein Beispiel für so eine Desinformationskampagne. Der sowjetische Geheimdienst streute das Gerücht, dass AIDS in US-Laborren entwickelt wurde, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zu schädigen. Wie erfolgreich war diese Lüge. Eine Studie der Rand Corporation und der Oregon State University von 2005 zeigte, dass fast 50 % der afroamerikanischen Bevölkerung glaubte, sei künstlich erzeugt worden. 12 % waren der Ansicht, die CIA Stecke dahinter. Die soziale Ungleichheit machte die schwarze Bevölkerung anfälliger für diese Desinformation. So sollte die Spaltung in der US Gesellschaft ausgenutzt werden. Die Sache wurde in den Medien thematisiert und West, dass die US-Regierung Aids verbreitete. Desinformation klingt erstmal sehr abstrakt. Welche Methoden werden dabei genutzt? Es gibt eine breite Palette von Techniken, die in solchen Kampagnen verwendet werden. Geheimdienste haben in der Vergangenheit häufig Dokumente gefälscht. Diese wurden dann an die Presse gestreut. Ein besonderer Erfolg war es, wenn sie von allen aufgegriffen wurden.

[5:50]Man kann natürlich einfach Dinge behaupten, die nicht wahr sind, also falsche Zahlen in Umlauf bringen, gefälschte Statistiken und so weiter. Mit digitalen Medien verändern sich auch die mit den Nationen, also Geschichten, die einfach nicht stimmen, Dokumente, die angeblich irgendetwas belegen, die das aber in Wirklichkeit nicht belegen.

[6:29]Schnipsel aus angeblichen Leaks, die zum Teil echt sind und zum Teil gefälscht.

[6:41]So wurden vor der französischen Präsidentschaftswahl 2017 E-Mails aus dem Lager Emmanuel Macron gehackt und verbreitet. Manche darunter gefälscht. Sie sollten Macron unter anderem Drogenkonsum unterstellen. Man kann auch andere Tools verwenden, um falsche Inhalte zu produzieren. kann man mit Hilfe von KI die Stimme oder das Aussehen einer Person nachahmen und ein Video oder einen Audioclip von etwas erstellen, dass sie nicht gesagt hat.

[7:13]Deep Fake sind realistisch wirkende digitale Manipulationen, etwa von Videos in denen Personen imitiert oder verändert werden. Das sind oft spaßige Filme. Es kann aber auch durchaus politisch werden. In Moldau gab es tatsächlich ein Beispiel von einem Diepfacke, bei dem angeblich die Präsidentin im Hitup ihr Amt niedergelegt hat in Wahrheit war das tatsächlich eine Ausnahme in, mit der man diese Szene aufgenommen hat und über die man dann das Gesicht der Präsidentin gelegt hat.

[7:49]Klar, auch früher gab es Fälschungen. Doch man musste nicht bei jeder Nachricht oder jedem Bild davon ausgehen, dass es gefälscht sein könnte. Heute ist das Wir wissen häufiger nicht mehr, ob das was wir sehen oder hören wirklich echt ist. Was bedeutet dieser Vertrauensverlust in unsere Informationen?

[8:14]Was Desinformation im Grunde ist, ist sowas wie das Falschgeld des öffentlichen Diskurses. In dem Moment, indem ich mir nicht mehr sicher sein kann, ob all die 20er, die mir gerade in die Hand gedrückt werden echt sind, wird mir das Einkauf im Supermarkt auch zunehmen Verrfall. Eine Wirtschaft, in der die Menschen dem Wert des Geldes nicht mehr vertrauen, kommt in große Schwierigkeiten. So ähnlich ist das auch mit Informationen. Wenn man mittelfristig dem was man medial und von der Politik hört, grundsätzlich nicht mehr trauen kann, dann bricht auch das System Demokratie zusammen. Gibt es gegen all diese Gefahren durch Desinformation auch ein Gegenmittel? Ein Leuchtturm der Fakten und der Wahrheit Wir vertrauen können? Vielleicht die Wissenschaft? Leider ist die Sache nicht so einfach. Machen wir uns das an einem gut erforschten und populären Beispiel klar. Dem Rauch. Bereits seit Jahrzehnten galt es als erwiesen, dass Rauch schädlich ist und abhängig macht. Wie aber kam es dann zu diesen legendär geworden Aufnahmen.

[9:22]Sagten noch 1994 die Vorstandsvorsitzenden der großen US Tabakunternehmen in einer Kongressanhörung. Die Hauptstrategie der Tabakindustrie bestand darin, Zweifel zu sehen.

[9:40]Sie hat zunächst behauptet, dass es noch viel Un Gewissheit in der Forschung gäbe und dass sich die Wissenschaftler immer noch uneinscheiden. Dafür hat die Industrie einzelne Wissenschaftler rekrutiert, die abweichende Ansichten haben. Diese sollten sie im Fernsehen und Radio verbreiten, um den Eindruck einer wissenschaftlichen Debatte zu erwecken. Während in Wirklichkeit die überwiegende Die Mehrheit der Wissenschaftler wusste, dass Tabak schädlich ist.

[10:10]So wurden Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen gestreut, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krankheiten wie Lungenkrebs belegen oder Studien, die die gesundheitlichen Risiken des Passivrauchs in Zweifel gezogen.

[10:27]Eine weitere Strategie war eine Art Irritation wie Sie einsetzen, indem die Aufmerksamkeit von Tabak auf etwas anderes gelenk wird. Magie funktioniert, indem sie das Auge lenkt. Ich habe z.B. einen Reifen und ich lenke sie mit meinem sexy Assistenten ab, während ich die Karte aus dem Stapel ziehe. Die Tabakindustrie nutzte diese Strategie, indem sie Forschung zu anderen Ursachen für Krebs oder Herzerkrankungen finanzierte, etwa Studien zu Asbest. Das war keine Lüge. Asbest verursacht Krebs, aber Es geht nicht darum in der Regel wirklich sicher gestellt oder zu behaupten, dass das Gegenteil der Tatsachen richtig ist, sondern es reicht in der Regel dafür zu sorgen, dass die Leute das Gefühl haben, dass man es noch nicht so genau wissen kann. Einer der Wissenschaftler, der sich laut Recherchen von Naomi Oreskes an Desinformationskampan Konzum herunterspielte, aber auch hinsichtlich des Klimawandels. Zu diesem Thema gibt es jede Menge Desinformation, denn es geht um viel Geld.

[11:43]Die Wissenschaft weiß seit dem 19. Jahrhundert, dass bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe CO2 produziert wird, welches in die Atmosphäre gelangt, wo es den Planeten erwärmt. Diese Vorhersage hat sich bewahrheitert. Und wird trotzdem von einigen Menschen immer wieder angezweifelt. Im Fernsehen erklärt ein Klimawissenschaftler von einer Universität oder dem IPCC die Klimawissenschaft. Dann stellt der Moderator Fred Singer vor, der sagt: "Nun, es gibt viele Zweifel. Wir wissen es nicht wirklich. Die Modelle sind nicht zuverlässig. Als Zuschauer gewinnt man den Eindruck, dass wir es wirklich nicht wissen, dass die Forschenden immer noch debattieren. Und wenn das so ist, dann könnte es verfrüht sein, eine Regierungspoltik zu unterstützen, um das Problem anzugehen. Genau, das ist Das war die Händler des Zweifels wollen. Dafür haben Unternehmen aus der fossilen Energiewirtschaft ein Netzwerk an Institutionen aufgebaut, die den Anschein unabhängiger Wissenschaft erwecken, aber eigentlich Lobbyarbeit betreiben und damit versuchen den wirtschaftlichen Konsens in Frage zu stellen. Laut Analysten des US Sozialwissenschaftlers Robert Brol, gibt es über 100 Denkfabriken, die den Menschengemachten Klimawandel öffentlich anzweifeln. Nach Ruls Recherchen erhalten sie zusammen jährlich etwa 1 Milliarde Dollar von einigen Geldgebern aus der Industrie. Gleichzeitig zeigt der Weltklimatic seit Jahren auf, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima bewiesen ist. Okay, nun könnten wir mit dem Finger auf Geheimdienste oder reiche Finanzier zeigen, die uns mit Desinformation täuschen. Schuldfrage geklärt. Aber ist es so einfach?

[13:33]Nein, ist es nicht. Denn es gibt noch eine Kraft, die eine Mischung trägt und sie ist näher an uns dran, als uns lieb ist. Viel näher. Genau genommen ist sie in uns drin. Wir ändern sehr ungern unsere Meinung und wir hören deswegen gerne Dinge, die unsere Meinung bestätigen und ungern Dinge, die unserer Meinung widersprechen. Das ist was, was in den sozialen Medien besonders einfach geworden ist, weil da kann ich mir mein Informationsport und umständen so zusammenstellen, dass ich eben ganz besonders viele Dinge höre, die zu meinem Weltbild passen und ganz besonders viel in die zu meinem Weltbild nicht passen. Wer schon immer dachte, dass Zucker gar nicht so ungesund ist, wird eher an eine Nachricht glauben, die das bestätigt, auch wenn sie falsch ist. Psychologen nennen diese Neigung den Confirmation Bias, den Bestätigungsschfeiler. Wie genau funktioniert der? Nehmen wir mal an diese Kugeln hier in der Schüssel, das ist so ein mediales sozial mediales Informationsport, das man so begegnet. Da ist auch ein bisschen Unterhaltung dabei, alles mögliche und irgendwie vielleicht irgendwie qualitativ hochwertiger, total neutraler, sauberer recherchierter Journalismus. Dann besagt der confirmation Bias, ich werde vermutlich eher die Kugeln hier rausnehmen, also mir genauer angucken, den Artikel zu Ende lesen, ihn vielleicht sogar weiter verbreiten, der zu meinem Weltbild passt.

[15:10]Unsere psychologischen Selektionsmechanismen formen also ganz nach Pepi Langstrumpf, unser Weltbild nach unseren Vorstellungen zurecht. Und das unter den heutigen Bedingungen einer hyperbeschleunigen Aufmerksamkeit. Nachrichten werden im Sekundentakt auf unser Handy gepusht, unser Gehirn mit Informationen überschüttet. Dabeuten die Algorithmen der sozialen Plattformen unsere psychologischen Mechanismen zusätzlich aus. Indem etwa Facebook, TikTok und X, Inhalte bevorzugen, die starke Gefühle hervorrufen und hohe Interaktion erzeugen. Emotionalisierende Inhalte, aufregend, wütend machende Inhalte erzeugen, das meiste Engagement, also die meisten Kommentare, die meisten Shares, die meisten Likes und anderen Emotionen. Die Desinformation hat in sozial medialen Ökosystemen ein Strategischen Vorteil. Laut einer Studie der Zeitschrift Science aus dem Jahr 2018, verbreiten sich falsches, etwa 70% schneller als wahre Nachrichten, da sie häufiger emotionale Reaktionen wie Überraschung oder Empörung hervorrufen. All das kann dazu führen, dass wir in einer Art Echo Kammer landen, in der wir immer wieder ähnliche Meinungen hören. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Gruppe wir uns zugeehrt fühlen. Wir alle fühlen uns in der eigenen Blase am Wohlstand. Informationsverwaltungsapparat in unserem Kopf, der bevorzugt Informationen verarbeitet zu dem passend, was wir schon glauben, auf der anderen Seite haben wir ein sozialmediales Ökosystem, das uns Informationen liefert, die zu dem passen, was uns augenscheinlich gefällt. Wenn diese beiden Systeme jetzt aufeinander treffen, haben wir ein perfektes Ökosystem zur Verbreitung und zum Einsatz von Desinformation. Besonders Nachtvoll wird dieser Zusammenhang, wenn es um Politik, vor allem um Wahlen und Abstimmungen geht. Eines der am besten gewünschten Beispiele für Desinformation als Wahlbewirkung ist der amerikanische Wahlkampf 2016. 2016 war ein Wegruf. Sowohl für die Unternehmen im Silicon Valley als auch für die USA und andere liberale Demokratien, die nicht viel darüber nachgedacht hatten, welche Rolle Desinformation im Zusammenhang mit einer Wahl spielen kann. zu verhelfen hat Russland viele Methoden angewendet, etwa Spionage eingesetzt oder E-Mails der Demokraten gehackt.

[17:37]Damit sollten Streitigkeiten innerhalb der demokratischen Partei gezielt in die Schlagzeilen gebracht werden. Eine große Komponente dieser Aktion konzentrierte sich auf soziale Medien und Desinformation. Eine Organisation namens Internet Research Agency, Betrieb von St. Petersburg aus viele gefälschte Profile, die Vorgaben Amerikaner oder amerikanische Organisationen zu sein. Sie gaben sich als Gruppen aus und nutzten diverse Plattformen. Und es ging noch weiter. Die Desinformation wurde auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten. Sie arbeiteten wie Werkzeuge, indem sie sich an verschiedene Gruppen richteten mit jeweils sehr spezifischen Botschaften, um entweder zu spalten und Spannungen zwischen ihnen zu sehen oder um für bestimmte Kandidaten zu werben. Russische Trolle haben in den USA A sogar Demonstrationen organisiert, bei denen Pro und Anti-Islam Gruppen am selben Ort aufeinander trafen, was Chaos entstand. Hat all das die Wahl entschieden? Fakt ist, Trump vermag durch ein paar 10.000 Stimmen in drei Bundesstaaten. Belegt es auch, dass die Desinformation Millionen Bürger errechnete. Doch wie stark sie genau das Wahlverhalten beeinflusste, lässt sich kaum messen. Mit einem hatte die russische Kampagne offen Erfolg. Die Amerikaner Bevölkerung zu spalten, sie wütend aufeinander zu machen. Es ging darum Chaos zu erzeugen und genau das wurde erreicht. Neben dem Chaos hat Desinformation noch einen anderen sehr grundsätzlichen Effekt, der mit Wissen, Fakten und Wahrheit zu tun hat. Das oberste Ziel von Desinformation ist in der Regel nicht notwendigerweise Leute von einer bestimmten Sache zu überzeugen, sondern es ist das Vertrauen in die Fähigkeit dass es überhaupt Dinge gibt, die man wissen kann, grundsätzlich zu zerstören. Donald Trump nutzt diese Taktik häufig. Er setzt so viele alternative Fakten und widersprüchliches in die Welt, dass die Medien kaum hinterherkommen. Flot the Zone with shit. nannte das sein Berater Steve. Die Öffentlichkeit wird Mist überfrachten. So wird es für Menschen schwieriger zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden mit der Gefahr, dass sie sich vom politischen Diskurs ganz abwenden. Auch in Russland wird die diese Methode unter Putin häufig verwendet, wofür sich in der Forschung der Begriff Firehouse of Falsehood, der Feuerwehrschlach der Unwahrheiten etabliert hat. Jetzt nehmen wir an in diese Schüssel mit Informationshäppchen, kippt jemand jetzt noch jede Menge Desinformation. Ein Teil dieser Desinformation ist vielleicht so gemacht, dass der mir genauso gut schmeckt oder noch besser wie die Farbe, die ich mir sonst am liebsten rausgegriffen habe. Jetzt habe ich plötzlich lauter Sachen, die gar nicht stimmen, die aber auch ganz toll zu meinem Weltbild passen. Bei anderen ist es vielleicht so, dass es nicht so toll zu meinem Weltbild passt, aber trotzdem irgendwie dazu führt, dass ich irgendwie das Gefühl habe, diese ganzen Kugeln hier. Eigentlich kann ich gar keiner mehr davon trauen, weil da ist jetzt so viel Nonsens dabei, dass man überhaupt nicht mehr wissen kann, was falsch oder richtig ist. Das ist Desinformation trifft auf confirmation bei und soziale Medien. Die Folge? Wir werden missstrauischer, auch gegenüber Informationen, die wahr sind. Genau das können sich Menschen zu Nutze machen und alles als Fälschung bezeichnen, was ihnen nicht in den Kram passt, obwohl es echt ist. Nur mal als Gedankenspiel. Wenn heutzutage das Ibizea Video auftauchen würde, das den österreichischen Populisten Strache zeigt, wie er einer mittelalterlichen russischen Oligarchen politische Vorteile im Austausch für Wahlkampfhife anbietet, würden alle es für echt halten? Vielleicht würde man heute schon sagen, na ja, das ist doch alles gefacht. Man muss kein Profi Felch oder Geheimdiensttrack mehr sein, um Deep Fake zu entwickeln. Es gibt dafür Tools im Internet, die frei verfügbar sind. Wir haben heutzutage unter anderem Voice cloning, das heißt, ich habe eine Stimme, die ich von irgendjemanden erlernt. Habe in Painting, bei dem ich ein Bild nehme und diesen Bild ein Bereich markiere und dann sage in dem Bereich soll jetzt irgendein Objekt erscheinen, das vorher nicht da war. Wir haben Face Manipulation Software mit dem z.B. Gesichtsausdruck, Augenstellung und ähnliches automatisch manipulieren kann. Es gibt Werkzeuge, mit denen ich einzelne Portraits animieren kann, indem ich dann ein Steuervideo nehme und das Portrait zeigt dann quasi die ganzen Gesichtsbewegungen aus dem Steuervideo. Es gibt natürlich in der Zwischenzeit auch live Verfahren, das heißt solche Werkzeuge wie Deep Work Life erzeugen wirklich in Echtzeit Deep Facts von einer Person, das heißt, ich will nicht in dem Videokonferenzsystem da mit dem Gesicht einer anderen Person sprechen kann, dann kann ich damit unter anderem halt eben Betrug durchführen. Die Möglichkeiten sind da mangfaltig in der Zwischenzeit. Und eins kann KI auch weit besser als wir, nämlich andere Menschen zielgenau mit den richtigen Botschaften erreichen. Mit KI ist es in der Zwischenzeit möglich, dass ich Texte anpasse an meine Wähler oder an meine Ziele, wenn ich dann das noch kombiniere mit Microtasking, bei dem ich dann schaue anhand von dem Facebook Profil anhand und anderen Social Media Spuren.

[23:04]Wie empfänglich ist denn die Person wahrscheinlich für welche Argumentationsstrategie, dann kann ich halt sehr genau auf diese Person zielen und das ist natürlich schon ein sehr mächtiges Werkzeug. Stellen wir uns eine Welt vor, wie sie besonders anschaulich der Film Herr von Spike Jones beschreibt, in der KI in unseren Alltag komplett integriert ist und wir mit Chatbots als Begleiter, laufen kommunizieren, weil sie unsere Ängsten vertrauten sind.

[23:30]Natürlich ist dann das Risiko schon da, dass wenn jemand jetzt Kontrolle über diesen Chatbot hat, dass er dem Chatbot den Auftrag geben kann, meine Meinung in eine gewisse Weise zu beeinflussen. Fast so als ob man ja letztendlich den den Lebensgefährten oder die Lebensgefährtin als Mayonnaise steuern kann.

[24:10]Das klingt alles ganz schön anstrengend, aber aufgeben ist keine Option. Wie kommen wir gegen diese Flut an Infomüll an? Die Einmischung aus dem Ausland, diese ausgeklügelten großen Kampagnen zur Meinungsmanipulation z.B. im Zusammenhang mit einer Wahl sind Fragen in der nationalen Sicherheit. Die Arbeit muss also von den Regierungen geleistet werden und auch von den Plattformen. Apropos, Social Media Plattformen sind nicht übereifrig dabei gegen Desinformation vorzugehen. Die aktuelle Entwicklung im Silicon Valley zeigt eher in Richtung Deregulierung. Das Facebook oder Google einen so großen Einfluss haben konnten, bedeutet wahrscheinlich, dass wir unsere Informationen zu sehr in die Hände von Unternehmen gelegt haben, die nicht sehr rechenschaftspflichtig waren und bei denen es an Transparenz mangelte. Kann die EU etwas tun? Sie versucht es. Mit dem neuen EU Gesetz Digital Services Act sollen Plattform reguliert werden. Sie müssen demnach gegen illegale Inhalte wie Hassrede und Desinformation vorgehen und die Algorithmen transparenter gestalten, damit wir nutzendenden besser verstehen, warum uns bestimmte Informationen erreichen und andere nicht. Dann gibt es einen ganz anderen Teil des Ökosystems, der über Medienkompetenz oder die Befähigung von Journalisten nachdenken muss. Einige Medienorganisationen bieten Faktencheck an, auch die Banken genannt. Dabei werden wichtige Nachrichten aus den sozialen Netzen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Doch meist bekommen diese Checks nicht die Aufmerksamkeit wie die Falschnachricht selbst. Niemand hört gerne, dass das, was er glaubt, falsch ist. Die Banking ist das sogenannte Prebanking vielleicht ein Weg. Dabei lernen Menschen, Desinformation an Mustern frühzeitig zu erkennen. Dieser Ansatz könnte effektiver sein als traditionelle Faktencheck, die oft zu spät kommen und kann vielleicht auch KI helfen, um Lügen zu entflafen. Wie bei allen neuen Technologien gibt es ein Katz und Mauspiel zwischen Angreifern, die mit KI-Tools Schwachstellen ausnutzen und der Abwehr dieser Angriffe mit den gleichen Tools, etwa bei Online und Cybersicherheit. Wir sollten alle etwas kompetenter werden. Woran lassen sich z.B. Deep Fake erkennen? Markante Gesichtsstrukturen vor allem Augen überprüfen, ob die natürlich aussehen, die Anzahl von Glidmasen, Finger, Arme, Beine, ob die korrekt sind. Man hat häufig Fehler in Objektbügeln, also z.B. ein Schmuck an dem Hals, da verschwindet dann die Kette oder ähnliches. Wir haben Fehler in Fluchtpunkten, da sind die Linien nicht wirklich parallel, die zueinander laufen sollten und wir haben Probleme bei Spiegeln oder Schattenschlag. Vielleicht gibt es auch eine positive Seite dieser Unsicherheit. In dem Moment, in dem uns bewusst wird, dass wir so gut wie nichts ungeprüft glauben können, werden wir sensibler gegenüber Informationen? Schauen genauer hin, prüfen und hinterfragen und während am Ende besser gegen Falschinformationen geschützt. Die Kompetenz ist höher als wir oft glauben, vor allem bei jungen Menschen. gut darin sich in ihrer Informationsumgebung zurechtzufinden und fragen sich, wer sind diese Influencer? Woher kommen sie? Ich habe noch nie von ihnen gehört. Wer bezahlt sie und diese Kampagne? Diese nennen wir sie Desinformationskompetenz und das ist die gute Nachricht, haben wir auch ein Stück weit selbst in der Hand. Im Grunde brauchen wir eine Gesellschaft, die sehr viel stärker als ganze journalistisch und fast wissenschaftlich und operiert und viel stärker daran und dann orientiert ist, ob Dinge tatsächlich stimmen oder nicht. Das ist eine ziemlich weitgehende Forderung, aber es ist etwas, was in den Schulsystem unbedingt rein muss. Doch haben wir überhaupt die Zeit Infodektive zu spielen und jeder Meldung hinterher zu recherchieren? Eigentlich nicht nötig, denn dafür gibt es bereits zwei Instrumente: Wissenschaft und Presse. Sie sollen uns mit Fakten und Zusammenhänge versorgen, aber beide sind zunehmend selbst durch Desinformation bedroht und das Vertrauen vieler Menschen in sie hat abgenommen.

[28:44]Klare Standards und Transparenz in Wissenschaft und Presse sind ein wichtiges Mittel gegen Trollfabriken und Fake News. Gleichzeitig sollten wir alle bewusster hinschauen, denn nur so können wir in einer oft chaotischen Informationswelt den Überblick behalten, damit es am Ende nicht heißt,

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