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Geldanlage – was in Zeiten hoher Inflation wirklich sinnvoll ist | mex

Hessischer Rundfunk

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[0:00]Die Familie Sani dominiert diesen Staat, wie keine andere Herrscherfamilie einen Staat weltweit dominiert. Man darf sich von dieser Glitzerwelt nicht beeinflussen lassen.

[0:12]Wie schützt man seine Ersparnisse vor der hohen Inflation? Die Welt der Geldanlage ist riesig: Aktien, Anleihen, das gute alte Sparbuch, Rohstoffe und Immobilien. Oder doch lieber etwas anderes? Ich würde absolut jedem Investor zu einem gewissen Prozentsatz Bitcoin empfehlen. Die Solaraktien erleben gerade ein tolles Comeback. Sollte ich jetzt noch Aktien kaufen oder nicht? Ja, das muss klar sein, wenn du in Zukunft weniger oder kein Geld hast, wird dein Leben ziemlich scheiße. Damit das nicht passiert, gilt es sein Geld sicher und gewinnbringend anzulegen. Die Deutschen haben insgesamt 2,16 Billionen Euro Bargeld auf der hohen Kante. Teilt man diese Summe durch die Einwohnerzahl, kommt man pro Kopf auf 25.704 Euro. Was macht nun z.B. eine 25 Jahre alte Frau, die 25.000 € investieren will? Viele junge Menschen hatten in der Corona Pandemie die Börse für sich entdeckt, denn hier winken ordentliche Renditen, weiß Börsenprofi Robert Halver von der Baader Bank. Aktien als langfristige, solide Geldanlage. Die junge Dame sollte pöh-pöh jeden Monat mit Aktiensparplänen in Aktienmarkt gehen. Wir sind jetzt nicht mehr überbewertet wie zu Beginn des Jahres. Wir haben teilweise Bewertungen auch von Konjunkturzügischen, Kulturbhängigen Werten, äh die sind unterirdisch. Und wenn man davon ausgeht, dass die Welt nicht untergeht, kann man hier durchaus mit ETFs oder Fonds jeden Monat eine überschaubare Summe investieren. Der deutsche Aktienindex lockt mit regelmäßigen Gewinnen. Wer 20 Jahre lang in den DAX investierte, kam in der Vergangenheit im schlechtesten Fall auf eine jährliche Rendite von 3,3 % p.a. Im besten Fall auf 15,2 % p.a. Und im Durchschnitt auf 8,6 % p.a. Solch ein Renditeniveau ließe sich auch mit sogenannten Hochzinsanleihen erreichen, allerdings auf Kosten der Sicherheit, meint der Experte. Man sollte nicht nur, weil man Zinspapiere so liebt, ich weiß, dass die deutsche Krankheit irgendwas kaufen, wo vielleicht eine zweistelligen Rendite vorne steht, das Risiko bezahlen sie auch. Der alte Börsenspruch gilt nach wie vor, keine Chance ohne Risiko. Das wird nicht funktionieren. Wer sein Erspartes in klassisches Festgeld parken möchte, der muss derzeit kräftige Verluste beim Realzins hinnehmen. Realzins heißt Rendite minus Inflation, quasi das, was am Ende übrig bleibt. Vor der Finanzkrise 2008/2009 konnte man noch ein echtes Plus mit Festgeld erzielen. Danach wurde es wegen der langen Niedrigzinsphase immer schwieriger. Aktuell liegt der Realzins bei -6,3 %. Anleger, die trotzdem gerne in Festgeld investieren, sollten momentan kurze Laufzeiten wählen, meint Stefan Schießer, unabhängiger Honorarberater aus Frankfurt. Denn viele Notenbanken erhöhten derzeit noch die Leitzinsen. Man sollte nicht zu lange sich momentan binden. Ich würde maximal ein, vielleicht auch eineinhalb Jahre gehen, ähm aber länger nicht, äh weil man natürlich die Chance hat, vielleicht in einem oder eineinhalb Jahren doch noch mal neues deutlich höheres Zinsniveau zu sehen. Jungen Menschen rät er ebenfalls zu Aktien oder ETF Sparplänen. Langfristig bietet der Aktienmarkt mit einem breit gestreuten Depot die besten Renditechancen. Es gibt eine Daumenregel, die lautet, eine angemessene Aktienquote ist 100 minus das Lebensalter. Und diese Daumenregel finde ich nicht so schlecht, äh das heißt, äh jemand, der 25 ist, hätte eigentlich eine Aktienquote von 75 %, die er äh investieren kann. Das zweite Fallbeispiel: ein Mann, 55 Jahre alt, der ebenfalls 25.000 € anlegen will. Hier redet Stefan Schießer über freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung nachzudenken. Ab dem 50. Lebensjahr ist das möglich. Im Durchschnitt brächte das eine jährliche Rendite von 2 bis 2,5 %. Bei vielen äh ist der großes Erstaunen zu sehen, wenn das Thema freiwillige Einzahlungen gesetzlich Rentenversicherung kommt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, ähm dass in bei einem normalen Berater äh das natürlich kein Thema sein darf, weil dieser keine Provision erhält äh durch diesen Ratschlag. Dabei garantiert die gesetzliche Rente gerade in diesem Jahr eine ordentliche Rendite. Die jüngste Erhöhung im Juli sieht ein Plus von 5,35 % für Westrenten und 6,12 % für die Ostrenten vor. Und dann gibt es ja noch das Gold. Angeblich ein hervorragender Inflationsschutz. Oder doch nicht? Aus rein Finanzanalytischer Sicht ergibt Gold keinen Sinn, weil Gold zahlt keine Zinsen, zahlt keine Dividenden, hat keine Ausschüttung, liegt einfach nur da und im schlimmsten Fall produziert Gold auch noch Lagerkosten, nämlich dann, wenn man es irgendwo in der Bank aufbewahrt. Das heißt Gold ist nur dann ein gutes Investment, wenn es auch im Preis steigt. Im alten Rom haben sie für eine Goldunze eine Toga bekommen. Heute bekommen sie für eine Goldunze immer noch einen Maßanzug. Also von daher ist klar, Gold ist stabil und bleibt stabil. Stabilität in diesen Zeiten wäre schon viel wert. Experten wie Robert Halver und Stefan Schießer raten davon ab, die aktuell hohe Inflation durch riskantere Investments schlagen zu wollen. Dann lieber mal Verluste in Kauf nehmen. Irgendwann wird die Geldanlage auch wieder mehr Vergnügen bereiten. Man darf sich von dieser Glitzerwelt nicht beeinflussen lassen. Katar ist sehr widersprüchlich. Ich denke, Qatar hat es geschafft, sehr viel Einfluss zu kaufen. Und wenn sie einmal angefangen haben, ist es sehr schwer, das wieder zu stoppen. Katar ist tatsächlich der Weltmeister im Aufbau von Weichermacht. Katar hat damit genau das erreicht, was es wollte.

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