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10 Herzinfarkt John kurz

Transportschule NHK

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[0:20]Tief in den Herzwänden erzeugt sein natürlicher Schrittmacher elektrische Impulse, die einen regelmäßigen Herzschlag bewirken.
[0:20]Dieser Pulsschlag sorgt dafür, dass die Zellen, die die Muskelwände des Herzens bilden, stets in Einklang schlagen.
[1:08]Während John dem Ball nachjagt, reichen 70 Schläge pro Minute nicht aus, um seinen Körper mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen.
[1:08]Er hat sich schon länger nicht mehr sportlich betätigt und seine Beinmuskeln brauchen zusätzliche Energie.
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[0:03]Johns Herz passt sich stets den Bedürfnissen seines Körpers an. Wenn er ruhig sitzt, braucht es nur 70 Mal in der Minute zu schlagen. Um präzise arbeiten zu können, benutzt es Elektrizität.

[0:20]Das Herz ist das einzige Organ, dass seine eigene Energieversorgung hat. Tief in den Herzwänden erzeugt sein natürlicher Schrittmacher elektrische Impulse, die einen regelmäßigen Herzschlag bewirken. Dieser Pulsschlag sorgt dafür, dass die Zellen, die die Muskelwände des Herzens bilden, stets in Einklang schlagen.

[0:49]John treibt seine Kollegen zur Eile an. Nur mit Mühe können sie ihn zu einem kurzen Fußball Match überreden.

[1:08]Während John dem Ball nachjagt, reichen 70 Schläge pro Minute nicht aus, um seinen Körper mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen. Er hat sich schon länger nicht mehr sportlich betätigt und seine Beinmuskeln brauchen zusätzliche Energie.

[1:29]Sein Gehirn schickt einen Notruf zum Herzen. Der Schrittmacher reagiert sofort und steigert die Rate der elektrischen Impulse.

[1:42]Nach 2 Minuten hat sich John Herzschlag auf fast 120 Schläge pro Minute erhöht.

[2:04]Johns Atmung passt sich ebenfalls seinen Bedürfnissen an. Er atmet schneller und tiefer, um seine ausgehungerten Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen. Er atmet fast 20 Mal so viel Luft ein wie normalerweise.

[2:26]Sein Herz rast, um zusätzliches Blut in die Beine zu pumpen.

[3:01]Immer schneller wird das Blut durch seine kranken Herzkranzarterien gepresst.

[3:10]Mit fünffacher Geschwindigkeit wirbeln die Blutzellen um seine Plex.

[3:19]Von roten Blutkörperchen bombardiert, gerät eine der Ablagerungen unter enormen Druck.

[3:35]Die dünne Membran reißt auf. Sofort beginnen die Blutzellen sich um den Riss herum anzusammeln.

[3:46]An jeder anderen Stelle seines Körpers würde dieser Prozess sein Leben retten, doch in dieser engen Arterie bewirkt er genau das Gegenteil.

[4:02]Am Gerinsel in Johns Arterie haften immer mehr vorbeiströmende Blutzellen an. Dadurch wird es größer und behindert den Blutfluss zum Herzmuskel. Die betroffenen Herzmuskelzellen sind in höchster Gefahr. Ihr Sauerstoffgehalt nimmt ab, obwohl sie gerade jetzt Sauerstoff am nötigsten bräuchten.

[4:28]Die absterbenden Zellen senden Schmerzsignale an Johns Gehirn.

[4:35]Doch John hat vorher noch nie Herzschmerzen gehabt. Er hält seine Beschwerden für eine Magenverstimmung.

[4:48]Er ahnt nicht, dass dies der Anfang einer Herzattacke ist.

[4:55]Das Gerinsel blockiert bereits zwei Drittel seiner Arterie. Johns Zustand verschlechtert sich zusehends.

[6:04]Sein Gehirn gibt einen Schuss Adrenalin in den Blutkreislauf ab. Dies ist eine der einfachsten und effektivsten Reaktionen des menschlichen Körpers auf eine Stresssituation.

[6:22]Das Adrenalin erreicht sein Herzen und dringt in die inneren Herzwände ein.

[6:30]Der Schrittmacher wird immer schneller. Johns Herz jagt jetzt mit 140 Schlägen pro Minute, noch schneller als vorhin während des Spiels. Doch jetzt konzentriert es all seine Anstrengungen auf den eigenen unterversorgten Muskel. John braucht dringend medizinische Hilfe.

[6:57]Gegen das wachsende Gerinsel kann das Adrenalin nichts ausrichten. Die Arterie ist bereits zu 90 % blockiert. Die Sauerstoffzufuhr zu den Herzzellen ist auf ein Minimum reduziert. Sie sind gezwungen, die Funktion einzustellen, die am meisten Energie verbraucht. Sie hören auf zu schlagen.

[7:22]Der Rest des Herzens muss ihre Arbeit mit übernehmen.

[7:29]Das angegriffene Organ wird nicht mehr lange schlagen können.

[7:40]Ein Kollege begleitet John ins Krankenhaus und versucht ihn zu beruhigen.

[7:48]Der Beginn seiner Herzattacke liegt jetzt 15 Minuten zurück. Der Blutfluss durch Johns Arterie ist fast völlig blockiert.

[8:00]Die Muskelzellen seines Herzens sterben langsam ab. Die dünne Membrane werden undicht.

[8:20]Für John beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Kollege macht ihm Mut.

[8:27]Johns verletztes Herz hat kaum noch Kraft. Es schlägt immer schwächer. Allmählich machen sich die Folgen überall in seinem Körper bemerkbar.

[8:40]John kann kaum noch atmen, denn seine Lungen füllen sich mit Flüssigkeit. Weil sein Herz schwächer wird, staut sich das Blut in den Gefäßen, die von der Lunge zum Herzen führen. Der hohe Druck presst die Flüssigkeit aus seinem Blut in die Lungenbläschen.

[9:02]Wenn dieser Prozess nicht gestoppt werden kann, wird John innerlich ertrinken.

[9:12]Jetzt ist es wichtig, dass er so ruhig wie möglich atmet.

[9:32]Der Sauerstoffmangel in Johns Körper hat allmählich Auswirkungen auf sein Gehirn. Ihm ist schwindlich und er ist verwirrt.

[10:09]Wenn er innerhalb der nächsten 20 Minuten nicht behandelt wird, wird sein Herz so schwer geschädigt sein, dass es nie wieder normal schlagen kann. Eine halbe Stunde, nachdem die Schmerzen begannen, ist John auf dem Weg in die Intensivstation. In aller Eile machen sich die Ärzte ein Bild von seiner Krankengeschichte.

[10:31]Der Kollege weiß genaueres. Er soll der Notaufnahme möglichst alle Einzelheiten mitteilen.

[11:06]Das EKG zeichnet die elektrischen Ströme von Johns Herzen auf. Dadurch lässt sich der betroffene Muskelbereich lokalisieren. Seine einzige Hoffnung besteht jetzt darin, dass die verstopfte Arterie wieder durchlässig gemacht werden kann. Dazu bekommt er ein Mittel, dass das Gerinsel auflöst. Dieses Mittel heißt TPA.

[11:32]Es muss das Gerinsel erreichen, bevor so viele Zellen abgestorben sind, dass es zum Herzstillstand kommt und John daran stirbt.

[12:09]Johns Herzmuskel ist wieder aktiviert worden, gerade noch rechtzeitig.

[12:16]Eine halbe Million Zellen sind verloren gegangen. Die geretteten Zellen nehmen ihre Funktion wieder auf. Johns Zustand hat sich stabilisiert.

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