[0:00]Hallo, liebe Ärztinnen und Ärzte und herzlich willkommen in einem neuen YouTube-Video. Heute simuliere ich einen Anamnesefall mit dem lieben Olli von Mediki. Olli und ich, wir haben auch eine ganz andere tolle Überraschung für euch und zwar bieten wir ab sofort gemeinsam Kurse an. Diese Kurse sind mit einem Bildungsgutschein zu finanzieren und ihr könnt euch gerne dafür registrieren. Schaut einfach mal unten in der Beschreibung des Videos, dort findet ihr alle wichtigen Links zu unserem neuen Kurs. Wenn ihr Fragen habt, meldet euch jederzeit gerne, ansonsten wünschen wir euch nun ganz viel Spaß mit unserem neuen YouTube-Video. Schönen guten Tag, Nina Colette ist mein Name. Ich bin heute die Diensthabende Ärztin und werde jetzt mit Ihnen das Anamnesegespräch durchführen. Mögen Sie mir einmal kurz ihren Namen verraten bitte? Ja, guten Tag, Frau Doktor, mein Name ist Heller Stroh. Mhm. Frau Stroh. Können Sie mir noch kurz ihr Geburtsdatum verraten bitte? Ja, das ist der 24.10.55. 10.55. Wunderbar, vielen Dank, Frau Stroh. Was führt Sie denn heute zu uns? Ja, Frau Doktor, wissen Sie, ähm, ich gehe eigentlich immer ganz gerne spazieren mit dem Hund des Nachbarn. Also wir haben immer so eine Runde, wo wir Gassi gehen seit vielen Jahren und ich kann das nicht mehr machen, weil ich so starke Schmerzen im Bein habe. Oh, okay. Seit wann haben Sie denn die Schmerzen im Bein? Also am Anfang war das so vor fünf Wochen zum ersten Mal. Da habe ich dann am Ende der Runde gemerkt, dass es so ein bisschen weh tut und jetzt inzwischen die letzten vier, fünf Tage war es aber schon so, dass ich schon gar nicht mehr den Hund abholen konnte, weil ich es nicht bis zu meinem Nachbarn rüber geschafft habe. Oh, okay. Äh, seit vier oder fünf Tagen sagten Sie, richtig? Ja, ganz genau. Mhm. Wissen Sie ungefähr, wie weit Ihr Nachbar entfernt wohnt? Ist das äh eine weitere Gehstrecke oder wohnt er direkt um die Ecke? Also, das sind 50 Meter vielleicht, 50 bis 100 Meter nur. Ja, das ist wirklich, wirklich schade. Ja gut, das ist wirklich auch eine kurze Strecke. Wie fühlt sich das denn an, wenn Sie die Schmerzen haben und wo genau hatten Sie die Schmerzen? Also, es ist im im rechten Bein dieser Schmerz und es fühlt sich irgendwie einfach so stumpf, so ein wie so ein dumpfer Schmerz an. Und auch wirklich relativ stark, so dass ich dann in dem Moment auch gar nicht mehr zurück nach Hause gehen kann, sondern erstmal ein bisschen Ruhe brauche, um mich wieder zu bewegen. Ja, okay, wenn Sie jetzt sagen stark, stellen Sie sich vielleicht mal eine Schmerzskala vor. Eins ist ganz leicht und zehn ist so richtig extrem stark. Wo würden Sie die Schmerzen einstufen? Ja, wahrscheinlich so eine sieben bis acht. Oh, doch schon. Auch die Leute, die dann vorbeilaufen, die sehen mir das an und fragen immer, ist alles gut, ist alles gut, aber schon relativ stark, ja. Ja, okay. Und Sie hatten jetzt gesagt, im rechten Bein sind die Schmerzen denn im ganzen Bein oder nur im Ober- oder Unterschenkel verteilt? Ja, also in der Wade, in der Wade ist dieser Schmerz. Ähm am Oberschenkel habe ich jetzt zum Glück nichts gemerkt. Okay, das heißt die Schmerzen strahlen auch nicht irgendwie aus oder sowas, sondern die sind dann nur in der Wade. Ja, ganz genau. Okay. Gut, Frau Stroh. Ähm, ist Ihnen denn sonst noch etwas an dem Bein aufgefallen? Ist das Bein etwas blasser als das andere oder ein bisschen kälter oder vielleicht etwas geschwollener? Ja, also die die ersten beiden Dinge, die Sie gesagt haben, auf jeden Fall. Also geschwollen ist es zum Glück nicht, also das wäre mir aufgefallen, aber es fühlt sich ein bisschen kälter an und die Haut hat eben ja wie sie sagen so eine Blesse bekommen. Und mir ist auch aufgefallen, dass es, ich habe jetzt eh nicht viele Haare am Bein, aber die paar wenigen, die ich habe, sind auch ausgefallen in den letzten Wochen. Oh, okay. Ja, das stelle ich mir auf jeden Fall sehr unschön vor, vor allen Dingen, weil Sie auch gesagt haben, dass sie so gerne spazieren gehen, ne? Das ist natürlich dann äh schade tatsächlich, das tut mir leid. Haben Sie denn schon mal irgendwas versucht gegen die Schmerzen zu unternehmen? Haben Sie Medikamente eingenommen oder eine Massage bekommen oder sowas? Also, was immer hilft, ist einfach, wenn ich wieder aufhöre, mich zu bewegen. Das heißt dann dann sind die Schmerzen teilweise auch ganz weg und deswegen habe ich jetzt bislang auch nicht versucht irgendwelche starken Schmerzmittel dagegen zu nehmen. Ja, okay. Nehmen Sie denn sonst irgendwelche Medikamente ein? Haben Sie Vorerkrankungen oder ähnliches? Ja, also ich nehme ich nehme einiges an Medikamenten. Ich glaube, das ist in meinem Alter auch ganz normal, wenn ich Freunde frage, wir schauen immer, wer die meisten Medikamente nimmt. Bei mir selbst. Ja, aber man muss auch einfach optimistisch bleiben. Ich nehme Metformin und Simvastatin vor allem und ähm ja ASS auch noch. Okay. Können Sie kennen Sie zufällig auch die Dosierungen der Medikamente? Haben Sie Ihre Medikamentenliste dabei? Ja, bei Metformin sind es 500 mg. Bei Simvastatin sind es 20 und bei ASS 100 mg, glaube ich, wenn ich mich recht erinnere. Okay und nehmen Sie die Medikamente morgens, mittags, abends ein? Ja, also Metformin morgens und abends. Simvastatin nur am Abend und ASS am Morgen. Morgens. Okay. Und könnten Sie mir vielleicht auch verraten, warum genau Sie die Medikamente nehmen? Also ich schätze Metformin, Sie sind Zuckerkrank? Ja, ganz genau, also seit fünf Jahren wurde bei mir Diabetes diagnostiziert. Mhm. Und äh seither nehme ich Metformin. Okay. Und Simvastatin? Ähm, erhöhte Blutfettwerte.
[6:26]Mhm. Okay. Und seit wann leiden Sie daran? Das hat 2017 angefangen. Okay, 2017, also vor acht Jahren. Mhm. Ähm und das ASS, warum nehmen Sie das ein? Ähm ja, ich habe so einen so einen Stand bekommen am am Herzen, weil ich so Ich hatte so komische Schmerzen in der Brust und ja, da habe ich jetzt diesen Stand und daher nehme ich jetzt auch ASS ein. Ja, das macht Sinn. Wann hatten Sie denn den Stand bekommen? Das war letztes Jahr. Vor einem Jahr. Okay. Wegen Brustschmerzen, ja? Ja, ganz genau. Mhm. Hatten Sie noch andere Operationen gehabt oder war das die einzige OP bisher? Ja, also ich hatte mal sowas am C, das war so ein so ein Ballenzeh, der wurde auch operiert. Okay. Das ist auch gut zu wissen. Und wann war diese OP? Können Sie sich noch daran erinnern? Das war 22. 22. Also, okay, vor drei Jahren. Ja gut, vielen Dank, Frau Stroh. Aufgrund der Beschwerden, die Sie mir jetzt genannt hatten, die Schmerzen in der rechten Wade, die auch ziemlich stark werden, wenn Sie spazieren gehen, treten jetzt schon nach einer sehr sehr kurzen Gehstrecke auf. Außerdem haben Sie gesagt, dass das Bein ein bisschen blasser und auch kälter ist und Sie auch Haare an dem Bein verlieren. Deswegen, wie gesagt, würde ich mir das Bein jetzt gerne einmal ganz in Ruhe anschauen und auch mit Ihrem linken Bein mal vergleichen, ob es da Auffälligkeiten gibt. Also das Bein vorsichtig abtasten, auch mal die Pulse abtasten, dann würde ich auch gerne noch mal ein bisschen Blut abnehmen, dass wir da einfach auch wissen, ob alles mit ihren Blutwerten in Ordnung ist. Und dann würde ich gerne eine sogenannte Dopplersonografie durchführen. Das ist eine Ultraschalluntersuchung Ihrer Gefäße. Die Untersuchung führen wir dann an Ihrem Bein durch, das ist absolut schmerzfrei, dauert vielleicht 5 Minuten. Ich werde Ihnen so ein kühles Gel auf das Bein auftragen und dann mit dem Gerät von außen untersuchen, wie Ihre Gefäße aussehen, ob es da eine Verengung gibt. Ähm das hört sich nämlich ganz so an, als hätten Sie hier eine Verengung in den Arterien, also in den Gefäßen, die dafür sorgt, dass das Bein nicht ausreichend mit Blut und somit nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Das ist also sehr gut, dass Sie heute mal zu uns gekommen sind. Das lässt sich sehr gut behandeln, wenn man damit früh genug anfängt. Und dann können Sie hoffentlich bald wieder richtig ausgiebig spazieren gehen. Ja, das hoffe ich auch sehr und ähm ich hoffe, dass dann also diese Untersuchung Ihnen auch äh wirklich Aufschluss geben, ob das wirklich der Fall ist oder ob vielleicht doch was schlimmeres vorliegen könnte. Das werden die Untersuchungen uns auf jeden Fall verraten. Wir werden Sie dann natürlich auch direkt darüber informieren, sobald wir alle Befunde haben und mit Ihnen dann auch weiterhin besprechen, wie wir Sie am besten behandeln. Okay. Und wie lange dauert das jetzt ungefähr? Also die Ultraschalluntersuchung, wie gesagt, die geht schnell, auch die ähm das Abtasten des Beins und Anschauen des Beins, das was heute am längsten dauern wird, sind die Laboruntersuchungen, weil wir ihr Blut erstmal ins Labor schicken müssen. Wir haben leider kein Hauseigenes Labor hier im Krankenhaus und bis wir die Ergebnisse haben, das kann schon mal ein bis zwei Stunden dauern. Also ein bis zwei, vielleicht sogar drei Stunden lieber mal einen kleinen Puffer einbauen, würde ich auf jeden Fall. Okay. Alles klar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Frau Doktor. Ja, sehr sehr gerne, Frau Stroh. Dann dürfen Sie schon mal auf der Untersuchungsliege Platz nehmen und mir bitte Ihren rechten Unterschenkel einmal freimachen. Sehr gerne. Vielen Dank.



