[0:16]Es geht um John Bernardo oder einfach Tom. Vor 140 Jahren, also 1845 wurde er in Dublin, Irland geboren. Schon seine ersten Jahre waren ungewöhnlich. Tom war sehr schwach und als er mit zwei Jahren unter einer schweren Krankheit leiden musste, da wussten selbst die Ärzte keinen Rat mehr. Tom würde wohl sterben müssen. Aber nein, schlagartig erholte sich der kleine Kerl von der Krankheit. War das eine Freude für seine Eltern und Geschwister. Mit Tom ging es von nun an bergauf. Es schien, als müsste er jetzt alles nachholen, was er in den Jahren zuvor versäumt hatte. Sein Temperament ging oft mit ihm durch. Er war eigensinnig und mit seinen Streichen brachte er oft das ganze Haus durcheinander. Mit 16 Jahren begann er eine kaufmännische Lehre. Einfach nur so. Er wusste nicht, was er tun sollte. Zu jener Zeit wurden viele Evangelisationen abgehalten in Irland. Auch offene Abende für Jugendliche gab es. Einmal überredeten seine beiden älteren Brüder Tom mitzukommen, aber er interessierte sich nicht sehr dafür. Er lachte sogar seine Geschwister aus. Doch in einem Abend ging er mit und da schlug es wie eine Bombe bei ihm ein. Vorher hatte er sich seine eigenen Gedanken über das Leben gemacht, doch an diesem Abend wurde ganz schön an seiner Lebenseinstellung gerüttelt. Zunächst ließ er sich seine innere Zerrissenheit nicht anmerken. Er setzte eine Maske auf und er lachte weiter über andere. Aber er ging freiwillig mit zu den Veranstaltungen. In ihm kämpfte es. War diese Sache mit Gott und Jesus wirklich wahr? Schaffte Gott es wirklich ein Leben zu verändern? In einer Nacht in seinem Zimmer war es dann soweit. Er konnte einfach nicht schlafen und auch dass er allein sein mit seinen Gedanken konnte er nicht mehr ertragen. Er ging zu seinem Bruder und rief: Fried! Fried, hör mir zu, ich habe Angst. Was ist denn? Hörst du, Fried, hilf mir den richtigen Weg zu finden. Was meinst du, Tom? Was, was ist denn los? Siehst du denn nicht? Ich will ganz neu anfangen. Ich will ein Leben mit Gott leben. Und ich will für Gott leben. Denn wenn das wirklich wahr ist, dass es Gott gibt und dass er uns liebt, dann müssen es doch noch viel mehr Menschen erfahren. Mensch, Tom, du Wie lange haben wir für dich gebetet, dass du eine Entscheidung für Jesus triffst? Hilf mir. Lass uns zusammen beten.
[2:54]Tom wollte für Gott leben und Gott sollte ihn gebrauchen und das tat Gott auch. In seiner freien Zeit besuchte Tom Kranke, redete mit Polizisten, ging in Kasernen. Das hört sich einfach an, war es aber nicht. Lachten, bewarfen ihn mit Dreck. Doch so schnell gab Tom nicht auf. Im Gegenteil, diese Reaktionen zeigten ihm, wie wichtig es war, Menschen von Jesus zu erzählen. Und wie ist aus diesem Tom ein Vater der Niemandskinder geworden? Wer sind überhaupt diese sogenannten Niemandskinder? Es fing alles so an. Tom hörte einen Missionar über dessen Arbeit in China berichten und da war ihm klar, ich werde China Missionar. Er war begeistert von dieser Idee. Doch kann man ja nicht einfach so losziehen und nach China reisen. Deshalb sollten Tom und auch noch einige andere erst einmal einen Bibelkurs in London mitmachen. Nach einigen Monaten wurden schon einige nach China ausgesandt und Tom? Er sollte noch Medizin studieren und später nachkommen. Tom wusste ja noch nicht, welche Aufgabe Gott schon längst für ihn hatte. Aber eins war klar, er sollte in London Medizin studieren und für Jesus arbeiten. Durch eine Cholera Epidemie, die sich im Lande ausbreitete und bei der er mithalf, die Kranken zu versorgen, lernte er auch den Stadtteil Stepney kennen. Stepney war ein wirklich schlimmes Pflaster. Prügeleien, Raub und Mord waren hier an der Tagesordnung. Doch Tom erzählte auch in diesem Viertel von Jesus. Er predigte auf den Straßen und hier und da hörte einer aufmerksam zu. Zuggegeben, manchmal war es auch so laut, dass er sein eigenes Wort nicht verstand und aufhören musste. Aber hier und da hatte er schon Freunde gewonnen. Und dann begegnete er dem ersten Niemandskind. Es war schon spät, kurz vor 12. Da sah er in einer Ecke noch etwas liegen. Was mochte das sein?
[4:59]Hey, du! Was machst du denn noch hier? Höchste Zeit, dass du nach Hause gehst. Bitte Herr, lassen Sie mich bei Ihnen bleiben. Hier bleiben? Ja, wozu denn? Du musst sofort nach Hause gehen, deine Mutter hat sich ja Angst um dich, wenn du so spät kommst. Ich habe keine Mutter. Ach dann eben dein Vater. Wo wohnt er denn? Ich habe auch keinen Vater. Ja, aber auf, das gibt es doch nicht. Also solche Geschichten brauchst du mir gar nicht zu erzählen, wo sind deine Verwandten? Ich habe auch keine Verwandten. Also Ich weiß nicht, ob ich dir das glauben soll. Was ist denn los mit dir, du? Ziehst du das ja? Hast du nichts anderes anzuziehen? Und wo hast du denn deine Schuhe? Ich habe keine Schuhe. Und zum Anziehen habe ich nur das, was ich anhabe. Ach, dann nehme ich dich wohl erstmal mit zu mir. Komm. Wie heißt du übrigens? Jim, Herr. Die Jungs hier nennen mich Jim Jarvis, aber Jim genügt vollkommen. Wie alt bist du? Zehn, Herr. Das gibt es doch nicht, du bist erst zehn? Darauf wäre ich nie gekommen. Sag mal, weißt du, ob es in London noch mehr Jungs gibt, die wie du keine Angehörigen und kein Zuhause haben? Natürlich, Herr, ganze Rudel, viel mehr als sie zählen können.
[6:44]Ich weiß nicht, ob ich dir das glauben soll. Pass auf, Jim. Wenn du mich noch diese Nacht an einen Ort hinführen kannst, wo deine Kameraden unter freiem Himmel schlafen, so wie du gestern auf dem Heumarkt geschlafen hast. Da bekommst du von mir einen heißen Kaffee und eine anständige, warme Schlafgelegenheit. Na, was sagst du dazu? Ja, ja, das mache ich. Sie werden sehen. Gut, dann trinken wir jetzt vorher was Warmes bei mir im Zimmer und dann gehen wir los.
[7:25]Weit nach Mitternacht gingen sie los. Jim führte ihn durch die Gassen von Stepney. Tom betrachtete Jim immer wieder von der Seite, ob es wirklich stimmte, dass ein Rudel Kinder nachts hier irgendwo im Freien schlafen würde. Ganz erstaunt war er, als Jim plötzlich stehen blieb. Hier sind sie, Herr. Hier schlafen sie oft. Oh! Wo sind sie? Da, neben der Scheune. Lass uns ein wenig näher rangehen, ich will sie sehen, es ist zu dunkel hier. Aber sie liegen doch schon direkt vor ihm. Was? Ich glaube, ich sehe etwas. Sie liegen immer ganz eng zusammen. Sie wissen schon, wegen der Kälte. Es hat eben keiner eine Decke. Halt mal, ich will meine Laterne anzünden. Sie müssen leise sein, sonst wecken sie die ganze Bande noch auf. Die denken, dann es wäre die Polizei und dann gibt's Krawall. Ich habe auch schon mal hier unter einem Karren geschlafen, wäre aber beinahe erwischt worden. Sowas schreibt man sich hinter die Ohren und wird vorsichtig. Meine Güte, du hattest ja wirklich Recht. Wie viele sind das wohl? Ungefähr 70, die meisten kenne ich. Und wie alt sind die? Fast alle so in meinem Alter, aber auch 17 und 18-Jährige. Ich kann es doch gar nicht glauben. So viele Kinder haben kein Zuhause. Das hätte ich nicht gedacht. Es gibt sogar noch mehr, aber an anderen Stellen. Soll ich sie wecken? Ich meine, die hier. Nein, nein, lass gut sein, Herr. Wir wollen sie nicht stören. Ich kann ja jetzt sowieso nichts für sie alle tun. Komm, wir gehen zurück, ich habe erstmal genug gesehen. Danke, dass du mir die Wahrheit gesagt hast. Wenn die erwischt werden, dann müssen sie ins Gefängnis oder in irgendein so ein komisches Waisenheim oder irgendwelche Männer benutzen uns als billige Arbeitskräfte auf ihrem Schiff oder in einer Fabrik. Das ist grausam, sage ich Ihnen, wirklich. Ich habe das erlebt. Wir müssen immer auf der Hut sein. Ich weiß nicht, ob ich dir das glauben soll. Pass auf, Jim. Wenn du mich noch diese Nacht an einen Ort hinführen kannst, wo deine Kameraden unter freiem Himmel schlafen, so wie du gestern auf dem Heumarkt geschlafen hast.
[9:56]Da bekommst du von mir einen heißen Kaffee und eine anständige, warme Schlafgelegenheit. Na, was sagst du dazu? Ja, ja, das mache ich. Sie werden sehen.
[11:20]Oh Mann, was ich mich freue, dass ich das für uns tun. Herr, warum nur? Also mal mit der Ruhe, ihr Racker, ich will mit der letzten Frage anfangen, warum ich das tue. Ich tue es, weil es noch einen gibt, der unheimlich viel für mich getan hat. Wer ist das? Es ist Gott. Er hat seinen Sohn Jesus für unsere Schuld ans Kreuz nageln lassen. Durch ihn können wir frei werden von all dem Dreck, der sich so bei uns angesammelt hat. Aber davon werde ich dir später noch mehr hören. Halt, habe ich nicht fünf Leuten gesagt, dass die mitkommen können? Ich sehe jetzt aber sechs. Wenn Sie den mit den Sommersprossen meinen, das ist John Summers, wir nennen ihn gelbe Rübe. Sie wissen schon, warum er ist immer so blass und dann die roten Haare. Wer bist du? Herr, Sie dürfen mir nicht böse sein, ich Warst du dabei, als ich fünf Leute herausgesucht habe, die heute mit mir gehen können? Bitte, nehmen Sie mich auch mit. Ich heiße John Summers, wie die eben gesagt haben. Wir gehören alle zusammen. Hast du keine Eltern mehr? Nein, den Vater habe ich überhaupt nie gekannt. Die Mutter lebt noch, aber als ich sieben war, hat sie mich davon gejagt. Das war vor vier Jahren. Wieso hat sie dich weggejagt? Wieso? Sie fand ich sei alt genug, um mich selber durchschlagen zu können. Das stimmt, das ist wahr, ich kenne die Alte. Wir kennen sie alle, ein scheußliches Weibsbild, sage ich Ihnen. Die Jungs haben Recht, die ist eklig. Nehmen Sie bloß Acht vor der. Wir tun es wenigstens und nehmen Reißaus, wenn wir sie kommen sehen. Und wenn sie erfährt, dass sie Rübe von der Straße genommen haben, kratzt sie ihn die Augen aus. Ach, so schlimm wird es wohl nicht sein. Außerdem habt sie gesagt, sie kümmert sich nicht um ihn. Glauben Sie, so ganz hat sie John doch noch nicht aufgegeben. Das stimmt, von Zeit zu Zeit passt sie mich an, wenn sie mich irgendwo sieht, dann schnappt sie mich und verhaut mich mitten auf der Straße. Dann durchsucht sie meine Taschen und dann klaut sie mir alles, was ich noch hab. Hast du seitdem du nicht mehr zu Hause bist, immer draußen geschlafen? Nein, das nicht. Wenn ich genug verdiene, dann gehe ich ins Logierhaus. Im Winter wenigstens. Meistens penne ich allerdings im Freien, am liebsten auf dem Markt. Sonst in Billingsgate, wo sie uns aufgestöbert haben. Und was arbeitest du? Ja, wozu sich gerade Gelegenheit bietet. Ich habe es schon als Zeitungsjunge, Schuhputzer oder Zündholzverkäufer versucht. Auf einen grünen Zweig bin ich nie gekommen. Die Leute mögen mich nicht, ich bin ihnen zu hässlich. Also, ich würde dich gerne mitnehmen, aber es geht beim besten Willen nicht. Ach, bitte, Herr. Ich habe nicht einmal für deine Kameraden genug Plätze gefunden. Zwei muss ich vorläufig mit zu mir nehmen. Sie müssen bei mir auf dem Fußboden liegen. Aber das macht doch nichts, ob zwei oder drei auf dem Fußboden liegen. Ich werde schon mit allem zufrieden sein. Heute nicht, ich habe es mir überlegt. Aber pass auf, in einer Woche komme ich wieder hier in dieses Café. Ich hoffe, dass ich bis dahin noch eine Familie gefunden habe, dann dann kann ich dich mitnehmen. Ich verspreche dir, dass ich komme, ganz bestimmt. Schwören Sie? Nein. Aber du kannst dich darauf verlassen, heute ist Donnerstag. Am nächsten Donnerstag, also um diese Zeit, kannst du auf mich warten. Gut, ich werde Tod sicher da sein.
[14:17]Nach einer Woche kam Tom wieder zu Big Fishers Café. Doch wer war nicht da? Gelbe Rübe. Ach, Sie kommen zu spät, es ist ein Unglück passiert, stammelte der Wirt. Was war geschehen? Gelbe Rübe war tot. Er war vor Hunger und Kälte gestorben. Tom war fix und fertig. Nein. So konnte es nicht weitergehen. Hier musste etwas geschehen, das stand für Tom fest. Ein guter Freund riet Tom einen Artikel in der Zeitung setzen zu lassen. Die Bevölkerung sollte aufgeklärt werden, unter welchen unmöglichen Verhältnissen die Kinder in Stepney aufwuchsen. Und er schrieb auch, wie wichtig es sei, diesen Jungs und Mädchen von Jesus zu erzählen und sie aus den Gassen herauszuholen. So kam es, dass immer mehr Menschen aufmerksam wurden und dafür spendeten. Mit dem ersten Geld wurde die Miete für einen großen Saal bezahlt. 2347 Gäste kamen. Kinder, alte, dreckige und besser gestellte. Sie wurden mit Tee und Plätzchen versorgt. Jeden Sonntag war der Saal bis zum letzten Platz besetzt und Tom predigte. Der neue Treffpunkt war zunächst einmal ein Erfolg.
[15:48]Aber dann kam der Zusammenbruch. Zunächst einmal wollte der Besitzer des Saales nicht mehr vermieten. Tom war außer sich. All die Arbeit umsonst. Was nun? Seine Gedanken und Zweifel quälten ihn. Tom wurde vollkommen aus der Bahn geworfen. Wieso weitergehen? Wie sollte er sich vor seinen Geldgebern rechtfertigen? Barnardos, ich meine Toms Zweifel wurden immer größer. Hätte er das alles nicht machen sollen mit den Kindern? Wollte er nicht eigentlich sowieso nach China? War das nicht sein Wunsch? Oh mein Gott, rief er. Warum lässt du mich jetzt so alleine? Und dann sperrte er sich in sein Zimmer ein. Seine Hausvermieterin, Frau Kelly, hatte ernsthafte Sorgen um ihn. Sie musste einfach mal mit ihm reden. Was ist? Darf ich reinkommen? Ja, was wollen Sie? Ich will nichts essen. Aber Herr Banado, Sie sind krank. Sie haben zu viel gearbeitet. Immer unterwegs, immer Kinder suchen. Immer Versammlungen halten mit solchen Leuten, das ist zu viel. Den ganzen Tag und die halbe Nacht sind sie jedes Mal unterwegs. Wer hält das schon aus? Es ist nicht die Arbeit. Aber wenn man einsehen muss, dass man alles verkehrt angefangen hat. Ach, hören Sie auf, wie können Sie sowas nur sagen? Denken Sie doch an die, die sie alle schon erreicht haben, alte und die Kinder und die Kranken. Ich verstehe nicht, was Sie auf einmal bedrückt. Eine, der einen solchen Glauben hat wie Sie. Ach, Frau Kelly, Sie wissen nicht, wie es in mir aussieht. Ich kann nicht mehr, ich kann einfach nicht mehr. Nun legen Sie sich doch endlich hin. Sie sind krank, ernstlich krank. Man kann das ja gar nicht mit ansehen. Fieber haben sie sich ja auch noch. Sagen Sie mir, wie kann ich Ihnen helfen? Lassen Sie mich in Ruhe. Das heißt, vielleicht bringen Sie mir was zu trinken und Tee oder so. Meine Lippen sind so trocken. Ich danke Ihnen, dass Sie sich so um mich sorgen. Bist du es wirklich, Jim? Unser Jim?
[18:31]Wie geht es dir, du siehst prächtig aus. Geht es dir in der Familie auch wirklich gut? Ja, Herr, und wie geht es Ihnen? Es tut mir so leid, dass Sie krank sind, ehrlich. Woher weißt du, dass ich krank bin? Ach, das wissen doch alle.
[18:47]Wir haben uns lange nicht gesehen, was? Das stimmt, du hast Recht, es ist schon ein Weilchen her. Es ist lieb, dass du mich mal besuchen kommst. Wissen Sie, Herr, ich wollte mich immer noch bedanken für das, was Sie für mich getan haben. Mir geht es so gut. Dafür haben Sie gesorgt. Das haben Sie für mich getan. Du hast dich ganz schön verändert, Jim. Das ist schon möglich. Wissen Sie noch, wie ich sie damals zu den Verstecken geführt habe? Ah ja, natürlich erinnere ich mich. Und wie sie mich hier schlafen ließen in der Nacht zurückkam. Ach, das weiß ich noch. Würde es Sie wohl interessieren noch einen weiteren Unterschlupf kennenzulernen? In Covent Garden Market, da sind sie bestimmt noch nie gewesen. Sobald sie gesund sind, werden sie miteinander hingehen. Auch noch Queenshade wollen Sie? Werden Sie kommen? Die Burschen werden froh sein, wenn sie ihn auch helfen. Natürlich und du wirst mir die Stelle zeigen. Auch prima, und vergessen Sie nicht ihre Laterne. Wir können natürlich nur nachts hin. Ich hole sie ab. Beeilen Sie sich, dass sie wieder gesund werden und die Jungs nicht so lange warten müssen. Ich kann's mal versuchen. Es ist gut, dass du gekommen bist, Jim, du. Du weißt gar nicht, wie gut das war, dass du mich besucht hast. Ja, durch Jim, dieses kleine Niemandskind,
[20:06]bekam Tom Barnado also doch noch mal einen Anstoß mit Gott über seine Zweifel zu reden und eine Antwort zu suchen. Es ist nicht schlimm, wenn man mal nicht weiter weiß oder auf die Nase fällt. Es ist schlimm, wenn man dann liegen bleibt. Man kann doch mit Gott weitermachen und sich auf ihn verlassen. Das hatte Tom wohl durch diese ganze Sache gelernt. Schon am nächsten Tag hatte er kein Fieber mehr. Immer wieder fragte er sich, was ist wohl meine Aufgabe, hier bei den Kindern in London oder als China Missionar? Und Gott antwortete Tom und zwar durch die Bibel selbst, durch das, was da aufgeschrieben stand. Psalm 32 Vers 8: Ich will dich mit meinen Augen leiten. Das war eine Zusage Gottes. Ich will dich leiten. Mit dieser Verheißung konnte Tom wieder arbeiten. Kurze Zeit später, so schnell hatte er gar nicht damit gerechnet, konnten zwei Häuser gekauft werden. Das war der Beginn des Missionswerkes, Kinder aus dem Elend, aus den Gassen herauszuholen und ihnen ein Zuhause zu geben.
[25:00]Der Tod des kleinen Ted erinnerte Tom wieder an gelbe Rübe und die vielen Kinder, die noch draußen im Elend lebten. Daraufhin ließ er an der Außenwand des Hauses ein Schild anbringen, darauf stand: Hier wird keinem Kind die Aufnahme verwehrt. Ja, so sollte es sein. Tom Barnado ist wirklich ein Vater der Niemandskinder geworden.
[26:20]Insgesamt holte er 12700 Kinder aus ihrem Elend heraus. Alles was er tat, tat er für Gott und die Kinder. Tom konnte dieses Missionswerk auch nur leiten, weil er in der Abhängigkeit von Gott lebte, alles mit Gott besprach und ihm vertraute. Und Gott sorgte dafür, dass die Arbeit unter den Niemandskindern immer bekannter wurde und die Menschen bereit waren dafür Geld zu geben. Davon konnten Häuser und Schulen gebaut werden. Tom Barnado starb 1905. Er war gerade 60 Jahre alt geworden. Die Arbeit, die er begonnen hat, ist nicht gestorben. Sie lebt heute noch. Sicher werden wir nicht alle kleine Barnardos, aber wir alle können lernen, wie er auf Gott zu hören und uns von ihm führen zu lassen.



