[0:00]Willkommen in der Rubrik IVO Prüfung leicht gemacht. Heute geht es um das Fachgespräch in der praktischen IVO Prüfung. Besser gesagt, um die Top 10 Themen, die von vielen Prüfern immer wieder genutzt werden. In diesem Video zeigen wir Ihnen zehn kurze Ausschnitte aus IVO Fachgesprächen zu den zehn Themen. Lernziele, Motivation, Lernbereiche, Methoden, Lerntypen, Ausbildungsnachweis, Schlüsselqualifikationen, Lernerfolgskontrollen, Didaktische Prinzipien und Führungsstile. Wir haben also zehn Fachgespräche nachgestellt und jedes beinhaltet eines der Themen. Es geht hierbei darum, welche Fragen die Prüfer gestellt haben und wie der Prüfling darauf geantwortet hat. Los geht's und wenn Sie Lust auf unsere regelmäßigen Videos haben, freuen wir uns, wenn Sie diesen Kanal abonnieren.
[0:56]Gut, dann starten wir gleich mal mit dem Fachgespräch und meine erste Frage lautet: Haben Sie Ihr Lernziel erreicht? Ja, ich glaube schon. Und woran machen Sie das fest? Na, mein Azubi konnte am Ende der Unterweisung ein Geschenk verpacken. Was war denn ihr Lernziel, welches Sie vorher formuliert hatten? Was meinen Sie mit formuliert? Na, sie haben noch einen Konzeptentwurf abgegeben und in diesem Konzept haben Sie auch Lernziele vermerkt. Welche Arten von Lernzielen gibt es denn? In mein Konzept habe ich reingeschrieben, dass mein Azubi am Ende der Unterweisung Geschenke verpacken kann. Ja und um welche Art Lernziel handelt es sich hier? Ich glaube, das ist ein Feinlernziel. O. K., also haben wir schon mal eine Art von Lernzielen, und zwar das Feinlernziel. Und was mich interessieren würde ist, welche drei Mindestkriterien muss denn so ein Feinlernziel enthalten? Na, es muss schon sehr genau sein. Was heißt dann genau? Es sollte konkret auf eine Handlung bezogen sein. Ja, und wie sollte der Azubi diese Handlung ausführen? Na, korrekt natürlich. Korrekt reicht mir noch nicht ganz. Dafür gibt es einen anderen Fachbegriff. Ah, jetzt weiß ich, worauf Sie hinaus wollen. Es muss fachlich richtig sein. Genau, und da haben wir auch schon das erste Mindestkriterium, was ein Feinlernziel erfüllen muss. Und zwar, es muss fachlich und sachlich richtig sein. Jetzt fehlen noch zwei weitere Kriterien. Lassen Sie mich mal überlegen. Ich glaube so ein Feinlernziel muss auch einen konkreten Anfangs- und Endzeitpunkt haben. Ja, das ist ein weiteres Kriterium, die Zeit. Was haben Sie hier geplant? Na, die 15 Minuten, die ich ja hier zur Verfügung habe. Und jetzt gibt es noch ein drittes Kriterium. Da geht es um die Frage, wie ihr Azubi die Geschenke einpacken soll. Na, korrekt natürlich. Das hatten wir ja bereits, denn er musste es ja auch fachlich und sachlich richtig einpacken. Ich stehe auf dem Schlauch. Na, wäre es denn für Sie O.K., wenn ihr Azubi seine Schwester zum Geschenke einpacken vorbei schickt, anstatt es selbst zu tun? Das geht natürlich nicht. Ah, jetzt klingelt's. Mein Azubi muss die Geschenke selbstständig einpacken. Und da haben wir das dritte Mindestkriterium eines Feinlernziels. Und jetzt überlegen Sie mal, hat ihr Azubi die Geschenke wirklich selbstständig eingepackt? Na, etwas korrigieren musste ich da schon, weil das nicht so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt hatte. Und jetzt komme ich noch mal zurück auf meine erste Frage: Haben Sie Ihr Lernziel erreicht? wenn man das Feinlernziel anhand der drei Kriterien misst, dann eher nicht. Weil ich am Ende beim Geschenke einpacken immer noch eingegriffen habe. Genauso habe ich das auch gesehen. Was würden Sie denn, wenn Sie diese Unterweisung noch einmal durchführen müssten, anders machen? Ich würde versuchen, das so hinzubekommen, dass mein Azubi am Ende der Unterweisung die Geschenke wirklich selbstständig, also ohne meine Hilfe, einpacken kann. Auch auf die Gefahr hin, dass ihr Azubi dann Fehler macht? Also dadurch, dass es ja beim Geschenke einpacken um keine gefährlichen Sachen geht, kann er ruhig mal einen Fehler machen, denn daraus lernt er ja am Ende. Prima, und vielen Dank. Ich übergebe mal an meine Kollegin. Wir bleiben bei dem Thema Lernziele. Und was mich interessiert ist, welche anderen Lernziele, außer dem Feinlernziel, gibt es noch? Es gibt ja auch noch ein Groblernziel. Ja, und dieses Groblernziel, wo kann man das finden? Na, in der Ausbildungsordnung natürlich. Und wo genau in der Ausbildungsordnung, denn die ist ja sehr umfangreich. Das steht ziemlich weit hinten. Was meinen Sie denn mit hinten? Na, am Ende gibt es ja immer so eine große Tabelle, wo die Groblernziele aufgelistet sind. Wie nennt man denn diese Tabelle? Keine Ahnung. Was ich meine, ist so eine Art Gliederung. Ah, jetzt weiß ich, worauf Sie hinaus wollen. Sie meinen bestimmt die sachliche Gliederung. Genau, in der sachlichen Gliederung stehen die Groblernziele. Und welche Art von Lernzielen finden wir denn noch in der sachlichen Gliederung? Ach, da gibt's noch mehr? Ja, eine Art von Lernziel gibt es da schon noch. Das gibt sozusagen die Richtung vor. Ja, logisch. Das Richtlernziel. Genauso ist es. Jetzt bringen Sie doch bitte mal die drei Lernziele in die richtige Reihenfolge. Zuerst kommt das Richtlernziel, dann das Groblernziel und dann das Feinlernziel. Vielen Dank Ihnen, ich gebe mal weiter an meinen Kollegen. Eine letzte Frage zum Feinlernziel habe ich noch. Wozu dient denn dieses Feinlernziel? Oder anders gefragt: Welchen Zweck erfüllt dieses Feinlernziel? Welchen Zweck? Ja, das ist eine gute Frage. Na, was müssen Sie am Ende einer Unterweisung machen? Ich muss den Azubi auf jeden Fall darauf hinweisen, dass er die Inhalte der Unterweisung in den Ausbildungsnachweis einträgt. Das ist auf jeden Fall richtig. Aber, was hat das mit dem Feinlernziel zu tun? Na, im Ausbildungsnachweis kann ich ja später auch prüfen, ob er das mit dem Geschenke einpacken hinbekommen hat. Also meinen Sie, wenn im Ausbildungsnachweis steht, dass der Azubi Geschenke eingepackt hat, dass er das auch wirklich kann. Und zwar nach ihren Vorgaben? Ich bestätige ihm doch mit meiner Unterschrift im Ausbildungsnachweis, dass er das kann. Na, überlegen Sie mal. Sie haben doch heute dem Azubi in der Unterweisung gezeigt, wie man Geschenke richtig eingepackt. Ja, genau. Und wir haben gesehen, dass ihr Azubi es ohne ihre Hilfe nicht geschafft hat, die Geschenke selbstständig einzupacken. Beim nächsten Mal machen Sie es natürlich besser. Völlig O.K. Aber, wie können Sie beim nächsten Mal sicherstellen, dass ihr Azubi das auch wirklich kann? Ah, jetzt weiß ich es. Ich mache eine Lernerfolgskontrolle. Genau darauf wollte ich hinaus. Sie machen also am Ende ihrer Unterweisung eine Lernerfolgskontrolle. Und was brauchen Sie dazu? Na, das Lernziel natürlich. Denn, wenn ich vorher kein konkretes Lernziel festgelegt habe, dann weiß ich auch gar nicht, was genau ich kontrollieren soll. Und damit ist die Frage nach dem Zweck eines Feinlernziels beantwortet. Denn das Feinlernziel ist eine sogenannte Soll-Vorgabe, die Sie am Ende mit dem sogenannten Ist-Zustand vergleichen wollen.
[7:28]Und meine erste Frage lautet: Wie haben Sie Ihren Azubi motiviert? Na, mein Azubi hat doch sehr gut mitgemacht. Ja, das stimmt. Worauf lässt sich das zurückführen? Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass mein Azubi Interesse an dem Thema hatte. Und, welche Motivationsform steckt dahinter, wenn jemand Interesse an einer Sache hat? Was meinen Sie mit Motivationsform? Es gibt doch zwei Arten der Motivation. Welche sind denn das? Meinen Sie, wenn die Motivation von innen herauskommt? Von innen? Sie reden da aber nicht von Organen, wie der Leber oder der Milz? Nein, ich meine aus eigenem Antrieb. Ah, verstehe. Wie nennt man denn diese Art der Motivation, wenn ihr Azubi aus eigenem Antrieb etwas machen möchte? Hmm, das waren doch diese komplizierten Fachbegriffe. Ich glaube intrinsisch. Sie meinen bestimmt intrinsisch. Ach ja, genau. O.K., und woran kann man jetzt erkennen, dass ein Azubi intrinsisch motivierter ist? Na daran, dass er Interesse und Freude an seiner Ausbildung hat. Und woran noch? Ich würde sagen, er bringt sich selbst ein und hat oftmals auch eigene Ideen. Genau! Und wie können Sie jetzt als Ausbilderin so einen intrinsisch motivierbaren Azubi fördern? Eigentlich brauche ich ja gar nichts weiter tun. Naja, ganz so bequem kann man es sich da nicht machen. Stellen Sie sich mal vor, Sie wollen mit dem Azubi eine ganz bestimmte Unterweisung durchführen. Und jetzt teilt Ihnen Ihr Azubi mit, dass er eine ganz andere Idee hat. Was machen Sie jetzt? Na, ich führe meine Unterweisung, wie geplant durch, und vielleicht können wir die Idee meines Azubis später aufnehmen. Ja, das wäre eine Vorgehensweise. Obwohl, ihr intrinsisch motivierbarer Azubi natürlich ungeduldig wird, weil er seine Idee umsetzen möchte. Naja, eine Berufsausbildung ist ja kein Ponyhof, wie man so schön sagt. Das heißt, dass ihr Azubi zwar Ideen haben kann, diese aber fehl am Platze sind, wenn das nicht in ihr Konzept passt? Vom Prinzip her ja. Das ist aber schade. Bei einem intrinsisch motivierbaren Azubi sollte man auch dessen Meinung gelten lassen und sein Interesse ernst nehmen. Ja, und wie soll ich das als Ausbilderin bewerkstelligen? Weil es ja in der Ausbildung darum geht, dem Azubi das zu vermitteln, was vorgesehen ist. Das tun Sie ja auch. Sie lassen ihren intrinsisch motivierbaren Azubi die Aufgaben einfach eigenverantwortlich ausführen. Zum Beispiel bei der selbstständigen Entwicklung von Projektaufgaben. Stimmt. Ich gebe mal weiter an meine Kollegin. Wir bleiben bei dem Thema Motivation. Und was mich interessiert ist, welche andere Motivationsform gibt es noch? Ich glaube, es war die extrinsische. Bei der extrinsischen Motivation geht es um was? Na, da ist jemand von außen motivierbar. Und was bedeutet von außen? Oder anders gefragt: Wie kann man denn einen Azubi extrinsisch motivieren? Ich könnte den Azubi belohnen. Ja, das ist gut. Und mit was? Mehr Gehalt zum Beispiel. Zum einen ist Geld kein reiner Motivationsfaktor und zum anderen stellt sich die Frage: Wie lange halten Sie das durch, weil der Azubi natürlich dauerhaft belohnt werden will und immer mehr Geld möchte. Ja, verstehe. Ganz ehrlich, ich glaube auch nicht, dass meine Firma das bezahlen würde. Wie können Sie denn ihren Azubi motivieren ohne Geld. Ohne Geld, Ah, ich könnte ihn loben. Das ist schon mal eine gute Idee. Haben Sie denn ihren Azubi in ihrer heutigen Unterweisung gelobt? Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, eher nicht. Was könnte man noch machen außer Lob? Gerade am Beginn einer Unterweisung. Eigentlich hatte ich ja vor, meinem Azubi gleich am Anfang den Nutzen meiner Unterweisung zu erklären. Wozu er das für seine zukünftige Arbeit unbedingt braucht. Aber, irgendwie ist das untergegangen. Das wäre schon mal eine gute Möglichkeit einen extrinsischen Impuls zu setzen. Ich gebe mal weiter an meinen Kollegen. Eine letzte Frage zum Thema Motivation habe ich noch. Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Motivation und Feedback? ging es beim Feedback nicht um eine Rückmeldung, wie sich der Azubi verhalten hat? War das jetzt eine Frage? Nein, also beim Feedback geht es um eine Rückmeldung. Und worauf bezieht sich diese Rückmeldung? Na, auf das Verhalten des Azubis. Also, was hat er getan und was hat er nicht getan. Und außerdem, was hat das für eine Auswirkung gehabt. Gut, gut, und was ist nun der Unterschied zwischen Feedback und Motivation? Beim Feedback geht es um eine Rückmeldung und bei der Motivation... Ja, weiß ich auch nicht. Bezieht sich das Feedback auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft? Na, auf die Vergangenheit natürlich. Und die Motivation? Auf ein zukünftiges Verhalten. Perfekt. Da haben wir schon mal eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale. Zum Thema Motivation habe ich jetzt keine Fragen mehr.
[12:35]Welche Lernbereiche haben Sie denn in ihrer Unterweisung angesprochen? Ich glaube den visuellen Lernbereich. Visuell? Sie meinen bestimmt die Lerntypen, aber dazu können wir gerne später kommen. Jetzt geht es erst mal um die Lernbereiche. Lernbereiche? Wie war das noch mal? Na, es gibt doch drei Lernbereiche. Von einem kompetenten Ausbilder wird doch nicht nur erwartet, dass er die Inhalte selbst verinnerlicht hat, sondern dass er dieses Wissen auch seinem Azubi vermitteln kann. Welcher Lernbereich könnte denn hier gemeint sein? Ah, jetzt klingelt's. Sie meinen bestimmt den kognitiven Lernbereich. Genau, das ist zum Beispiel ein Lernbereich. Und was bedeutet kognitiv? Na, da geht es um das Wissen, welches der Azubi braucht, um wie in meinem Fall den Lieferschein zu kontrollieren. Und was musste ihr Azubi in Ihrem Fall wissen? Na auf jeden Fall, wie der Lieferschein inhaltlich aufgebaut ist und welche Informationen für die Kontrolle benötigt werden. Prima. Und jetzt gibt es bei dem kognitiven Lernbereich sogar noch verschiedene Abstufungen. Kennen Sie die? Abstufungen? Was ist damit gemeint? Na, eine Abstufung ist doch zum Beispiel das Zahlen-, Daten-, Fakten-Wissen. Also, was wir überall in Fachbüchern und in Wikipedia lesen können. Ja, stimmt. Sogar die Inhalte eines Lieferscheins lassen sich in Google gut recherchieren. Was lässt sich denn nicht in Google recherchieren und gehört trotzdem zum kognitiven Lernbereich, also dem Wissen zugehörig? Wenn ein Azubi zum Beispiel zwei verschiedene Lieferscheine miteinander vergleichen soll, da helfen Google oder Wikipedia nicht weiter. Also haben wir als Abstufung das sogenannte Anwendungswissen. Ich gebe mal weiter an meine Kollegin. Wir bleiben bei dem Thema Lernbereiche. Welchen Lernbereich neben dem kognitiven gibt es da noch? Auf jeden Fall den motorischen oder genauer gesagt den psychomotorischen Lernbereich. O. K., auch hier gibt es Abstufungen. Kennen Sie die? Ja, ich würde mal sagen, es gibt den grobmotorischen Bereich und den feinmotorischen Bereich. Gut erkannt. Und, gab es in ihrer Unterweisung auch etwas, was dem motorischen Lernbereich zugeordnet werden könnte? Na, auf jeden Fall die Handhabung mit dem Sicherheitsmesser beim Öffnen der Kartons. Und, wenn die Ware reklamiert werden muss, dann muss der Azubi auch leserlich auf dem Lieferschein den Mangel festhalten. Was meinen Sie denn mit leserlich? Na, es gibt manche Azubis, die mal eben schnell etwas hin kritzeln und keiner kann es am Ende lesen. Manche muss ich daran erinnern, dass sie in Druckschrift und sauber schreiben sollen. Das berührt doch aber gleichzeitig auch den dritten und letzten Lernbereich. Ich glaube, dazu hat mein Kollege noch die ein oder andere Frage. Beim dritten und letzten Lernbereich ging es noch mal um was? Na, wenn der Azubi sich zum Beispiel an Regeln halten soll. Wie zum Beispiel, dass er sauber und in Druckschrift Reklamationen auf den Lieferschein schreibt. Und wie heißt dieser Lernbereich. Das ist der affektive Lernbereich. Und, was bedeutet in diesem Zusammenhang affektiv? Wenn etwas vom Herzen kommt. Also, da müssen Sie schon etwas genauer werden. Denn, vom Herzen kommen ja viele Dinge. Ich glaube, es geht um die innere Einstellung des Azubis. Ja, das hört sich schon ganz anders an. Was haben Sie denn in ihrer Unterweisung geplant, damit die innere Einstellung des Azubis geändert wird? Ich habe ihn am Anfang auf jeden Fall darauf hingewiesen, wie wichtig eine korrekte Kontrolle des Lieferscheins ist und welche Konsequenzen es hat, wenn wir hier Fehler machen. Und, hat der Hinweis etwas bewirkt? Also, hat ihr Azubi in der Unterweisung das beachtet? Er war sehr bemüht alles richtig zu machen. Ist mit dem Sicherheitsmesser umsichtig umgegangen und hat auch die Reklamation gut lesbar in Druckschrift auf den Lieferschein geschrieben. Und woran können Sie jetzt erkennen, dass ihr Azubi ihre wichtigen Hinweise bei der Kontrolle des Lieferscheins auch wirklich verinnerlicht hat? Zum einen kann ich das leicht überprüfen, indem ich eine Stichprobe seiner Lieferscheine mache und feststelle, ob alles korrekt ist. Und zum anderen, wenn ich von anderen Azubis erfahre, dass mein Azubi zum Beispiel sehr viel Wert darauf legt mit dem Sicherheitsmesser umsichtig umzugehen. Ja, das sind gute Beispiele. Zu dem Thema Lernbereiche habe ich jetzt keine Fragen mehr. Zum Thema Lernbereiche habe ich jetzt keine Fragen mehr. Welche Methode haben wir gesehen? Die Vier-Stufen-Methode. Dann erläutern Sie uns doch bitte mal die einzelnen Schritte dieser Vier-Stufen-Methode. O. K., die erste Stufe ist die Einleitung, bei der zweiten Stufe geht es darum, dem Azubi etwas zu zeigen, bei der dritten Stufe geht es darum, wie er das nachmachen soll und bei der vierten Stufe geht es um die Lernkontrolle. Na, überlegen Sie mal, ist die erste Stufe wirklich die Einleitung oder heißt die anders? Na, wenn Sie mich so fragen, heißt sie bestimmt anders. Was machen Sie denn in der ersten Stufe? Ich bereite auf jeden Fall meinen Arbeitsplatz vor und begrüße dann den Azubi. Hört sich schon mal gut an. Und, wenn Sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten, wie könnte diese Stufe dann heißen? Vorbereitung? Genau, die erste Stufe ist die Vorbereitung. Jetzt haben Sie ja gesagt, dass Sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten und den Azubi begrüßen. Was zählt noch zur Vorbereitung? Vielleicht noch eine kleine Sicherheitsbelehrung für den Azubi. Ja, was noch? Also, was sollte am Anfang dem Azubi noch bekannt gemacht werden? Ach so, das Lernziel natürlich. Genau, das Lernziel. Und, wenn ihr Azubi gar keine Lust hat. Dann muss ich versuchen, das Interesse zu wecken und vielleicht sogar einen Nutzen aufzeigen. Korrekt. Kommen wir zur zweiten Stufe, dem Vormachen. Was ist beim Vormachen wichtig? Na, ich mache ja nicht nur vor, sondern ich erkläre ja auch was genau ich da mache. Richtig, und warum ist das so wichtig, dass Sie parallel auch erklären, was Sie da tun? Weil der Azubi beim Nachmachen es ja auch nicht nur stumpf nachmachen muss, sondern auch erläutern soll, warum er das macht und worauf er gerade achten muss. Genau, denn wenn Sie es nicht richtig vormachen, macht ihr Azubi es auch nicht richtig nach. Kommen wir zur vierten Stufe. Da sprachen Sie ja von einer Lernkontrolle. Die machen Sie natürlich auch. Aber die vierte Stufe heißt anders. Da stehe ich jetzt auf dem Schlauch. Wie können Sie denn sicherstellen, dass ihr Azubi das, was Sie ihm gezeigt haben, am Ende auch wirklich selbstständig und ohne Ihre Hilfe kann? Na, er muss es natürlich üben. Denn, Übung macht den Meister. Ja, genau. Also, heißt die vierte Stufe? Ah, üben. So ist es. Hat denn ihr Azubi geübt? Nein, dazu hat leider die Zeit nicht gereicht. Nun ja, die 15 Minuten Zeit für eine praktische Durchführung hat jeder Prüfling. Und bei vielen klappt das wunderbar. Woran hat es also bei Ihnen gelegen? Vielleicht habe ich mich auch in der Zeit verschätzt. Das wäre eine Möglichkeit. Wie würden Sie denn ihre Unterweisung mit der Vier-Stufen-Methode gestalten, wenn Sie diese noch einmal durchführen müssten, und diesmal die 15 Minuten einhalten wollen? Dann würde ich den Umfang etwas reduzieren. Das heißt, ich würde mein Lernziel unterteilen und nur einen Teilbereich innerhalb der 15 Minuten unterweisen, sodass der Azubi am Ende auch noch Zeit zum Üben hat. Prima, und vielen Dank. Ich übergebe mal an meinen Kollegen. Wir bleiben bei dem Thema Methoden. Und was mich interessiert ist, welche anderen Methoden, außer der Vier-Stufen-Methode, hätten Sie noch anwenden können? Da muss ich mal überlegen. Vielleicht eine Demonstration. Ja, das wäre eine Option. Was aber ist der Nachteil einer Demonstration gegenüber der Vier-Stufen-Methode? Bei der Demonstration zeige ich lediglich dem Azubi, wie man es richtig macht, aber eine Übungsphase ist in der Regel nicht vorgesehen. Das hat zur Folge, dass der Azubi es am Ende nicht selbstständig kann, nur weil er es gesehen hat. Sehr gut. Gäbe es noch eine andere Methode, die sich eignen würde? Ein Lehrgespräch käme da nicht in Frage und eine Projektarbeit ja auch nicht. Ich finde, dass die Vier-Stufen-Methode sich perfekt für mein Thema geeignet hat. Denn der Azubi steht noch am Anfang der Ausbildung und hat noch gar keine Ahnung über die grundlegenden Abläufe. O. K., Sie sprachen ja gerade auch das Lehrgespräch an. Worum geht es denn bei einem Lehrgespräch? Da geht es zum Beispiel darum, dass die Azubis komplexe Themen verstehen und verinnerlichen. Welche Themen könnten sich für ein Lehrgespräch eignen? Zum Beispiel das Verständnis im Zahlungsverkehr, bei Beitragsrechnungen oder auch zum Beispiel, nach welchen grafischen Vorgaben Mediengestalter einen Veranstaltungsflyer gestalten sollen. Ja, das sind gute Beispiele. Was ist denn der Kern eines Lehrgesprächs? Da es sich ja hier um eine fragend entwickelnde Methode handelt, sind das bestimmt die Fragen, die der Ausbilder dann stellt. Ja, genau. Und um welche Art von Fragen handelt es sich hier? Verstehe ich nicht. Na, es gibt ja zwei ganz unterschiedliche Frageformen, mit denen ein Ausbilder ein Gespräch führen kann. Ach, jetzt weiß ich, was Sie meinen. Das sind offene und geschlossene Fragen. Genau. Und welche Art der Fragen sollten in einem Lehrgespräch vorrangig gestellt werden? Ich würde sagen, die offenen Fragen, weil man ja den Azubi sprachlich fördern möchte. Genauso ist es. Ich gebe mal weiter an meinen Kollegen. Eine letzte Frage zu den Methoden habe ich noch. Sie hatten vorhin die Projektmethode angesprochen, Wann würden Sie die denn einsetzen? Da es bei der Projektmethode ja darum geht, dass die Azubis selbstständig etwas erarbeiten und auch schon Erfahrung mitbringen sollen, würde ich diese Methode auf jeden Fall im zweiten oder dritten Lehrjahr anwenden wollen. Sehr gut. Und weil Sie schon so gut auf die bisherigen Fragen geantwortet haben, gibt es noch eine Zusatzfrage. Na, da bin ich ja gespannt. Es gibt eine Methode, bei der verändern Sie sehr stark das Verhalten des Azubis. Welche könnte ich denn damit meinen? Lassen Sie mich mal überlegen. Die Leittextmethode? Na, bei der Leittextmethode geht es zwar um die vollständige Handlung, aber es gibt noch eine andere Methode, bei der Sie das Verhalten eines Azubis schneller ändern können. Ich denke da so eher an den kaufmännischen Bereich, wenn es um den Kontakt mit Kunden geht. Na, wenn ich möchte, dass sich mein Azubi gegenüber meinen Kunden anders verhält, dann würde ich ein Rollenspiel machen. Bingo. Vielen Dank. Zu dem Thema Methoden habe ich jetzt keine Fragen mehr. Zum Thema Methoden habe ich jetzt keine Fragen mehr.
[42:31]Mir ist aufgefallen, dass Sie noch mehr didaktische Prinzipien in Ihrer Unterweisung angewendet haben. So haben Sie zum Beispiel Ihrem Azubi auch erklärt, wo er seine neu erlernten Fertigkeiten in Ihrem Unternehmen zum Einsatz bringen soll. Welches didaktische Prinzip war hiermit gemeint? Ich finde das sehr praktisch, wenn man weiß, wozu man etwas tut. Dann war das bestimmt das Prinzip der Praxisnähe.
[44:54]Korrekt. Am Ende haben Sie ihrem Azubi ein kleines Handout überreicht, in dem die einzelnen Schritte der Wareneingangskontrolle noch mal aufgeführt waren. Was ist das für ein didaktisches Prinzip? Na klar, das Prinzip der Anschaulichkeit. Warum ist das wichtig? So lässt sich zum Beispiel der visuelle Lernkanal beim Azubi besser aktivieren. Ja, so ist es. Zu dem Thema didaktische Prinzipien habe ich jetzt keine Fragen mehr.
[48:10]Ein wichtiger Hinweis. Damit Sie sich step by step auf ihre IVO Prüfung vorbereiten können, haben wir Ihnen einen kompletten IVO Vollzeitkurs auf über 40 Videos aufgenommen und kostenfrei auf YouTube zur Verfügung gestellt. Also, auf geht's, am besten gleich die Videos auschecken, wo die meisten Wissenslücken sind und dann ab zur Prüfung. Ciao und viel Erfolg Ihr Team der Ausbilderwelt.



