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100 Jahre Neues Frankfurt | Was es mit dem Neuen Frankfurt auf sich hat

Damals in Frankfurt

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[0:00]Im Jahr 1925, da sollte etwas Großes entstehen, ein neues Frankfurt, und das war auch dringend notwendig.
[0:00]Was es damit genau auf sich hat und was davon Jahre später noch übrig ist, darum geht es jetzt.
[0:15]Werfen wir einen Blick auf das Frankfurt zu Beginn der 1920er Jahre, dann blicken wir auf zahlreiche Herausforderungen, die gemeistert werden wollten.
[0:15]Viele Menschen, die waren krank, nicht zuletzt aufgrund der vorherrschenden hygienischen Wohnbedingungen.
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[0:00]Im Jahr 1925, da sollte etwas Großes entstehen, ein neues Frankfurt, und das war auch dringend notwendig. Was es damit genau auf sich hat und was davon Jahre später noch übrig ist, darum geht es jetzt.

[0:15]Werfen wir einen Blick auf das Frankfurt zu Beginn der 1920er Jahre, dann blicken wir auf zahlreiche Herausforderungen, die gemeistert werden wollten. Der Wohnraum, der war knapp und häufig in keinem guten Zustand. Viele Menschen, die waren krank, nicht zuletzt aufgrund der vorherrschenden hygienischen Wohnbedingungen. Einige Häuser, die verfügen nur über Gemeinschaftstoiletten. Oftmals mussten Menschen für einen Waschgang öffentliche Badeanstalten aufsuchen. Das, was wir heute auf Fotos als malerisch schön empfinden, beispielsweise die frühere Frankfurter Altstadt, die sorgte aufgrund der Enge für wenig Licht und schlechte Luftzirkulation. Unter all diesen Aspekten litt die Frankfurter Bevölkerung damals sehr. Es bestand enorme Handlungsbedarf, und einer, der das erkannte, das war der im Herbst 1924 neu gewählte Oberbürgermeister Ludwig Landmann. Landmanns Wahl, die war spannend, denn er hatte nicht nur den Wunsch, die dringlichen Probleme Frankfurts zu lösen, sondern er wollte die Stadt auch ganz grundsätzlich weiterentwickeln. Zu einer weltoffenen Metropole umgestalten. Ein Vorhaben, das nicht nur auf den Städtebau gemünzt sein sollte, sondern auch einen Umbruch im kulturellen Sektor bedeutete. Getragen wurde die Idee nicht nur von Landmanns eigener Partei, sondern von einem breiten Parteibündnis im Frankfurter Römer. Um ein solch großes Vorhaben überhaupt realisieren zu können, benötigte er ein schlagkräftiges, erfahrenes Team. Menschen, die Lust darauf hatten, eine Stadt wie Frankfurt neu zu denken. 1925 hatte er die passenden Leute zusammen: den Städtebauer Ernst May, den Stadtkämmerer Bruno Asch und den Kulturdezenten Max Michel. Auf diese drei Schultern wurde Landmanns Vision verteilt. Und diese Gruppe war es, die aus der Vision eines weltoffenen Frankfurts ein neues Frankfurt machen sollte. Die grundsätzliche Idee war, dass die Alt- und Innenstadt nicht mehr primär als Wohnraum, sondern als Ort des Handels verstanden werden sollte. Und drumherum sollten kontrolliert neue Siedlungen mit bezahlbarem Wohnraum und ausreichend Grünflächen entstehen. Die durch eine moderne Infrastruktur an der Stadtzentrum angeschlossen werden sollte. Und eine dieser Grünflächen, die kennt ihr sicherlich: Es ist der Frankfurter Grüngürtel, nach wie vor ein wichtiges Naherholungsgebiet für Frankfurts Bevölkerung. Auch der Grüngürtel stammt in seinen Grundzügen aus dieser Zeit und geht auf Ideen des Gartenbaudirektors Max Promme zurück. Das große Big Picture Neues Frankfurt setzte dabei auf Standardisierung. Zum einen wurden Grundrisse von Reihenhäusern typisiert, um möglichst effizient zu bauen. Zum anderen war aber auch das Mobiliar dahingehend ausgelegt, in Serie produzieren zu können. Ein vermutlich weit bekanntes Beispiel, die Frankfurter Küche von Margarete Schütter Lihotzki. Das neue Frankfurt ging aber weit über den Städtebau hinaus. Es sah sich als gesellschaftliche Reformbewegung, wollte das Zusammengehörigkeitsgefühl fördern und sollte auch in Wissenschaft und Kultur verankert werden. In jenen Jahren entstand so unter anderem die Frankfurter Schule, ein neues Stadtwappen, der sogenannte Leistickopfadler und die noch heute bedeutende Schriftart Futura. Schnell nahm das neue Frankfurt an Fahrt auf und setzte die ursprüngliche Vision in die Realität um. Und so entstanden in rund 5 Jahren ca. 15.000 Wohneinheiten. Doch mit der Stärkung der Nationalsozialisten ab Ende der 1920er Jahre, die gegen den jüdischen Ludwig Landmann und den ebenfalls jüdischen Bruno Asch wetterten und der in jenen Jahren eskalierenden Weltwirtschaftskrise nahm das finanziell enorm aufwendige Projekt im Jahr 1930 sein jähes Ende. Die Bedeutung des neuen Frankfurts für die Stadtgeschichte, die wird heute stark unterschätzt. Dabei hatte das Gesamtvorhaben einen enormen gesellschaftlichen und weltweiten Einfluss. Denn das neue Frankfurt, das war viel mehr eine Epoche, die von innovativen Handeln und Denken geprägt war. Die das Großstadtleben neu gedacht hat und auch das Zusammenleben und dabei jede und jeden mit eingeschlossen hat. Und genau darauf sollten wir uns besinnen, uns von den Werten des neuen Frankfurts inspirieren lassen, unser Zusammenleben fair, gleichberechtigt und offen gestalten. Frankfurt lebenswert machen und uns kommenden Herausforderungen dahingehend stellen. Nicht grundlos sind Frankfurt und das Rhein Maingebiet 2026 World Design Capital. Dahinter steckt ein einjähriges Förderprogramm mit dem Städte und Metropolregion im Bereich Design als Welthauptstadt anerkannt und ausgezeichnet werden. Mit Design for Democracy hatte sich Frankfurt mit einem Slogan beworben, der nicht besser passen könnte, für Frankfurt, aber auch für das neue Frankfurt von vor 100 Jahren. Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao.

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