[0:00]Meine Botschaft ist, wir beobachten euch.
[0:12]Das ist alles falsch. Ich sollte eigentlich gar nicht hier sitzen. Ich sollte in der Schule sein auf der anderen Seite des Ozeans. Aber ihr alle kommt zu uns auf die jungen Leute zu und wollt Hoffnung. Wie könnt ihr das wagen? Ihr habt meine Kindheit mit euren leeren Worten gefüllt, aber ich gehöre noch zu den glücklichen. Die Menschen leiden, die Menschen sterben und ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang einer Massenvernichtung und ihr redet nur über Geld und Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr das wagen?
[1:06]Mehr als 30 Jahre waren die Wissenschaftler ganz klar in ihren Aussagen. Wie könnt ihr es wagen immer noch wegzusehen und hierher kommen und sagen, ihr macht genügend? Denn die Lösungen, die wir brauchen, die sind überhaupt noch nicht in Sicht. Ihr sagt, ihr hört uns und ihr versteht, wie dringend das Ganze ist. Aber wenn ich auch traurig und wütend bin, ich will es einfach nicht glauben. Denn wenn ihr wirklich die Situation verstehen würdet und immer noch nicht handelt, dann werdet ihr böse. Und ich weigere mich einfach, das zu glauben.
[1:54]Das Ziel, die Emissionen in 10 Jahren zu halbieren,
[2:04]gibt uns aber nur eine 50prozentige Chance unter der 1,5-Grad-Grenze zu bleiben und zu verhindern, dass sich Dinge entwickeln, die wir nicht mehr stoppen können. 50 % sind vielleicht für euch akzeptabel, aber da sind viele Feedback-Schlaufen gar nicht berücksichtigt und auch das Thema Klimagerechtigkeit wird ignoriert. Und meine Generation muss hunderte von Tonnen ihres CO2 einatmen und es gibt kaum Technologien, um dagegen vorzugehen. Also ein 50prozentiges Risiko ist für uns nicht akzeptabel. Wir müssen dann mit den Konsequenzen leben. Um eine 67-prozentige Chance zu haben unter der 1,5 Grad Grenze zu bleiben, hat der Klimarat gesagt, die Welt hat dann nur noch 400 Gigatonnen zur Verfügung gehabt am 1. Januar 2018. Diese Zahl ist heute schon bei 350 Gigatonnen angekommen. Wie können Sie es wagen zu sagen, man kann das Ganze lösen mit einigen technischen Lösungen und ansonsten so weitermachen, bis hierher wie bisher. Bei der heutigen Emissionshöhe werden diese verbleibenden Budgets in weniger als achteinhalb Jahren verbraucht sein. Und es wird keine Lösungen geben und keine Pläne mit den Zahlen, die hier vorgelegt werden. Sie sind immer noch nicht reif genug, die Dinge auch beim Namen zu nennen. Ihr scheitert, ihr hintergeht uns, aber die jungen Menschen beginnen langsam diesen Betrug zu erkennen. Die Augen der zukünftigen Generationen richten sich auf euch. Und wenn ihr uns nicht unterstützt, dann werden wir euch nie vergeben.
[4:10]Und wir lassen euch auch nicht so davonkommen. Hier, jetzt wollen wir Handlungen sehen. Die Welt erwacht und der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht. Vielen Dank.



