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Ethik | Elsevier Pflege Podcast

Elsevier DACH

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[0:03]Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Elsevier Pflege Podcast. Mein Name ist Niklas Luger, ich bin 25 Jahre alt, arbeite in einer Klinik als Gesundheits- und Krankenpfleger in der Inneren Medizin. Heute ist wieder bei mir zu Gast Frau Keller. Sie ist Pflegepädagogin und arbeitet unter anderem am Pflege heute Buch mit. Hallo. Hallo Herr Luger. Wir wollen heute über ein großes Thema aus der Pflege sprechen und zwar die Ethik. Das ist auch auf den ersten Blick natürlich erstmal ein sehr sperriger Begriff, unter dem man sich vielleicht nicht so wirklich was konkretes vorstellen kann. Und natürlich haben wir damit in unserem Beruf relativ häufig zu tun. Man denkt dabei eher aber an, ja, recht schwerwiegende Fälle, wie z.B. ob es sinnvoll ist für einen sterbenden Patienten eine Behandlung durchzuführen. Oder ob es sinnvoll ist, sich unter Umständen auch dem Willen von jemanden zu widersetzen in bestimmten Situationen. Ethik fängt aber im kleinen schon an. Da muss man nur daran denken, dass Patienten beispielsweise warten, wenn sie klingeln, weil nicht genügend Personal da ist, um alle Klingeln gleichzeitig abzuarbeiten. Wenn Patienten sehr häufig Hilfe brauchen, dann kann es schon mal sein, dass gesagt wird, ach, der hat sich heute schon zehnmal gemeldet. Jetzt warten wir mal 5 Minuten, bevor wir dann noch mal hingehen. Frau Keller, ich würde von Ihnen erstmal gerne wissen, was überhaupt für uns als professionell Pflegende Ethik bedeutet. Fern ab von irgendwelchen philosophischen Definitionen, würde ich einfach sagen, Ethik in der Pflege beschäftigt sich damit, was gutes oder schlechtes Handeln in der Pflege ist. Oder anders, mit welchen Grundüberzeugungen werden und Einstellungen Pflegefachpersonen in ihrem Berufsfeldern tätig sind. Das ist ja für mich als Pflegefachperson auch einfach wichtig, mein Verhalten auch zu reflektieren, zu schauen, war das jetzt gut, war das jetzt schlecht. An welchen Kriterien kann ich das denn überhaupt festmachen? Gibt's da irgendwelche Regeln? Ja, grundsätzlich muss man sagen, in allen Berufen, in denen mit Menschen gearbeitet wird, das sind erstmal pauschal auch alle sozialen Berufe, ist es wichtig, dass zu einem Fachwissen auch ethische Überlegungen kommen. Nämlich nur aus dem Bauch heraus handeln, reicht nicht und das gibt Berufskodexe, es gibt natürlich Leitbilder von Einrichtungen. Das kennen Sie wahrscheinlich auch von ihrer Klinik, da ist es schon mal festgelegt, wie wollen wir Patienten sehen, wie wollen wir Patienten versorgen. Und Sie fragen nach ethischen Grundüberlegungen und da lassen sich vier generelle Grundüberlegungen nennen, nämlich die Selbstbestimmung, die Schadensvermeidung, die Fürsorge und die Gerechtigkeit für Patienten. Das sind ja jetzt auch alles erstmal recht allgemeine Begriffe, die kann ich natürlich in vielen verschiedenen Kontexten auch benutzen oder anwenden. Ich würde es gerne so ein bisschen konkreter darstellen, dass man auch einfach merkt, okay, das ist jetzt auch ein Fall, den habe ich so schon erlebt oder der kommt recht häufig vor. Wir stellen uns einfach mal einen Patienten vor im täglichen Umgang, der vielleicht andere Vorstellung hat von seiner Therapie als, ja, das therapeutische Team, als Pflegeperson oder auch ärztliches Personal. Nehmen wir jetzt einfach an, er soll eine Maßnahme durchführen, wie eine Inhalation und möchte das jetzt einfach nicht. Da gehen ja die Vorstellungen auseinander. Bin ich da schon einer ethischen Entscheidung? Ja, genau. Und da wäre der erste Aspekt Selbstbestimmung. Menschen haben ein Selbstbestimmungsrecht, das ist ein Grundrecht und dieses Grundrecht auf Selbstbestimmung gibt man natürlich nicht mit der Krankheit ab und auch nicht mit dem Eintritt in eine Einrichtung in ein Krankenhaus oder ein Altenheim. Und da ist es wichtig, dass wir dieses Selbstbestimmungsrecht waren, die Autonomie eines Patienten waren, das geht oft mit Kleinigkeiten los. Ich möchte jetzt nicht gelagert werden, ich möchte jetzt nicht aufstehen, ich möchte jetzt nicht duschen und kann bis hin zur Ablehnung von Therapien gehen, von der Operation, die aus medizinischer Sicht notwendig wäre. Da sieht man auch schon, es fängt sehr, sehr, sehr klein an, bei ja, eigentlich sogar fast banalen Dingen, bis hin zu möchte ich überhaupt noch eine Therapie, wenn ich sehr schwer krank bin. Also die Spannbreite ist ja sehr, sehr hoch, in der wir uns bewegen und das ist auch wichtig, dass man sich das auch noch mal so im Hinterkopf behält. Schauen wir uns den zweiten Punkt an, das zweite ethische Prinzip ist die Schadensvermeidung. Pflegende fügen Patienten keinen Schaden zu. Können wir mal zusammen überlegen, haben Sie eine Idee ganz praktisch, was das treffen könnte, welche Situation das treffen könnte? Klar, auch da ist es wieder eine kleine Sache, wenn ich überlege, ich muss eine Injektion verabreichen, sei es z.B. zur Thromboseprophylaxe oder ähnlichem und derjenige sagt mir, er möchte das nicht. Würde ich dieses jetzt trotzdem tun, wäre das ja eigentlich eine unethische oder auch sogar gewalttätige Handlung. Ja, der Bereich der Prophylaxen passt da ganz gut.

[4:47]Ich weiß natürlich als Pflegefachperson, dass bei einer Immobilität die Gefahr von einem Dekubitus droht und meine Verpflichtung ist da jetzt prophylaktisch tätig zu werden, dass der Patient keinen Schaden erleidet. Aber natürlich immer im Rahmen auch dieser Selbstbestimmung, die dem Patienten bleibt. Das dritte ethische Prinzip ist die Fürsorge, Pflegende handeln zum Wohle des Patienten. Das ist ja was, was eigentlich auch Ziel der pflegerischen Arbeit ist, nämlich Genesung oder zumindest Erhaltung der Patientenbezogenen Ressourcen. Wie stelle ich mir das konkret vor die Umsetzung? Da geht's tatsächlich auch schon los, dass es gar nicht so einfach ist, weil das, was für mich wohl des Patienten ist, muss unter Umständen für den Patienten gar nicht so sein. Der sieht die Situation ganz anders und schon haben wir eine Situation, die wir zusammen abstimmen müssen. Da muss ich fragen, lieber Patient, was ist aus deiner Sicht dein Wohl und wie kann ich dich dabei begleiten? Wenn ich jemanden habe, dessen Willen ich überhaupt gar nicht feststellen kann. Ich kann vielleicht nicht mit demjenigen sprechen und er hat auch nichts aufgeschrieben, was mache ich denn dann? Ja, das ist sicher schwierig. Die Patientenverfügung, da hat der Gesetzgeber eben die Möglichkeit geschaffen, dass ich für den Zeitpunkt, dass ich mich nicht mehr verbal äußern kann, eben die Möglichkeit habe, das was mein Wohl wäre, dass ich das festlegen kann. Ansonsten ist immer das Gespräch mit Angehörigen wichtig, die ihren Menschen ja kennen, die auch sagen können, er hat immer das und das geäußert. Er möchte das und das und das will er auf keinen Fall, aber das sind sicher auch die Situationen in der Praxis, die es schwer machen, gerade wenn wir um lebensverlängernde Maßnahmen noch eine Ernährung bei einer fortgeschrittenen Demenz, soll er noch eine Ernährungssonde bekommen. Da ist sicher immer die Frage, was ist das Wohl des Patienten? So lebe ich selbst auch im Berufsalltag, ist es natürlich in vielen Situationen schwer. Man muss sich nur jemanden vorstellen, der vielleicht durch einen Unfall oder ähnliches ins Krankenhaus kommt, wo natürlich auch in der Regel schnell Entscheidungen getroffen werden müssen. Ja, genau, während der vierte Punkt Gerechtigkeit wieder griffiger ist auf dem ersten Blick, nämlich wir müssen gerecht sein. Wir müssen Patienten alle gleichermaßen behandeln, unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, unabhängig von der Herkunft, der Nationalität, dem Glauben. Klingt erstmal ganz einfach, aber aus der Erfahrung tatsächlich aus meiner Erfahrung weiß ich es gar nicht so leicht, wenn dann jemand kommt, der über viele Jahre Alkoholkrankes auf der Straße gelebt hat. Da ist man doch eher auch versucht zu sagen, der ist selber schuld, dass das passiert ist und schon passiert, was, wenn ich einfach nur diesen Gedanken schon habe oder jemand, der aufgrund von ja, langjährigem Rauchen dann Lungenkrebs hat. Dass man immer schnell versucht zu sagen, selber schuld, aber ist nicht in unserem Ermessen das zu bewerten und zu beurteilen. Zum einen sind es ja die eigenen Bilder im Kopf, die man vielleicht hat bei bestimmten Krankheitsbildern oder auch bestimmten Personen, die man vor sich stehen hat. Zum anderen, was ja vielleicht auch unter die Gerechtigkeit fällt, ist es auch, wie entscheide ich denn welchen Menschen ich zuerst versorge oder in welcher Reihenfolge es ist natürlich auch mit dem Blick auf Personal- und Ressourcenknappheit. Überall in der Pflege ganz klassisch die Situation, man kommt aus dem Dienstzimmer raus und auf dem Gang hat man vielleicht fünf Patienten, die Verbenötigen oder fünf Rufe und ja, wie entscheide ich mich dann? Was mache ich zuerst? Das ist auch eine schwierige Frage, denke ich. Ja, genau. Und wenn ich dann Entscheidungen anstelle, die nicht von der medizinischen Präsenz bestimmt sind, sondern eher von Sympathie, Antipathie, von Herkunft und Religion oder ähnlichen, bin ich schon in einer ethisch fragwürdigen Haltung. Das sind jetzt alles schon mal Punkte gewesen, die unser ethisches Handeln auf die Patienten beziehen. Wir sind natürlich auch in Kontakt, vor allen Dingen mit unserer eigenen Berufsgruppe und da würde ich gerne jetzt darüber sprechen, was ich denn mache, wenn ich beim Kollegen eine Handlung beobachte, die ich vielleicht auch als ethisch fragwürdig empfinde. Beispielsweise, dass der Kollege im Patientenkontakt sehr grob ist. Das sind sicher Situationen, die alltäglich gar nicht so ungewöhnlich sind, der ist grob in der Wortwahl vielleicht auch körperlich grob. Gewalt fängt ja auch schon in diesem Bereich an oder da geht nicht auf die Klingel oder denkbar ist auch, ich beobachte, da wird etwas dokumentiert, was nicht gemacht wurde. Vielleicht habe ich auch mal den Verdacht, das ist ein Kollege Alkohol trinkt oder angetrunken an die Arbeit kommt und schon habe ich eine Situation, die für mich ethisch schwierig ist. Und wenn dann noch der Kollege sagt, hey, wir müssen noch zusammenhalten, wir sitzen doch alle im gleichen Boot, wir sind doch Kollegen und bitte sag niemandem etwas, dann komme ich in eine große Zwickmühle. Ich würde gern einmal über ein konkretes Beispiel aus meinem persönlichen Berufsalltag sprechen, wo ich selber auch gemerkt habe, okay, jetzt bin ich in einem Dilemma und nicht so richtig wusste, was ich da machen soll. Es war ein Dienst, wo es viele Patienten gab, die sehr, sehr viel Hilfe gebraucht haben und ein Kollege war dann schon etwas angefressen von dieser ganzen Situation. Ging dann zu einem Patienten hin, kam nach kurzer Zeit zurück und erzählte mir dann, der hat sich jetzt schon so oft gemeldet, es waren sicher zehn Rufe in den letzten zwei Stunden. Ich habe jetzt die Klingel mal in Nachtschicht gepackt, so dass er nicht mehr so leicht dran kommt, weil der brauchte jetzt auch neun von zehn Malen nichts, sondern hat einfach nur gerufen oder geklingelt und haben wir jetzt so gemacht. Und dann dachte ich, okay, aber wenn er vielleicht das nächste Mal wirklich Hilfe braucht, was, was tun wir dann? Das war ihr Dilemma. Einmal ist es der Kollege, mit dem man ja auch zusammenarbeitet, Kollegialität ist ja auch in der Pflege ein Wort, was sehr groß geschrieben wird. Das eine und auf der anderen Seite vermutlich, da ist ein Patient und ich habe da auch eine Fürsorgepflicht und ich will ja auch Schaden vermeiden, das waren ja unsere zwei Prinzipien, die wir hatten. Genau, ich konnte mich nicht so wirklich entscheiden, was ich jetzt da tun soll, eben auf der einen Seite hatte man natürlich immer im Hinterkopf, gut, es kann jetzt jederzeit auch mit dem Patienten, was sein, wo er auch schnell Hilfe braucht und wenn er keine Möglichkeit hat, sich bemerkbar zu machen, dann klappt das halt nicht. Von der anderen Seite ist es schwierig, finde ich, zu sagen, wenn ein Kollege was, was tut, was man vielleicht selbst anders machen würde, da dann wirklich so gegen anzugehen und zu sagen, nee, das finde ich jetzt aber nicht gut und wir machen das jetzt aber anders. Aber genau das ist der Mut, den es braucht, wenn wir von ethisch gerechter Pflege sprechen. Klar, wenn ich jung bin, wenn ich neu bin im Bereich, neu vielleicht auch in dem Team, ist es nicht so leicht. Da braucht es Mut. Was sicher immer, immer gut ist, sich jemand ins Vertrauen zu nehmen. Das kann die Stationsleitung sein, das kann vielleicht meine Kursleitung in der Schule sein. Es kann vielleicht auch ein Mitschüler sein, der Praxisanleiter, vielleicht ist es auch jemand im privaten Umfeld. Aber vielleicht auch das, was mich am meisten dann stärken wird, ist diesen Kollegen mal anzusprechen und zu sagen, hey, ich habe da ein Problem gerade, ich sehe, da tust du etwas, was für meine Begriffe nicht den Wertvorstellungen von Pflege entspricht, von Schadensvermeidung, von Selbstbestimmung, von Fürsorge und es macht was mit mir und ich muss jetzt gerade gucken, wie ich damit umgehe. Ja, jetzt denke ich auch mit eins der wichtigsten Punkte schon, dass man einfach auch nicht zu lange Zeit verstreichen lässt, weil dann ist der Fall abgehakt auch im Bewusstsein des anderen, sondern guckt, dass man irgendwie relativ schnell auch eine Situation schaffen kann, wo man das ganze anspricht, nicht unbedingt vielleicht vor fünf anderen Kollegen, sondern in einer etwas geschützten Situation. Habe ich die Erfahrung gemacht, dass man da dann auch einen guten Zugang kriegt und dann auch mitunter einfach den Grund rausfindet. Jeder hat mal einen schlechten Tag, jeder ist vielleicht auch mal genervt oder hält vielleicht die Stresssituation, die ja auch sowas mit einem macht, nicht auf die Dauer aus. Und es kann beim anderen Entlastung schaffen, ich kann ihm dann vielleicht auch anbieten, wo ich ihm jetzt was abnehmen kann. Es ist ja oft auch der eine Patient, der mich eben total nervt, wo Sie dann sagen, also ich kann ganz gut mit dem, ich kann den jetzt einfach für dich mal übernehmen für den Rest der Schicht. Das wäre so ganz gut, weil das kennt jeder, der in der Pflege arbeitet, wenn schon viel los ist und dann ist es natürlich nicht leicht, wenn dann ein Patient ist, der immer wieder klingelt und klingelt und mal sagt, ich komme zu nichts anderem, da ruhig zu bleiben, wertschätzen zu bleiben, ethisch verträglich zu bleiben. Was meiner Erfahrung nach auch sehr gut klappt, ist, wenn man dann auch einen sehr anstrengenden Patienten unter umständen hat oder jemanden, der einfach sehr viel Hilfe braucht, sehr häufig, ist es auch eine sehr gute Möglichkeit sich vorher auch abzusprechen, gut, wir, wir wechseln uns ein bisschen ab und nicht einer muss da jetzt immer hin, weil das steigert natürlich die Frustration total. Wenn man weiß, ich habe da jetzt 10 Stunden vor mir und wird bestimmt 30 Mal hin müssen, das ist für mich ja dann die belastende Situation. Da einfach schon vorher offen zu kommunizieren, ich denke, das kann sehr gut helfen. In guten Teams, in kollegialen Teams kann das auch mal zum Thema gemacht werden, da trägt es auch ein Team, wenn der Kollege sagt, da habe ich mich vergriffen, da ist was mit mir passiert und ich bin da vielleicht in der Art ausfällig geworden, die nicht in Ordnung ist. Und dann wird man überlegen, was hättest du gebraucht, wie können wir dich unterstützen und wir können eigentlich nur zusammen diese schwierigen und komplexen Situationen meistern. Was ist denn, wenn ich in die Situation vielleicht komme, dass meine Kollegen oder mein Team auch, in dem ich bin, nicht unbedingt so zu meiner ethischen Haltung steht, wenn ich merke, da ist das Grundverständnis vielleicht ein anderes, als ich selber habe. Dann gibt's den Weg über die Vorgesetzten, das ist ja immer sehr festgelegeter hierarchischer Weg, in einem Akutkrankenhaus wäre meine nächste Anlaufstelle die Stationsleitung, wenn ich darüber das Gefühl habe, ich komme nicht weiter, weil die auch in ihrem Team vielleicht mit gefangen ist.

[14:55]Dann ist als nächstes die Pflegedienstleitung, meine Ansprechpartner, ja und eben das habe ich selber auch mal erlebt, dass ich irgendwann für mich die Feststellung treffen musste, ich arbeite hier in einer Einrichtung, die vertreten Vorstellungen von Ethik in der Pflege, die einfach mit meinen nicht übereingeht und jetzt habe ich dann tatsächlich nur die Möglichkeit zu gehen, mehr einen anderen Arbeitsplatz zu suchen oder vielleicht auch mit abzustumpfen und irgendwann auf dem selben Weg unterwegs zu sein, nämlich in einer wenig wertschätzenden Art meine Werte aufzugeben. Und ich habe damals die Entscheidung getroffen, das was man hier für Pflege hält, es entspricht nicht dem, weshalb ich mal in den Beruf gegangen bin und was ich mir an Werten entwickelt habe. Ja, das sind schon jetzt sehr, sehr große Begriffe gewesen, die uns auch begegnet sind. Ich hoffe, wir konnten euch das so ein bisschen näher bringen und auch an den Einzelfällen gut erklären, dass es halt eine sehr große, ja, Varianz auch einfach dazwischen gibt, zwischen den Entscheidungen, die man in seinem beruflichen Alltag auch treffen muss. Frau Keller, was würden Sie denn noch abschließend sagen zur Ethik? Was sollte ich als beruflich Pflegender auf jeden Fall beachten? Ich kann allen Beginnern in der Pflege, allen Auszubildenden und jungen Pflegekräften nur sagen, beobachtet aufmerksam, gerade im Alltag, gerade in stressigen Situationen, da wird der Ton oft rauer, da schleichen sich oft Verhaltensweisen ein und so ein Team, das ist dann ein Stück weit auch Betrieb blind und wenn man von außen kommt, dann sieht man diese Dinge und da kann ich euch nur motivieren, guckt dahin, macht was zum Thema, regt Diskussionen an und zeigt einfach auch den Kollegen auf den Stationen, den alteingesessenen, da muss man drüber nachdenken, was man tut. Ja, danke schön Frau Keller, dass sie heute wieder bei mir waren und wir über dieses Thema sprechen konnten. Gern geschehen. Ich hoffe, wir konnten euch davon ein bisschen was näher bringen und es war nützlich für euren Berufsalltag. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

[17:02]Alle Themen noch mal zum Nachlesen in Pflege heute und Pflegen aus dem Elsevier Verlag.

[17:10]Habt ihr Fragen? Schreibt sie uns an Pflegepodcast@elsevier.com. Einen Überblick der Themen, die wir im Podcast behandeln, findet ihr außerdem auf Elsevierpflegepodcast.de. Eine Produktion von Ikone Media im Auftrag der Elsevier GmbH.

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