[0:01]Die Sonne geht auf an der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands. Die Zugspitze ist 2962 m hoch. Also ein ganz besonderer Ort in Deutschland und das nicht nur, um so einen schönen Morgen zu genießen. Die Zugspitze ist auch ein ganz besonderer Ort für unsere Sommergeschichte. In den nächsten sechs Wochen kümmern wir uns ums Klima, genauer gesagt, um den Klimawandel, aber wir machen das nicht alleine.
[0:30]Während Clarissa und Ralf auf der Zugspitze unterwegs sind, reisen Johannes und ich in verschiedene Orte in Deutschland und Europa. Denn viele Menschen auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit dem Klima und dessen Veränderung. Natürlich auch in Deutschland und einige von denen möchten wir besuchen. Clarissa und ich sind auf dem Weg zu diesem Gebäude etwas unterhalb des eigentlichen Gipfels, mit einer eigenen kleinen Seilbahn. Und mit der holt uns Till Rehm ab. Er ist Wissenschaftler und er arbeitet in dem Gebäude am Berg. Es ist das Schneefernerhaus, Deutschlands höchstgelegene Umweltforschungsstation, unser Platz in den nächsten Wochen. Im Moment etwas in den Wolken und es regnet auch ein bisschen. Hier oben arbeiten in unterschiedlichen Laboren Forscherinnen und Forscher. Sie sammeln z.B. Informationen über das Wetter, das Klima und die Temperaturveränderungen auf der Zugspitze. Jetzt müssen wir uns erstmal anmelden. Das ist die Zentrale vom Schneefernerhaus. Und dort treffen wir Sandra Keuser, die uns begrüßt und alles erklärt und sagt, wo wir hin müssen. Dann sind auf einmal die Wolken verschwunden und auf der Terrasse mit vielen Messinstrumenten genießen wir den tollen Blick, den die Forschenden hier oben bei der Arbeit haben. Das Klima verändert sich, das habt ihr garantiert schon mal gehört und das ist schlecht für uns Menschen, aber was genau ist eigentlich Klima und wie unterscheidet es sich vom Wetter? Fangen wir mal mit dem Wetter an. Mit der Seilbahn fahren wir zum eigentlichen Gipfel der Zugspitze, also ganz nach oben, dahin. Dort ist das Gipfelkreuz der Zugspitze auf dem höchsten Punkt des Berges. Da wollen wir aber nicht hin, sondern wir gehen zu einem anderen Gebäude, der Wetterstation auf der Zugspitze. Da arbeitet Julian Merker. Hallo. Ja, herzlich willkommen von der Wetterwarte Zugspitze, da kommt doch gleich mal mit rein nach dir. Julian ist Wetterwart beim Deutschen Wetterdienst. Und das hier ist kein Kühlschrank, sondern die Tür zum Dach der Station. Hier ist ein bisschen eng, müsste schauen, dass ihr euch den Kopf nicht anhaut. Vor allem Ralf.
[2:44]Wahnsinn. Toll. Toll. Ja, willkommen auf dem höchsten Punkt Deutschlands, also wenn ihr genau hinschaut, wir sind noch ein bisschen höher als das Gipfelbereich, als das Kreuz. Tatsächlich. Und was machst du hier genau alles? Hier sind wir also wirklich auf dem allerhöchsten Punkt Deutschlands und hier zeigt uns Julian, welche Wetterbeobachtungen er macht. Mit diesem Metallkübel müsst ihr z.B. wie viel Regen heute Morgen gefallen ist. Das Regenwasser sammelt sich in dieser kleinen Kanne. Das füllt er dann um in diesen Messbecher und damit kann er das dann hochrechnen. 4,7 l 4,7 l auf dem Quadratmeter. Mit dem Gerät da vorne misst ihr die Sonnenscheindauer. Der läuft dann den ganzen Tag, dreht sich und immer wenn die Sonne reinfällt, dann kriegt er den Impuls, die Sonne scheint. Und da drin wird die Temperatur gemessen. Schätz doch mal, wie warm haben wir es heute hier auf der Zugspitze? Irgendwas zwischen 6 und 10°. Ja, dann gucke ich mal genau. Acht. Das sind wir bei 6,0. Oh, in der Sonne ist es echt warm. Die Sonne macht's ein bisschen wärmer. Und alle diese Daten der Wetterstation auf der Zugspitze, überall in Deutschland, Europa und der Welt, werden gesammelt und daraus entsteht dann die Wettervorhersage für die nächsten Tage. Kennt ihr bestimmt aus dem Internet, dem Fernsehen oder von eurem Handy. Also, so wird das Wetter beobachtet, aber was ist denn jetzt Klima? Darum kümmert sich Laura. Ich bin hier beim Gasometer in Oberhausen, diesem riesigen ehemaligen Gasspeicher. Ein guter Platz, um über Wetter und Klima zu reden. Hier hängt nämlich gerade eine riesige Erde mit einem Durchmesser von 20 m. Man hat einen Blick wie eine Astronautin im Weltall. Das Wetter auf der Erde und das Klima, die hängen so miteinander zusammen, aber die sind nicht dasselbe. Die Wetterbeobachtungen, die Clarissa und Ralf euch gezeigt haben, die werden in Deutschland schon seit 150 Jahren gemacht. Wetter beschreibt aber immer nur das hier und jetzt und die Wettervorhersage auch nur die nächsten Tage genauer. Wenn man dann das Wetter über einen längeren Zeitraum beobachtet, also 30 Jahre oder länger, dann kann man sagen, wie das Wetter im Durchschnitt ist. Im Frühling scheint in Deutschland die Sonne im Durchschnitt 522,1 Stunden. Im Sommer hat man eine Durchschnittstemperatur von 17,6°. Man weiß, wie viel Regen im Herbst fällt und kennt auch die Durchschnittstemperatur im Winter. Und diese Angaben für einen Ort, eine Region oder ein Land, die beschreiben dann sein Klima. Irgendjemand hat sich mal ein gutes Bild überlegt, wie man Wetter und Klima gut auseinanderhalten kann. Wenn ich in den Urlaub fahre und meinen Koffer packe, dann gibt das Klima vor, was ich grundsätzlich einpacke. Also wenn es in den Norden geht, dann eher was warmes und wenn es in den Süden geht, eher kurze Hose und T-Shirt. Aber das Wetter vor Ort, das sagt, was ich jeden Tag anhabe. Also mein Koffer ist für einen Strandurlaub gepackt hier T-Shirt, kurze Hose, aber vielleicht ist es ja doch mal an einem Tag ein bisschen kühler, deshalb nehme ich auch einen Pulli mit. Und falls es mal regnet, sogar eine Regenjacke. Die Klimaexperten und Experten können mittlerweile das Klima auf der ganzen Welt bestimmen und sie wissen, dass es große Bereiche gibt, die alle ein ähnliches Klima haben. Das nennt man dann eine Klimazone und die legt sich so wie so große Ringe um die Erde. Hier in der Mitte der Erde, rund um den Äquator, ist es besonders heiß und es regnet oft viel und stark. Die Klimazone nennt man die Tropen. Hier ist das Wetter immer relativ gleich und es gibt keine Jahreszeiten. Dort sind z.B. tropische Regenwälder mit sehr vielen Pflanzenarten und Tieren, die das Klima dort mögen, wie z.B. das Faultier. In Wirklichkeit sind das natürlich nicht so gerade Bahn, die sich einfach um die Erde legen. Die Zonen sind viel komplizierter und das geht alles ineinander über, aber jetzt gerade geht's ja darum, dass wir uns das ein bisschen besser vorstellen können. Und im Norden und Süden schließen sich die Subtropen an. Dort liegt z.B. die Sahara und andere große Wüsten der Welt. Regionen, in denen kaum Regen fällt. Es gibt aber auch Gebiete, in denen es im Sommer trocken und im Winter feucht ist, wie z.B. am Mittelmeer. Auch da gibt es besondere Tierarten, die sich hier sehr wohlfühlen und manche Pflanzen wachsen besonders gut, z.B. der Granatapfel. In der gemäßigten Klimazone liegt der größte Teil Europas, also auch Deutschland, aber auch große Teile von Nordamerika und von Asien. Hier gibt es viele Nadelmisch und Laubwälder. Die Tage sind unterschiedlich lang und es gibt vier verschiedene Jahreszeiten. Niederschlag als Regen oder eben Schnee im Winter kann es das ganze Jahr geben. Und dann kommt die subpolare Zone, die gibt's wieder hier oben im Norden, aber natürlich auch hier unten im Süden. In der subpolaren Zone ist es das ganze Jahr über recht kalt und es fällt wenig Niederschlag. Die Winter sind sehr lang und die Sommer sind ganz kurz. Pflanzen haben da nicht viel Gelegenheit zu wachsen, deshalb gibt es hier hauptsächlich Moose und Flechten. Aber auch ein paar Tiere, die es nur hier gibt, wie z.B. die Rentiere. Und am Südpol und auch am Nordpol gibt es dann noch die polare Zone. Dort geht die Sonne die eine Hälfte des Jahres gar nicht auf und die andere Hälfte gar nicht unter. Es sind Kältewüsten, in denen die Temperaturen meist weit unter Null liegen. Aber z.B. die Kaiserpinguine sind eine der wenigen Tierarten, die so gut angepasst sind, dass sie da leben können. Unterschiedliche Klimazonen gibt es, weil die Strahlen der Sonne die Erde an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten im Jahr unterschiedlich stark und lange treffen. Hier sieht man die Sonne, die im Winter, Frühling und Sommer unterschiedlich lange über den Himmel läuft.
[8:19]Und damit kommen wir zum nächsten wichtigen Punkt. Ohne Sonne gäbe es kein Leben, weil wir kein Licht und vor allem keine Wärme auf der Erde hätten. Und die Wärme oder manchmal sogar Hitze, die gibt's nur, weil die Erde von einer Gashülle umgeben ist, das ist die Atmosphäre. Da wird man es besser sehen kann, hat unser Modell hier so eine feste Hülle. In echt ist das aber nicht so, in echt geht die Atmosphäre ganz langsam ins Weltall über. Was aber wichtig zu wissen ist, ist, dass die Energie von der Sonne, die ja unsere Erde wärmt, hier in der Atmosphäre gespeichert wird. Sie bestehen aus einer Mischung von Gasen, die wir Luft nennen. Dieser Dampf hier ist nur ein Bild, damit ihr euch das besser vorstellen könnt. Denn die Luft ist für uns Menschen in der direkten Umgebung natürlich unsichtbar, aber sie sorgt z.B. dafür, dass der Himmel blau erscheint.
[9:08]Luft besteht hauptsächlich aus den Gasen Stickstoff, Sauerstoff und Argon. An den Tortenstücken könnt ihr sehen, wie groß der Anteil dieser Gase ist. Und nur ein ganz kleiner Teil besteht aus noch anderen Gasen und ein Gas davon ist Kohlendioxid oder Kohlenstoffdioxid oder die chemische Bezeichnung CO2 und das bedeutet, es ist ein Teilchen C Kohlenstoff und zwei Teilchen Sauerstoff, das ist das O. Und dieses Gas, dieses schwarze C und die zwei blauen O's, die werden uns in den nächsten Wochen immer wieder beschäftigen. In der Luft schwebt außerdem Wasserdampf, ganz winzig Wassertteilchen, die von der Erde aufsteigen und daraus bilden sich dann Wolken. Luft enthält also auch immer etwas Luftfeuchtigkeit. Die Luft brauchen wir und die Tiere zum Atmen, klar. Aber die Luft sorgt eben auch dafür, dass es auf der Erde überhaupt warm ist, weil sie einen Teil der Wärme der Sonnenstrahlen festhält und ohne Wärme würden ja keine Pflanzen wachsen und klar, Menschen und Tiere könnten auch nicht leben. Interessant ist aber, dass das nicht der große Teil der Luft schafft, nämlich Stickstoff, Sauerstoff und Argon, sondern dieses Mini Tortenstück, CO2, die anderen Gase und vor allem der Wasserdampf. Das sind die Elemente der Atmosphäre, die die Sonnenstrahlen festhalten, wenn sie von der Erde zurück reflektiert werden. Die Atmosphäre wirkt daher so ähnlich wie ein Treibhaus für Pflanzen. In dem wird es durch die Sonneneinstrahlung auch warm. Die Wärme kann nicht wieder raus und bleibt in dem Haus drin. Daher nennt man das, was in der Atmosphäre der Erde passiert, auch den natürlichen Treibhauseffekt. Die Atmosphäre ist ein Teil des Klimasystems der Erde, wie die Fachleute sagen. Und dazu gehören auch wir Menschen und die Tiere z.B., denn Menschen und Tiere atmen den Sauerstoff der Luft ein und atmen dann CO2 wieder aus. Das CO2 brauchen die Pflanzen, denn die machen daraus Bausteine zum Wachsen und Sauerstoff. So bleiben Sauerstoff und CO2 immer im Kreislauf. Auch die Ozeane gehören zum Klimasystem der Erde, denn sie können besonders gut die Wärme der Sonnenstrahlen aufnehmen. Aber die Eisflächen am Nord- und am Südpol reflektieren die Wärme zurück ins Weltall und deswegen wird es nicht zu warm. Das Klimasystem der Erde hat sich seit ihrer Entstehung über Milliarden von Jahren entwickelt. Es gab immer wieder Veränderungen, z.B. längere Zeiträume, in denen es etwas wärmer oder kälter war, also Warmzeiten oder Eiszeiten. Aber das System als Ganzes hat immer wieder ein Gleichgewicht ergeben. In dieses Klimasystem greifen wir Menschen aber seit einiger Zeit ein und davon erzählen wir euch gleich.
[11:40]Alles auf der Erde ist also Teil eines riesigen Klimasystems, auch wir Menschen gehören dazu. Und dieses Klima macht es überhaupt erst möglich, dass wir hier auf diesem Planeten leben können. Aber wir Menschen haben inzwischen auch festgestellt, dass wir dieses System durcheinander bringen. Wir bewirken eine Veränderung des Klimas, das kann man auch hier oben auf der Zugspitze beobachten. Wir sind nämlich gerade am Schneeferner Gletscher, der der Forschungsstation auch ihren Namen gegeben hat. Ein Gletscher ist eine dicke Eisschicht aus altem, zusammengedrücktem Schnee und diese Schicht wird auch im Sommer nie ganz verschwinden. Seit Jahrzehnten aber beobachten die Wissenschaftler, dass dieser Gletscher hier immer kleiner wird, weil es immer wärmer wird. Dies hier ist ein altes Foto, ungefähr aus dem Jahr 1910. Da sieht man, der ganze Berg ist mit Schnee und Eis bedeckt. Jetzt gut 110 Jahre später ist von dem Gletscher nur noch ganz wenig übrig geblieben. Aber was haben wir Menschen mit dem Schmelzen des Gletschers und dem Wandel des Klimas zu tun? Die Antwort weiß Johannes. Ich bin heute in Erlinghausen im Freilichtmuseum, das ist in der Nähe von Bielefeld und es ist der perfekte Ort, um herauszufinden, wie die Menschheit angefangen hat, Einfluss zu nehmen auf das Klima. Denn irgendwann haben unsere Vor vor Vorfahren ja gelernt, Feuer zu machen. Und jemand, der sich damit richtig gut auskennt, ist Sönke Reiman, er arbeitet hier im Museum. Hallo Sönke. Hallo Johannes. Sönke, wie macht man Feuer? Zum Feuermachen braucht man einen Pyrit, einen Feuerstein und Zunderschwamm, ein Pilz. Genau und aus dem Zunderschwamm macht man einen sogenannten Zunderlappen und mit Pyrit und Feuerstein schlägt man Funken auf den Zunderlappen. Der Funken nistet sich ein und erzeugt eine Glut und dass wir das mal besser sehen, gehen wir jetzt mal ins Dunkle. Okay.
[13:28]Pyrit ist eine Eisenverbindung mit Schwefel und wenn man die an einen harten Feuerstein schlägt, dann bilden sich Funken. Die landen auf dem Zunderpilz und glimmen da weiter. Sönke reißt dann ein kleines Stück vom Zunderpilz ab und übernimmt den Funken damit. Die brennende Stelle in der Mitte vom Pilzschwamm kann er dann ausdrücken, so verbraucht er immer nur ein kleines Stückchen davon. Das glimmende Stück packt Sönke dann unter Rohkolbensamen oder Rohkolben Watte. Die ist ganz weich und flauschig und kann gut brennen. Sönke pustet und legt als nächstes Lärchennadeln auf die Rohkolben Watte. Und wenn er dann noch weiter pustet, dann schlagen die Nadeln auf einmal Flammen und Sönke hat Feuer gemacht.
[14:20]Toll. Diese Methode kannten vermutlich schon die Menschen in der Steinzeit. Sönke, ich bin sehr beeindruckt und irgendwie ist es jetzt so spürbar. Sobald die Menschen das Feuer beherrscht haben, konnten sie gut heizen, aber du hast uns ja auch noch Essen um zwei gewickelt. Ja, durch das Feuer war der Mensch natürlich in der Lage, Nahrung zu garen. Rohes Fleisch ist viel schwerer verdaulich als gegartes Fleisch und so kann der Mensch dann mit weniger eigenem Energieaufwand viel mehr Näststoffe und Inhaltsstoffe der Nahrung nutzen. Für die Entwicklung der Menschen war das ein ganz großer Schritt und auf einmal verbrannten sie sehr viel Holz, um die Energie zu nutzen. Die Menschen lernten aber bald auch die Kraft des Wassers zu nutzen. Solche Wasserräder wurden zuerst aus Holz und später dann aus Metall gebaut. Die konnten Maschinen antreiben, wie z.B. diese Luftpumpe. Und die Luft hat dann das Feuer in einer Schmiede angefacht, um Metall zum Glühen zu bringen.
[15:25]Mit einem zweiten Wasserrad, bei dem man die Kraft des Wassers besonders deutlich sieht, konnte man damals wie heute über eine Achse einen Hammer antreiben, um zu schmieden. Solche kleinen Fabriken gab es an Flüssen zu hunderttausenden. Wo es viel Wind gab, bauten die Menschen bald auch Windmühlen und auch hier wird durch die Drehung eine Maschine angetrieben. Der Müller füllte an einer Stelle Getreidekörner ein und die angetriebenen Mühlsteine haben dann Mehl gemahlen. So nutzten die Menschen den Wind an vielen Orten auf der ganzen Welt. Man musste Mehl nicht mehr von Hand mahlen, also wurde durch die Nutzung von Energie das Leben ein Stück einfacher. Vor über 300 Jahren erfand dann jemand eine völlig neue Maschine. James Watt verbesserte die dann noch und damit wurde die Geschichte der Menschheit verändert und zwar mit der Dampfmaschine. Wie funktionierte die? Ganz einfach gesagt, so, man machte mit Feuer Wasser in einem Kessel heiß, so entstand Wasserdampf und der trieb einen Kolben an, der dann wieder eine oder ganz viele Maschinen antrieb. Mit der Dampfmaschine war man unabhängig von Flüssen und es war auch egal, ob Wind wehte oder nicht. Man brauchte nur etwas zum Verbrennen, erhitzte damit Wasser, produzierte Dampf und damit konnte man überall Maschinen antreiben und das passierte auch. Mit der Erfindung der Dampfmaschine begann das Zeitalter der Industrialisierung. Überall entstanden Fabriken mit Dampfmaschinen. Immer mehr wurde produziert für immer mehr Menschen, die auf der Welt lebten. Allerdings gab's für all die Dampfmaschinen nicht mehr genug Holz, dass man hätte verheizen können. Und deshalb haben die Menschen angefangen, Kohle zu verbrennen. Steinkohle z.B., die man meist unter der Erde in Bergwerken abbaute. Das war anfangs ziemlich gefährlich und natürlich anstrengend. Die Bergleute holten Steinkohle irgendwann aus Tiefen von mehr als 1000 m. Bei uns in Deutschland wird das inzwischen nicht mehr gemacht, aber hier wird bis heute noch Braunkohle im Tagebau gewonnen. Es wurden ganze Landschaften in große Löcher verwandelt und Kohle abgebaggert. Und Kohle hat im Vergleich zu Holz so viel mehr Energie, das ist nicht mehr lange gedauert hat, bis die ganze Menschheit ihren Energiebedarf fast ausschließlich mit Kohle gedeckt hat. Das änderte sich erst, als Edwin Drake in Amerika nach Erdöl gebohrt hat. Erdöl liefert beim Verbrennen noch mehr Energie als Kohle und daher suchte man danach bald überall in der Welt, um uns Menschen damit zu versorgen. Vor allem auch, um die Autos anzutreiben, die wir inzwischen so gerne fahren. Wenn man Erdöl fördert, stößt man oft auch auf Erdgas. Zuerst hat man das meistens einfach abgefackelt, aber als man gelernt hatte, auch dafür passende Leitungen zu bauen, konnte man das vor allem zum Heizen und fürs Warmwasser nutzen. Und schließlich haben die Menschen gelernt, mit Kohle, Öl und Gas Wasser heiß zu machen, um damit dann Generatoren anzutreiben, um Strom zu erzeugen. Hier im Modell ist das ein Fahrraddynamo, der Strom für ein Lämpchen liefert. In Wirklichkeit passiert das in riesigen Kraftwerken, wie diesem Kohlekraftwerk, das Strom in solche Leitungen einspeist. Aber ist auch ganz schön praktisch, ne? Ein Schalter und es ist hell, du kannst es in der Wohnung warm machen, du kannst per Fingertipp ins Internet, per Knopfdruck TV oder Radio anmachen oder eben Wasser kochen und das ohne Feuer in der eigenen Wohnung in der Küche machen zu müssen. Ist doch klar, dass ich, dass du, dass fast alle Menschen auf der Welt es gerne so einfach haben möchten. Wir haben aber auf der Erde durch unseren Energieverbrauch etwas in Gang gesetzt, ein riesen Problem und es hat gedauert, bis wir es verstanden haben. Erinnert ihr euch noch an die Zusammensetzung der Luft, die Laura euch eben gezeigt hat? Da gab es ja dieses ganz kleine Teil, in dem vor allem das Gas Kohlendioxid drin ist. Dieses Gas hält die Wärme fest, die von der Sonne kommt und sorgt dafür, dass es Leben geben kann, der natürliche Treibhauseffekt. Kohlendioxid oder CO2 nehmen aber auch Pflanzen auf, ihr erinnert euch. Und mit dem Licht der Sonne machen sie aus dem Kohlenstoff, also dem C im CO2 Baustoffe zum Wachsen. Alle Pflanzen, vor allem die Wälder, sind also riesige Kohlenstoffspeicher. Und weil Kohle, Erdöl und Erdgas aus abgestorbenen Pflanzen entstanden sind, ist der Kohlenstoff jetzt darin gespeichert. Wenn wir Kohle, Öl oder Gas verbrennen, verwandelt der sich nach Millionen von Jahren mit dem Sauerstoff der Luft in kurzer Zeit zurück in das Gas CO2 und wird freigesetzt. Und seitdem wir das immer mehr und immer schneller machen, heizen wir Menschen dadurch den natürlichen Treibhauseffekt an und es wird auf der Erde immer wärmer, weil immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt und das nennt man Klimawandel. Hier auf der Zugspitze haben wir das ja gerade eben beim Schneeferner Gletscher gesehen, der wird immer kleiner. Aber diese Entwicklung gibt es nicht nur hier, sondern auch an ganz vielen anderen Stellen. Weil es immer wärmer wird, schmilzt auch das Eis der polaren Klimazone, also in Grönland im Norden und in der Antarktis im Süden. Dieses Wasser fließt in die Ozeane und das Meer steigt immer höher. Wenn das schwimmende Eis weniger wird, dann werden weniger Sonnenstrahlen reflektiert und es wird noch wärmer. Inzwischen ändert sich auch das Wetter. Starke Hitze gibt es überall auf der Welt schon häufiger. Wüsten breiten sich aus und Menschen finden weniger Flächen, um Nahrung anzubauen. An anderen Stellen wird es öfter starke Regenfälle und Überschwemmungen geben. Ein paar schlaue Wissenschaftler haben schon vor über 200 Jahren den Zusammenhang von CO2 und der Erhöhung der Temperatur auf der ganzen Welt vorhergesehen. Aber damals haben die Menschen das einfach nicht ernst genommen. Erst als viele Forschende auf der ganzen Welt immer mehr Beweise für den Klimawandel gefunden haben, hat man begonnen über Lösungen nachzudenken. Inzwischen beraten Menschen aus aller Welt jährlich auf großen Klimakonferenzen, was man tun kann, damit weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt und damit der Klimawandel gestoppt oder zumindest begrenzt wird. Und es gehen ja auch viele von euch auf die Straße und demonstrieren, z.B. bei Fridays for Future.
[21:35]Es gibt ganz viele Ideen und Überlegungen dazu und überall auf der Welt wird geforscht an kleinen und großen Lösungen. Und von diesen Lösungen wollen wir euch in den nächsten Wochen berichten. Wir beide hier von der Zugspitze und Laura und Johannes aus ganz verschiedenen Orten in Deutschland und in Europa. Los geht's, nächste Woche. Bis dahin, macht's gut. Tschüss.



